Krieg & FriedenHoffnungsvolle Zeichen setzen

Der Ukraine-Krieg erschüttert uns alle und viele Menschen haben das Gefühl, nur wenig bewirken zu können. Dabei haben wir die Möglichkeit, Zeichen für Frieden und gegen Krieg zu setzen. Aus vielen kleinen Aktionen kann etwas Großes entstehen.

Hoffnungsvolle Zeichen setzen
© Bernd Wachtmeister

Was Krieg bedeutet, ist für Kinder unter drei Jahren nicht greifbar – und das ist auch gut so. Ihnen politische Zusammenhänge zu erläutern oder gar auf Einzelheiten der Ereignisse in der Ukraine einzugehen, ist weder sinnvoll noch altersgerecht. Aufgrund der Komplexität des Themas sollten Fachkräfte dieses ohnehin nur dann aufgreifen, wenn die Jüngsten ihnen signalisieren, dass es sie beschäftigt, etwa weil sie beunruhigende Gespräche ihrer Eltern verfolgt haben. Krieg steht in engem Zusammenhang mit Frieden. An diesem Umstand können Sie ansetzen, wenn Sie den Themenkomplex mit Kleinkindern aufgreifen möchten. Wir stellen Ihnen Aktivitäten vor, die es unter Dreijährigen ermöglichen, sich auf entwicklungsgerechte Weise einzubringen und selbstwirksam zu sein.

Wunschbaum

BENÖTIGTE MATERIALIEN:

  • grünes Tonpapier
  • Schere
  • dunkler, etwas dickerer Stift
  • Buntstifte
  • evtl. Papier von der Rolle & Kleber
  • evtl. Schnur

SO WIRD’S GEMACHT:
Der Wunschbaum ist ein Gemeinschaftsprojekt für den Frieden. Schneiden Sie aus dem grünen Papier viele Baumblätter-Formen aus. Fragen Sie die Kinder, was sie sich für andere Mädchen und Jungen wünschen, damit diese glücklich sind und schreiben Sie ihre Wünsche einzeln und stichwortartig auf die Blätter. Die Jüngsten können die Blätter danach mit Stiften verzieren, um dem Friedensbaum noch mehr Vielfalt und Farbenfreude zu verleihen. Die Wunschblätter können entweder auf einen großen, auf Papier gezeichneten Baum geklebt werden, der anschließend im Kita-Flur für alle gut sichtbar aufgehängt wird. Alternativ befestigen Sie die Wünsche bei trockener Witterung gemeinsam an einem Baum im Außengelände. Geben Sie anderen Kindern, Fachkräften und Eltern der Kita die Gelegenheit, ihre Wünsche zu ergänzen, indem Sie Blanko-Zettel und Stifte neben dem Wunschbaum bereitlegen. So entsteht ein beeindruckendes gemeinschaftliches Friedenszeichen.

Friedenslichter

BENÖTIGTE MATERIALIEN:

  • Butterbrot-Tüten & kleine Gläser
  • Wachsmalkreiden, Buntstifte, Transparentpapier
  • Kleber
  • Kerzen- oder LED-Teelichter

SO WIRD’S GEMACHT:
Licht ist ein Symbol für Hoffnung, es strahlt Wärme und Geborgenheit aus. In der aktuellen Situation ist dies für viele Menschen sehr bedeutsam. Gemeinsam mit den Kindern können Sie als Ausdruck Ihrer Hoffnung auf baldigen Frieden einfache Windlichter herstellen. Dafür gestalten die Jüngsten die Butterbrot-Tüten zunächst nach Belieben, ob sie diese nun bemalen oder bekleben. Ins Innere der verzierten Tüten stellen Sie je ein Glas mit einem Tee- oder LED-Licht. Um zu verdeutlichen, wie die selbstgestalteten Lämpchen Licht ins Dunkel bringen und ihre bunten Farben Freude vermitteln, können Sie die Lichter bspw. außer Reichweite der Kinder im ab gedunkelten Schlafraum aufstellen.

Gefühlsbilderbuch

BENÖTIGTE MATERIALIEN:

  • Digitalkamera oder Tablet
  • Farbdrucker
  • Papierbogen (DIN A3)
  • Kleber & Schere
  • Stifte
SO WIRD’S GEMACHT:
Mit den Themen Krieg und Frieden sind starke Emotionen verbunden, welche die Erwachsenen zurzeit unbewusst auf Kinder übertragen können. Aus diesem Grund ist es wichtig, unterschiedliche Gefühlslagen zu thematisieren. Überlegen Sie mit den Mädchen und Jungen: „Welche Gefühle kennen wir? Wie schauen wir, wenn wir wütend sind? Und wie, wenn wir traurig sind?“
Wer von den Kindern kann vormachen, wie jemand aussieht, der sich erschrickt? Der nachdenklich ist oder glücklich?
Fotografieren Sie die Jüngsten dabei, wie sie die verschiedenen Emotionen darstellen. Ältere Kleinkinder können sich mit Ihrer Hilfe auch gegenseitig dabei fotografieren. Drucken Sie die Gefühlsbilder anschließend aus und kleben Sie diese auf Papierbogen: Alle „Wütenden“ auf eine Seite, alle „Glücklichen“ auf eine andere usw. Legen Sie die einzelnen Seiten auf dem Fußboden aus und überlegen Sie gemeinsam: „Warum könnte denn jemand so wütend aussehen? Was ist wohl passiert? Seid ihr auch schon mal wütend gewesen?“ Nach und nach entwickelt sich bei den Mädchen und Jungen so ein erstes Verständnis von emotionaler Vielfalt. Schreiben Sie die Gedanken der Kinder zu den verschiedenen Gefühlen in kurzen Sätzen auf die passenden Fotoseiten und binden Sie alle zu einem Buch. Schließen Sie mit den Ideen der Kinder ab, was uns alles glücklich machen kann. So ist das letzte Kapitel positiv und hoffnungsvoll.
Das Buch bietet in der Folgezeit vielfältige Gesprächsanlässe: Gerne werden sich die Jüngsten dieses besondere Gemeinschaftswerk gemeinsam ansehen und sich ihre Zitate vorlesen lassen.

 

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