Den Sprachbaum gießen

Kleinstkinder in Kita und Tagespflege, Editorial
© Harald Neumann, Freiburg

Die Sprachentwicklung verläuft in den ersten drei Lebensjahren in einem rasanten Tempo. Der Psychologe Wolfgang Wendlandt verwendet ein schönes Bild dafür: Er vergleicht den Spracherwerb mit einem Baum und verdeutlicht damit, dass sich die Sprache des Kindes nur dann entwickeln kann, wenn grundlegende Fähigkeiten, wie z. B. die Stimme, umfassend ausgebildet sind (die Wurzeln) und bereits Sprechmotivation sowie Sprachverständnis vorliegen (der Stamm). Zudem entfaltet sich der Baum nur dann, wenn das Kind von Akzeptanz und Liebe umgeben ist (die Sonne als Symbol für Wärme und Licht) und die Gespräche (das Wasser) genügend Sprachanregungen (die Nährstoffe) enthalten.

Den Sprachbaum gießen

Für eine bestmögliche sprachliche Entwicklung benötigen Kinder also u. a. sensible Gesprächspartner, die ein optimales Lernumfeld schaffen. Die Betreuungseinrichtungen der Kinder spielen hierbei eine zentrale Rolle. Lesen Sie im Fachthema dieser Ausgabe, welche Strategien Ihnen dabei helfen können, Kleinkinder zu (non-)verbalen Äußerungen zu ermutigen und responsiv auf deren Kommunikationsversuche einzugehen. Welche strukturellen Rahmenbedingungen sind wesentlich für die Interaktion? Und was gilt es bei Kindern mit sprachlichen Auffälligkeiten zu beachten?

Die Sprachentwicklung schreitet bei jedem Kind mal schneller, mal langsamer voran. Wenn Sie den Sprachbaum jedoch ausreichend gießen, wird er schnell größer werden und aus einzelnen Worten werden vollständige Sätze. Haben Sie viel Freude beim kommunikativen Austausch mit den Jüngsten!

Ihre Ulrike Fetzer

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