Sonnenschutz in Kita und TagespflegeWie geschmiert

Damit Kleinstkinder den Sommer an der frischen Luft genießen können, muss ihre Haut akribisch vor zu viel Sonnenlicht geschützt werden – auch im Schatten! Mehrere Maßnahmen helfen dabei.

Wirksamer Sonnenschutz ist für Kleinkinder besonders wichtig: Die gesunde Entwicklung ihrer dünnen Haut kann durch die UV-Strahlung der Sonne empfindlich gestört werden – Kinderhaut vergisst keinen Sonnenbrand. Gleichzeitig reagiert die Haut vieler junger Kinder überempfindlich auf die chemischen Inhaltsstoffe in Sonnencremes. Je nach Träger oder Einrichtung gibt es unterschiedliche Vorschriften für Fachkräfte, welche die Anwendung von Cremes regeln. Regelmäßiges Nachcremen ist für einen verlässlichen Sonnenschutz jedoch in jedem Fall unerlässlich! Um diesen zu gewährleisten und dabei das Allergierisiko zu minimieren, können Sie z. B. die Eltern bitten, der Kita eine bereits erprobte Sonnencreme für ihr Kind zur Verfügung zu stellen – Sonnenschutzmittel mit mineralischen Zusätzen sind in der Regel verträglicher. Verwechslungen der Tuben, Sprays oder Flaschen lassen sich vermeiden, indem Sie die individuellen Produkte mit den Namen der Kinder versehen. An Sommertagen, die dazu einladen, sich an der frischen Luft aufzuhalten, tragen Sie die Creme in regelmäßigen Abständen großzügig und gründlich auf, so z. B. auch hinter den Ohren und auf den Händen. Gewinnen Sie die Mädchen und Jungen für diese Prozedur, indem Sie ein Spiel daraus machen: Tupfen Sie mit der Creme Blumen, Herzen oder andere Motive auf die Haut, bevor Sie diese verreiben.
Doch effektiver Sonnenschutz in der Kita umfasst weit mehr als regelmäßiges Nachcremen. So hilft vor allem die richtige Kleidung dabei, einem Sonnenbrand vorzubeugen. Eine spezielle UV-Schutzkleidung brauchen Kinder in der Regel nicht. Dennoch sollten sie unbedingt langärmlige Hemden und lange Hosen tragen, sobald sie an sonnigen Sommertagen zum Spielen nach draußen gehen. Selbst wenn es sehr heiß ist: Die Kleidungsstücke sollten dicht gewebt sein, als Orientierungshilfe dient hier die sichtbare Lichtdurchlässigkeit. Kleidung in Dunkelblau, Schwarz oder Braun ist besonders geeignet, da dunkle Farben UV-Strahlen deutlich besser absorbieren. Da Kleinkinder oft kein dichtes Haar haben, ist auch eine gute Kopfbedeckung unerlässlich, die bestenfalls bis über den Nacken reicht. Tipp: Bitten Sie alle Eltern, entsprechende Wechselkleidung in der Kita zu deponieren. Die Kinder ziehen diese nur an, wenn es zum Spielen nach draußen geht – so müssen sie im Sommer nicht durchgehend dunkle, langärmlige Kleidung tragen.

Bäume und Segel

Trotz Sonnencreme und schützender Kleidung gilt: Kinder unter drei Jahren sollten möglichst nicht in die pralle Sonne. Um Kinder – und auch das Kita-Personal – vor direkter Sonnenstrahlung abzuschirmen, muss das Kita-Außengelände über natürlichen und / oder künstlichen Sonnenschutz verfügen. Hohe Bäume mit einem dichten Blätterdach sind verlässliche Schattenspender, bspw. Dachplatanen. Nadelbäume hingegen sind ungeeignet, weil sie sehr lichtdurchlässig sind. Über Sitz- und Spielfl ächen ohne Baumbestand sollte ein Sonnensegel gespannt werden, ebenso über Spielgeräte, die von den Kindern häufi g benutzt werden, etwa die Schaukel oder Rutsche. Ein solches Segel kann an einer Hauswand, einer Mauer oder einem Baum befestigt werden.
Folgen Sie außerdem dem Beispiel südlicher Länder und ziehen Sie sich mit den Kindern in der Mittagshitze ins Haus zurück. Zwischen 11 und 15 Uhr sind Kinder an einem heißen Sommertag in den Kitaräumen am besten aufgehoben. Abgedunkelte Zimmer bleiben länger kühl.

Welcher Lichtschutzfaktor?

Hell bis dunkel: Die Stärke des zu verwendenden Lichtschutzfaktors (LSF) einer Sonnencreme hängt vor allem vom individuellen Hauttyp ab. Der LSF gibt an, in welchem Maß der Eigenschutz der Haut bei Sonneneinstrahlung vervielfacht werden kann. So bedeutet etwa der LSF 30, dass sich bei einem durchschnittlichen Hauttyp die individuelle Eigenschutzzeit von 10 Minuten durch das Sonnenschutzprodukt auf 10 x 30 erhöht, also auf 300 Minuten. Besonders bei Kleinkindern ist es aber nicht ratsam, diese angegebene Maximalzeit auszuschöpfen, sie gilt lediglich als grobe Orientierung. Wichtig zu beachten ist zudem, dass sich durch regelmäßiges Nachcremen die angegebene Schutzwirkung der Sonnencremes nicht verlängert, sondern nur aufrechterhalten wird.
Ein Lichtschutzfaktor von 30 sollte bei Kleinkindern nicht unterschritten werden. Bei empfindlicher Kinderhaut ist außerdem zu beachten, dass sich der LSF meist nur auf den Schutz vor UV-B-Strahlung bezieht. Ein gutes Sonnenschutzmittel sollte aber vor UV-A- und UV-B-Strahlen schützen.  

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