Zähneputzen in der KitaPro & Contra

Sollten Fachkräfte mit unter Dreijährigen Zähne putzen oder nicht? Die Meinungen gehen auseinander und in der Praxis wird dies unterschiedlich gehandhabt. Unsere zwei Autorinnen begründen ihre Entscheidung.

Pro & Contra: Zähneputzen in der Kita
© Pixabay

Kinder sollten sich auch in der Kita die Zähne putzen.

Zähneputzen ist, neben zahngesunder Ernährung, eine wichtige Säule in der Kariesprophylaxe. Putzen Kinder ihre Zähne schon in jungen Jahren regelmäßig nach den Hauptmahlzeiten, wird die Zahnpflege für sie zur Routine und Selbstverständlichkeit. Weil viele Kitas diese Gewohnheitsbildung stärken möchten, gehört Zähneputzen zu ihrem elementaren Tagesablauf. Durch regelmäßiges Einüben der Putztechnik und durch die Ritualisierung fördern die Erzieherinnen außerdem die Gesundheit jener Kinder, deren Eltern wenig oder gar nicht auf die Mundhygiene achten. Der Bereich Körper und Gesundheit (wenn auch nicht immer gleichlautend) gehört in allen Bundesländern fest zum Bildungsplan, d.h. es ist Aufgabe der Pädagoginnen, den betreuten Kindern eine gesundheitsbewusste Haltung zu vermitteln. Dazu gehört auch die Zahnpflege. Die Erzieherin begleitet die Kinder beim Zähneputzen mit ihrer pädagogischen Erfahrung und trägt im Alltag dazu bei, dass diese lernen, die Verantwortung für ihren Körper zunehmend selbst zu übernehmen: „Ich achte auf meinen Körper und meine Zähne und erhalte sie gesund.“ Unterstützend ist es möglich, das Thema als Projekt aufzugreifen: Stellen Sie die Zähne spielerisch in den Mittelpunkt, z.B. mithilfe von Spielen, Liedern und Bilderbüchern. Die Verantwortung für die Zahngesundheit eines Kindes liegt natürlich letztlich bei seinen Eltern. Dies sollte an geeigneter Stelle auch mit den Eltern besprochen werden. Aufgabe und Ziel der Einrichtung sollte es hingegen sein, die tägliche Mundhygiene auch während der Betreuungszeiten zu ritualisieren und sie positiv zu besetzen.

Christiane Wagner ist Bildungs- und Sozialmanagerin B. A. und Erzieherin.

Kinder sollten sich in der Kita nicht die Zähne putzen.

Hygienisches und pädagogisch gut begleitetes Zähneputzen ist in der Krippe nicht möglich und deshalb alleinige Aufgabe der Eltern. Das wird deutlich, wenn man den typischen Tagesablauf einer Kita betrachtet. In der Regel geht es gleich nach dem Mittagessen zum Schlafen. Hände und Gesicht von zehn Kleinkindern sind zu waschen, die meisten von ihnen müssen gewickelt werden – und außerdem sollten sich alle die Zähne putzen. Doch eine Erzieherin kann ihre Aufmerksamkeit immer nur auf ein Kind richten. Das heißt: Selbst mit einem guten Betreuungsschlüssel befinden sich in dieser Zeit wahrscheinlich einige Kinder im Leerlauf. Sie können mit den Zahnbürsten in ihrem Forscherdrang auf allerlei Ideen kommen: Becher werden getauscht, Zahnbürsten reihum durchgegeben, die Fliesen des Bodens geschrubbt, gegenseitig geputzt etc. Richtiges Zähneputzen muss gelernt und intensiv begleitet werden. Hier halbe Sachen zu machen, ist kontraproduktiv. Das Ergebnis steht in keinem Verhältnis zum Aufwand und der Herausforderung, das Zähneputzen zeitlich zu integrieren. Zwischen Betreuungseinrichtung und Elternhaus besteht eine Erziehungs- und Bildungspartnerschaft. In Gesprächen wird von Anfang an gemeinsam geklärt, für welche Bereiche die Kita bzw. die Familie zuständig ist. Wenn Kinder von Beginn an mit ihren Eltern zweimal täglich gründlich die Zähne putzen, reicht das aus, um gesunde Zähne zu erhalten. Im Dialog mit den Eltern können Erzieherinnen, falls sie die Notwendigkeit sehen, die Wichtigkeit von Mundhygiene und Zahngesundheit vermitteln – sie sollte jedoch zu Hause durchgeführt werden.  

Nora Bayer ist Kindheitspädagogin B. A. und Erzieherin. Sie arbeitet im Kinderhaus Bernhard von Baden in Freiburg.

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