Das Konzept der kultursensitiven FrühpädagogikEine neue Sicht auf die Zusammenarbeit mit Familien

Mit dem Ansatz der kultursensitiven Frühpädagogik können Fachkräfte Verständnis für kulturelle Unterschiede entwickeln und ihre Angebote systematisch in Bezug auf die kulturellen Hintergründe der Kinder reflektieren sowie kindzentriert gestalten.

Der Beitrag in 150 Wörtern

Die aktuellen Konzepte der Frühpädagogik orientieren sich insbesondere an den kulturellen Werten, die vor allem in der westlichen Mittelschicht vorherrschend sind. Zentral in den hier gültigen Konzepten ist z. B. die Entwicklung von Unabhängigkeit und das Individuum mit seinen Wünschen und Bedürfnissen. In den Kitas treffen diese Erziehungsvorstellungen auf andere, zum Teil konträre. Zum Beispiel auf die, dass ein Kind von den Erzieher/ innen mit entsprechenden Maßnahmen auf die Schule vorbereitet wird und nicht selbst entscheidet, womit es sich heute beschäftigt. Das kann nicht nur zu Missverständnissen zwischen Fachkräften und Eltern führen, sondern auch dazu, dass Kinder irritiert sind, weil sie in der Familie – kulturell bedingt – an ein anderes System gewöhnt sind. Konsequenz ist, dass sie mit offenen Angeboten nichts oder nur wenig anfangen können und so kaum Möglichkeiten finden, sich weiterzuentwickeln. Der kultursensitive Ansatz von Jörn Borke, Heidi Keller und anderen verfolgt das Ziel, alle Kinder entsprechend ihrer Entwicklung und kultureller Erfahrung wahrzunehmen und zu fördern. Dazu bietet er systematische Methoden wie z. B. die simple Frage: „Was ist dieses Kind von zu Hause gewohnt: eine Erziehung zur Unabhängigkeit oder zu einem Teil der Gruppe?“ Allein mit der Antwort darauf können Tagesabläufe und Angebote für einzelne Kinder angepasst werden, um somit dort ansetzen zu können, wo die Kinder stehen.

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