Zertifikate tragen zur Entwicklung eines Alleinstellungsmerkmals beiEin Plädoyer von Andreas Zorn

Ein Plädoyer für die Zertifizierung von Kindertageseinrichtungen von Andreas Zorn

Ursprünglich entstammen Zertifikate der Warenwirtschaft: Durch die Hervorhebung besonderer oder einzigartiger Aspekte eines Produkts erhöht sich sein Wert und grenzt sich von der Masse ab. Auf das „Produkt“ Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern übertragen bedeutet dies, dass Zertifikate zur Entwicklung eines Alleinstellungsmerkmals beitragen. Unser Familienzentrum ist zertifizierter Bewegungskindergarten mit Pluspunkt Ernährung. Damit wird z. B. beurkundet, dass das Team eine Fortbildung zur Bewegungserziehung im Kleinkind- und Vorschulalter absolviert hat, gleichzeitig die Bedeutung gesunder Ernährung fachlich untermauert und dass Methoden zur Umsetzung mit Kindern und Eltern entwickelt werden.

Durch die im Zertifikat enthaltene Verpflichtung zur Kooperation mit einem Sportverein kann die Kita in das soziale Umfeld hineinwirken und sich für weitere Vernetzungen öffnen. In diesem Kontext haben wir Zugang zu öffentlichen Turnhallen, was ein reichhaltigeres Materialangebot bedeutet. Die Vertiefung des Bildungsthemas Bewegung führt zu einer stärkeren Berücksichtigung im Kita-Alltag, was sich auch im Raumund Materialangebot niederschlagen muss. Bewegung wird im pädagogischen Konzept verankert und manifestiert sich im Alltag. Durch die Kooperation mit dem Kreis- bzw. Landessportbund sind kontinuierliche Weiterbildungen gesichert - Reflexion und Evaluation inklusive. Dies gilt auch für die Zertifizierung als Familienzentrum in NRW, für die eine fachliche Begleitung und Supervision während der Implementierung angeboten wurde.

Für Zertifizierungen unternimmt ein Team gemeinsame Anstrengungen und bildet sich kollektiv weiter. Am Ende stand für uns ein deutlicher Gewinn für die pädagogische Arbeit, den alle Beteiligten mitgetragen haben. Das macht uns stolz und motiviert. Ideen und Materialien werden ausgetauscht, durch die Öffnung nach außen ergeben sich neue Impulse und Formen der Zusammenarbeit.

Diese vielfältigen Faktoren tragen maßgeblich zu einer Verbesserung des Arbeitsklimas bei, das heißt wir konzentrieren uns auf den Bildungsauftrag. Die Bildungsinhalte sind Bestandteil der pädagogischen Haltung und stärken die Erzieherinnen in ihrer Rolle als Entwicklungsbegleiterinnen. Durch das beständige, vernetzte pädagogische Angebot entsteht Nachhaltigkeit. Unsere Einrichtung ist außerdem „Haus der kleinen Forscher“. Damit zeigen wir, dass Mathematik, Naturwissenschaften und Technik feste Bestandteile unserer Bildungsarbeit sind. Ausgehend von den Grundprinzipien Ko-Konstruktion (Lernen im sozialen Bezug) und Metakognition (das Lernen lernen) ermöglichen die Bildungsbegleiterinnen vielfältiges Forschen und Entdecken.

Mitarbeiterinnen wachsen mit der gemeinsamen Herausforderung und erleben Wertschätzung ihrer pädagogischen Grundhaltung, was sie an die Kita und den Träger bindet.

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