Gleichgeschlechtliche Ehe

Gleichgeschlechtliche Ehe meint die Eheschließung zwischen Personen gleichen Geschlechts. Diese Form der Ehe wurde in Deutschland am 01.10.2017 gesetzlich verabschiedet und ist weltweit bereits in 24 Ländern möglich, unter anderem in den USA, Frankreich und Großbritannien. Die Niederlande sind Vorreiter der gleichgeschlechtlichen Ehe – bereits im April 2001 wurde sie dort eingeführt.

Die Durchsetzung der „Ehe für alle“ hat die eingetragene Lebenspartnerschaft abgeschafft und ermöglicht, dass auch homosexuelle Paare Kinder adoptieren können. Eine eingetragene Lebenspartnerschaft neu abzuschließen ist nun nicht mehr möglich – eine bereits bestehende kann jedoch auch weitergeführt werden, wenn die Partner sie nicht in eine Ehe umwandeln möchten.

Der Gesetzesentwurf dazu kam aus dem Bundesrat, welcher das damalige Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe als konkrete Diskriminierung gegenüber Menschen aufgrund ihrer sexuellen Identität bezeichnet hat. Daraufhin wurde der Gesetzestext in § 1353 BGB entsprechend angepasst, und das Gesetz wurde mit großer Mehrheit im Bundestag verabschiedet.

Gleichgeschlechtliche Ehe im Christentum

Eine Eheschließung ist für gleichgeschlechtliche Ehepaare in einigen evangelischen Kirchen möglich, während die katholische Kirche dies ablehnt. In den evangelischen Kirchen liegt die Trauung im Ermessen des Pfarrers – das heißt, er entscheidet nach einem Traugespräch mit den Partnern, ob die Ehe in seiner Kirche geschlossen werden soll oder nicht. Verbreiteter als eine Trauung gleichgeschlechtlicher Paare ist eine öffentliche Segnung, die nicht zwingend ein sakramentaler Akt ist. Die „Homo-Ehe“ ist noch immer ein tabuisiertes Thema und wird von vielen kirchlichen Stimmen kritisiert. Hier sind Spaltungen innerhalb der verschiedenen christlichen Konfessionen entstanden, da sich die theologischen Ansichten zu dieser Thematik stark voneinander unterscheiden. Die Frage, ob Homosexuelle das gleiche Recht auf eine vor Gott verantwortete Partnerschaft wie Heterosexuelle haben, zieht sich durch die Diskussionen.

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