Basisgemeinde

Basisgemeinde (kirchliche Basisgemeinde) ist insofern für die kath. Theologie von Bedeutung, als in ihr authentische 3Communio-Ekklesiologie realisiert, die reale Gegenwart Jesu auch in der kleinsten u. ärmsten Gemeinde wahrgenommen (II. Vaticanum LG 26) u. die Praxis der Herrschaft Gottes in der effektiven Solidarität mit Armen u. Leidenden zum greifbaren Glaubenszeugnis wird. Die B. ist der Prototyp für innovative Sozialformen des Christentums (vgl. auch Hauskirche). Zuerst in Lateinamerika entstanden, durch die Befreiungstheologie reflektiert, erfuhren die Basisgemeinden durch die Versammlungen aller lateinamerikanischen Bischöfe in Medellín 1968 u. in Puebla 1979 kirchliche Anerkennung. Später entstanden Basisgemeinden auch in Afrika, Asien u. Europa. Kennzeichen der Basisgemeinden u. zugleich konstitutive Elemente ihrer Theologie sind die Anerkennung der kontextuellen Gegebenheiten als Basis der Religiosität, des Engagements u. der Theologie (Kontextuelle Theologie), die (oft durch den Priestermangel erzwungene) eigenständige Spiritualität im Hinblick auf Bibellesung, Liturgie u. Gebete, eigene amtliche Dienste bei Aufrechterhaltung der Zugehörigkeit zur Gesamtkirche durch die Verbundenheit mit dem Bischof, Mitbestimmung u. -verantwortung aller, Gemeinschaftsbewußtsein, genossenschaftliche praktische Arbeit. Eine B. setzt territoriale Nachbarschaft voraus.