Gottes Menschenliebe

Ein Mönch, sehr fromm und gottliebend, hatte einen Anachoreten (Einsiedler) zu seinem Freund. Es starb der Anachoret, und der Bruder ging in dessen Zelle, fand fünfzig Münzen, und begann sich zu wundern und zu weinen, weil er fürchtete, der Einsiedler habe wegen des Geldes bei Gott Anstoß erregt. Und wie er zu Gott inständig für diesen betete, sah er einen Engel des Herrn, der zu ihm sprach: Was bist du so mutlos wegen des Einsiedlers? Das, was du suchst, überlasse der Menschenliebe Gottes. Wenn alle vollkommen wären, wo könnte sich dann die Menschenliebe Gottes zeigen? Und so wurde der Bruder überzeugt, dass der Anachoret der Verzeihung gewürdigt wurde. Er wurde guten Mutes und pries Gott aus ganzem Herzen. N 74

© Johanna Mühlbauer - fotolia.com

Diesen Artikel jetzt lesen!

Im Abo

2 Hefte + 2 Hefte digital 0,00 €
danach 54,60 € für 12 Ausgaben pro Jahr + Digitalzugang
inkl. MwSt., zzgl. 9,00 € Versand (D)

Sie haben ein Digital- oder Kombi-Abonnement? Anmelden