Aus neu mach alt

Der Wochenrückblick.

Japanische Ingeneure arbeiten an einem Satelliten aus Holz, der noch in diesem Jahr in die Erdumlaufbahn geschickt werden soll. Die Techniker forschen schon seit 2022 an dem für die Raumfahrt ungewöhnlichen Baumaterial und konnten inzwischen in mehreren Tests nachweisen, dass das Holz auch in den extremen Bedingungen des Weltraums stabil bleibt. Modernste Technik aus der ältesten, nachwachsenden Ressource der Welt – ein schönes Bild. Und eine Erinnerung, dass es manchmal sehr alte Lösungen für sehr aktuelle Probleme gibt. Ein Rückblick über die Nachrichten der Woche.

1 | Frankreich. Innerhalb von fünf Jahren wurde die 2019 bei einem Großbrand zerstörte Pariser Kathedrale Notre-Dame wieder weitgehend aufgebaut – mit moderner Bautechnik, aber ganz aus klassischen Materialen. Die Wiedereröffnung soll noch dieses Jahr gefeiert werden. Jetzt kam es zu einem Streit zwischen dem Pariser Erzbischof Laurent Ulrich und Präsident Emmanuel Macron. Weil der Staat offizieller Eigentümer der Kathedrale ist, will der Staatspräsident dem Klerus symbolisch die Schlüssel zu Notre-Dame übergeben. Erzbischof Ulrich lehnte eine solche Geste ab.

2 | Vatikan. Die Schlüssel zum Himmelreich werden nach katholischer Tradition bekanntlich vom heiligen Petrus verwahrt. Doch was ist aus der Kleidung des Apostels geworden? Lange wurde überliefert, dass eine in den Vatikanischen Museen ausgestellte Tunika einst von Petrus getragen worden war. Eine neue Untersuchung zeigt jetzt: Das Gewand ist mehrere hundert Jahre zu jung.

3 | Slowakei. Ein Kunstschatz der Kirche stellt sich als falsch heraus – ein anderer taucht wieder auf: Bei Renovierungsarbeiten an der Fassade der Nikolausbasilika in Trnava ist im Mauerwerk ein versteckter spätgotischer Messkelch wiederentdeckt worden. Offenbar war der Kelch vor 70 Jahren vor kommunistischen Kirchenstürmern versteckt worden und später in der Mauervertiefung in Vergessenheit geraten.

4 | USA. Für Fans auch so etwas wie ein gehobener Schatz: Die private Bibel von Musik-Legende Elvis Presley wurde vom kalifornischen Auktionshaus GWS Auctions zur Versteigerung angeboten. Das höchste Gebot belief sich auf 120000 US-Dollar. Der King of Rock ’n’ Roll hatte regelmäßig in der Bibel gelesen und einzelne Passagen markiert, darunter solche, die vor dem Horten von materiellen Reichtümern warnen.

5 | Deutschland. Musik begeistert auch heute noch – und verbindet über (Sprach-)Grenzen hinweg. Das arabischsprachige Gesangslernprojekt der Barenboim-Said-Akademie in Berlin wurde mit dem diesjährigen Bundesbildungspreis „Kulturlichter“ ausgezeichnet. Das Preisgeld beträgt 50000 Euro.

6 | Indien. Erste vorsichtige Töne Richtung Frieden und Versöhnung sind aus dem indischen Bundesstaat Manipur zu vernehmen. Zum ersten Mal, seit die Gewalt zwischen hinduistischen und christlichen Gruppen hier im letzten Jahr eskaliert ist, haben sich Führer beider Fraktionen zu Friedensgesprächen getroffen. Seit Beginn der Ausschreitungen im Mai 2023 waren mehr als 200 Menschen getötet und noch mehr Kirchen und Kapellen zerstört worden.

7 | Norwegen. Wird die alte Idee der Zweistaatenlösung den aktuellen Krieg im Nahen Osten beenden? Norwegen glaubt das, und erkennt Palästina seit dieser Woche als eigenständigen Staat an. Irland und Spanien folgen dem Beispiel. Langfristig soll die Anerkennung – so die Hoffnung – zu einem friedlichen Nebeneinander von Israel und Palästina führen. In der aktuellen Lage, während noch immer israelische Geiseln in den Tunneln unter Gaza gefangen gehalten werden, sehen viele die Entscheidung aber als fatales politisches Signal. „Die Hamas dankt Ihnen für Ihren Einsatz“, kommentierte der israelische Außenminister Israel Katz sarkastisch.

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