Ihre PostLeserbriefe

Am Kreuz

Zum Artikel „Ikone der göttlichen Vielfalt“ (CIG Nr. 29, S. 5)

Auch in Obergammenried hängt ein Bild der Heiligen Kümmernis. Das hat mich so berührt, dass daraus vor vielen Jahren ein kleiner Text entstanden ist:

Zwang entstellt,
Hässlichkeit breitet sich aus,
geknebelter Widerstand
endet am Kreuz.

Problemlösung
ist nicht in Sicht.

Nur in geachteter Freiheit,
in kluger Würde,
in verantwortungsvoller Liebe
kann Leben wachsen.

Anette Feigs, Krefeld

Erschreckt

Zur Auswertung unserer Umfrage zum Krieg in der Ukraine (CIG Nr. 28, S. 2)

Ich war überrascht und erschreckt, dass 49 Prozent angegeben haben, dass Waffenlieferungen ein Liebesdienst sein können. In etwa zeitgleich kam die Meldung von der Lieferung der Streumunition seitens der USA. Man stelle sich einfach Jesus vor, wie er in einem Leopard-Panzer sitzt… Die Waffen Christi, von denen Paulus spricht, sind völlig andere!

Klaus Friedrich, Friedrichshafen

Im Beten für den Frieden liegt sicherlich eine große Kraft. Es ist aber nicht die einzige Alternative. Die Befragten, die sich gegen Waffenlieferungen ausgesprochen haben, sind doch nicht einfach die „Beter“, sondern Menschen, die aus tiefer Überzeugung wissen, dass Gewalt nicht durch Gegengewalt gelöst werden kann, sondern dass es großer Handlungsbereitschaft und Klugheit bedarf, ohne Waffen für den Frieden zu kämpfen. Ist uns Jesus in diesem Punkt nicht schon vorausgegangen?

Ursula Richter, Wiesloch

„Wenn Beten helfen würde, hätte sich die Welt schon geändert“, schreibt ein Umfrageteilnehmer. Genau das durften wir erleben! In den Jahren des Kalten Krieges gab es „Friedensgebetsketten“, zusammen mit unserer Freundschaftsgemeinde in Dresden, die den ganzen November Tag und Nacht für den Frieden betete. Wir in Salzgitter waren dabei, „synchron“ eine ganze Woche. Tag und Nacht! Ich habe mich immer beteiligt. Was stand am Ende? Die „Revolution der Kerzen“ 1989. Das war eine Art „Zeitenwende“; nicht das, was jetzt geschieht.

Erika-Johanna Zimmermann, Salzgitter

Verschwistert?

Zum Zeitgang „Gescheitert? Nicht ganz!“ (CIG Nr. 29, S. 3)

Ich danke für den sachlichen Artikel zur Ablehnung der Gesetzesvorschläge zum assistierten Suizid. Mir ist in diesem Kontext wichtig, dass in der jetzigen Phase der Debatte die politische Diskussion unbedingt in einen breiten gesellschaftlichen Diskurs überführt werden muss, der die spürbare öffentliche Gleichgültigkeit überwindet und die deprimierende Tendenz zur Sprache bringt, den assistierten Suizid als selbstverständliche Form der Lebensbeendigung zu verstehen. Das Anliegen einer humanen Gesellschaft sollte darin bestehen, eine Kultur der Lebensbejahung und der Fürsorge zu ermöglichen.

Bischof em. Heinz Josef Algermissen, Fulda

Im Bundestag bezieht sich die Rednerin einer Partei, die viele aus guten Gründen ablehnen, auf die offizielle Position der katholischen Kirche zum Suizid. Um sich nicht mit rechtsradikalen Positionierungen zu „verschwistern“, sei es nun, so liest man, Aufgabe von Lehramt und Theologie, einen seriösen Lebensschutz mit Gehalt zu füllen und sich von der Partei der Rednerin (AfD) abzugrenzen. Man reibt sich die Augen: Eine Kathechismusstelle wird unter der Hand zum rechtsradikalen Gedankengut!

Dr. Theodor Klotz, Dachau

Beatrix von Storch zitiert den Katechismus in ihrer Rede im Bundestag sinngemäß so: „Anfang und Ende des Lebens liegen allein in Gottes Hand.“ Dagegen kann ich Gott den Spruch in den Mund legen: „Ich habe das Leben eines Menschen nehmen wollen und ihr habt es mir mit Medikamenten und Apparaten verweigert.“ Wenn Gott der Herr des Lebens ist, ist dann seine Herrschaft abhängig von den medizinischen Fähigkeiten, die wir Menschen entwickelt haben und noch entwickeln werden? Hier zu argumentieren, dass Gott auch den medizinischen Fortschritt lenkt, ist mir zu kurz gesprungen.

Hans-Jürgen Oeynhausen, Dormagen


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