Schweres Erbe

Der Wochenrückblick.

Was das geistige Erbe von Benedikt XVI./Joseph Ratzinger ist, wird wohl erst die Geschichte zeigen. Sein weltliches Erbe war diese Woche Thema in den Schlagzeilen, als die Cousine des emeritierten Papstes öffentlich darauf verzichtete, es anzutreten. Womöglich hängt die Entscheidung mit einer offenen Schadensersatzklage eines Missbrauchsopfers zusammen, die Teil des Erbes gewesen wäre. In dieser juristischen Festlegung steckt eine wichtige Lektion – das Leichte und das Schwere, das Helle und das Dunkle hängen zusammen. Wie geht die Kirche mit den Missbrauchsskandalen um? Tritt sie das schwere Erbe an oder weist sie die Verantwortung von sich?

1 | Nordfriesland. Wenn man nur lang genug gräbt, kommt alles ans Licht: Nachdem ein Forscherteam vor wenigen Wochen die Überreste einer Kirche im Wattenmeer entdeckt hat, bringen die Ausgrabungen immer neue Erkenntnisse zutage. Inzwischen gilt als gesichert, dass die Kirche ein Zentrum des vor mehr als 660 Jahren untergegangenen Handelsplatzes Rungholt war. Der Markt war 1362 bei einer Sturmflut überflutet worden und wurde später zum Stoff von Sagen und Legenden.

2 | San Francisco. Statt von einer Sturmflut könnten wir heute von den Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz überrollt werden. Davor warnt ein offener Brief, den inzwischen Hunderte KI-Experten unterzeichnet haben. Das „Risiko der Auslöschung durch KI“ solle auf einer Stufe mit Pandemien und Nuklearkriegen behandelt werden.

3 | Vatikan. Ob man mit künstlicher Intelligenz verhandeln kann, bleibt abzuwarten. Im Konflikt zwischen Menschen bleibt Diplomatie in jedem Fall unerlässlich. Wie jetzt bekannt gegeben wurde, hat Papst Franzsikus geholfen, den Austausch von Kriegsgefangenen zwischen der Ukraine und Russland zu organisieren.

4 | Najiaying. Im Konflikt zwischen der chinesischen Regierung und dem muslimischen Volk der Hui konnte keine Einigung erzielt werden. Die kommunistische Parteiführung verlangt, dass die Kuppel der Moschee in Najiaying samt Minaretten abgerissen wird, um das Stadtbild zu vereinheitlichen. Bei Protesten kam es jetzt zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Hui-Demonstranten und der Polizei.

5 | Magdeburg. Wie friedliches Zusammenleben der Kulturen funktionieren kann, zeigt das Projekt „Kirche für Demokratie“ der Katholischen Erwachsenenbildung Sachsen-Anhalt. Eigens ausgebildete Demokratieberater leben vor, wie man Konflikte löst und Stammtischparolen widerlegt. Dafür wird das Projekt jetzt mit dem Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus ausgezeichnet. Der Preis wird von der Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken verliehen.

6 | Jerusalem. So harmonisch kann Völkerverständigung klingen: Bei einem „Abend für Frieden und Brüderlichkeit“ spielte der palästinensische Pianist Mohammed al-Scheich auf dem Ölberg ein Friedenslied. Der junge Musiker wurde von einer jüdischen Lehrerin an einem christlichen Institut ausgebildet. Nach dem Stück wurden „Friedensgrüße aus Jerusalem“ gewünscht – in verschiedenen Sprachen, von Arabisch, Hebräisch bis Italienisch und Russisch.

7 | Berlin. Auch mit dem Altern sollte man seinen Frieden machen, rät die Psychologin Verena Klusmann. Wer den neuen Lebensabschnitt annimmt, könne eine spannende Zeit erleben, sagte sie im Tagesspiegel. Mit 65 Jahren verändere sich die Persönlichkeit noch einmal fast so stark wie in jungen Jahren.

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