Die Europäische Union strebt die zunehmende Vergemeinschaftung ihrer Außen- und Sicherheitspolitik an. Die 2016 veröffentlichte Globale Strategie bildet dazu den aktuellen normativen Referenzrahmen. Es handelt sich um ein primär politisches Papier mit den zentralen Leitmotiven Sicherheit und Resilienz. Der enthaltene Rekurs auf Werte und Prinzipien eröffnet ethischen Reflexionsbedarf: Welche Absichten verfolgt die neue europäische Außen- und Sicherheitspolitik? Wie verändert sich bisheriges Sicherheitsdenken durch neue Resilienzkonzepte? Geht es eher um Anpassungsfähigkeit im Krisenfall oder um das Ziel des gerechten Friedens? Was heißt das für den afrikanischen Kontinent? Geht es nur darum, die Zuwanderung nach Europa zu begrenzen oder auch darum, die innerafrikanische Migration zu steuern? Der Beitrag macht deutlich, dass es zur Konkretion der sehr allgemein gehaltenen Globalen Strategie notwendig ist, vertiefte sozialethische Überlegungen an sie heranzutragen.
Amosinternational, Heft 2/2017, 30