Identitätsentwicklung von Anfang an

Kleinstkinder in Kita und Tagespflege, Editorial
© Harald Neumann, Freiburg

Was unterscheidet mich von anderen? Welche Gemeinsamkeiten haben wir? Die Entwicklung des Selbstbildes, also das Wissen, Denken und Fühlen über die eigene Person, ist ein lebenslanger Prozess. Identitätsentwicklung ist untrennbar mit dem Erlernen sozialer Kompetenzen verbunden und es ist faszinierend, wie früh erste Verhaltensmuster in diesem Zusammenhang erkennbar sind.

So versuchen Kinder bereits ab der zweiten Hälfte des ersten Lebensjahres miteinander zu kommunizieren, indem sie sich anlächeln, Laute austauschen und sich gegenseitig berühren. Im zweiten Lebensjahr intensiviert sich dieses soziale Verhalten gegenüber Gleichaltrigen, dabei nutzen Kleinkinder verstärkt mimische und gestische Ausdrucksmittel. Häufig beobachten und imitieren sie sich im Spiel gegenseitig. Das Verhalten anderer wird sozusagen selbst ausprobiert und oft sogar weiterentwickelt. Dafür erntet das Kind Zustimmung oder Ablehnung seiner Peers und erfährt auf diese Weise viel über sich selbst.

Lesen Sie im Fachthema dieser Ausgabe, inwiefern Imitationslernen das Bestreben der Jüngsten nach Kompetenz und Unabhängigkeit, aber auch den Wunsch nach sozialer Zugehörigkeit unterstützt.

Herzliche Grüße
Ulrike Fetzer

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