Eine pädagogische Konzeption erarbeitenProfil zeigen

In den Kindertagespflegeverordnungen der Bundesländer ist eine pädagogische Konzeption für die Großtagespflege vorgeschrieben. Tagesmüttern und Tagesvätern, die allein arbeiten, dient sie als Profil und den Eltern als Orientierung.

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© Ulrike Leone - Pixabay

Die Konzeption weist Ihre Werte und Orientierungen, Vorlieben und Stärken aus und verknüpft sie mit den Anforderungen des Förderauftrags. Sie ist Ausdruck Ihrer Arbeit und so auch für Tagespflege-Vermittlungsstellen relevant. Bei der Überprüfung für die erforderliche Erlaubnis können sie darauf zurückgreifen. Dabei ist die schriftliche Konzeption nicht etwa „in Stein gemeißelt“. Wenn Sie sich durch Erfahrungen und Fortbildungen weiterentwickeln, werden sich entsprechend auch Schwerpunkte Ihrer Arbeit ändern.

Der Aufbau

In Ihrer Konzeption können Sie zu Ihrer Person die Informationen angeben, die Ihnen wichtig sind und die Sie gern zeigen möchten. Darüber hinaus gibt es aber allgemeingültige Aspekte, die in keiner Konzeption fehlen sollten. Im Folgenden haben wir diese für Sie zusammengefasst. Achten Sie auf einen klaren und logischen Aufbau.

Titel, Inhaltsverzeichnis, Vorwort

Die Titelseite kann Ihre Kontaktdaten mit Informationen zu Ihrer Qualifizierung zeigen, außerdem die Öffnungszeiten Ihrer Tagespflegestelle und die Wegbeschreibung. Ansprechend wird sie durch Fotos. Es schließt sich ein Inhaltsverzeichnis an, in dem Sie die Themen der Konzeption auflisten. Im Vorwort beschreiben Sie, was das Besondere an Ihnen und Ihrer Tagespflegestelle ist. Sie können aufschreiben, warum Sie als Tagespflegeperson tätig sind, wen Sie ansprechen möchten und was Ihre Arbeit leitet.

Die Rahmenbedingungen

Hier beschreiben Sie die Organisation und die Lage der Tagespflegestelle möglichst genau:

  • Wie viele Kinder in welchem Alter werden betreut?
  • Wie viele Räume werden für die Betreuung der Kinder genutzt?
  • Wo können die Kinder schlafen?
  • Gehört ein Garten oder ein Hof zur Tagespflegestelle?
  • Wie sind die Öffnungs- und Ferienzeiten?
  • Gibt es eine Vertretungsregelung, wenn Sie krank sein sollten?
  • Welche Mahlzeiten bieten Sie an? Kochen Sie jeden Tag frisch? Verarbeiten Sie nur Bioprodukte? Gehen Sie auf Lebensmittelunverträglichkeiten ein?
  • Welche Ausstattung und welche Materialien bieten Sie den Kindern an?
  • Welche Angaben zum Stadtteil oder Viertel, in dem Ihre Tagespflegestelle liegt, möchten Sie machen?
  • Gibt es Besonderheiten in der Umgebung, zum Beispiel einen Wald, ein Schwimmbad, einen Spielplatz?

Ihre pädagogische Arbeit

Anhaltspunkte für Ihre pädagogischen Ziele, die Sie an dieser Stelle beschreiben, sind

  • die Bedürfnisse der zu betreuenden Kinder,
  • das Bild vom Kind als Akteur seiner Entwicklung,
  • die Leitlinien des Erziehungs- und Bildungsplans Ihres Bundeslandes,
  • die örtlichen (kommunalen) Fachstandards.

Der gesetzliche Förderauftrag beschreibt bereits einige Ziele der pädagogischen Arbeit (vgl. § 22 SGB VIII). Darüber hinaus können Sie weitere Ziele frei bestimmen und in Ihrer Konzeption festhalten. Hier einige Anregungen:

  • Erziehungsstil und Methoden
    Kinder haben Rechte! – Wie werden diese in der Tagespflegestelle umgesetzt? Welche Regeln gelten? An welchem pädagogischen Konzept orientieren Sie sich? Welche Bedeutung hat bei Ihnen das Freispiel? Können sich die Kinder beschweren?
  • Kindergruppe
    Wie fördern Sie den Umgang der Kinder miteinander? Wie gehen Sie mit Konflikten der Kinder um?
  • Entwicklung der Kinder
    Wie beachten Sie die individuellen Entwicklungsbedingungen und -möglichkeiten der Kinder? Wenden Sie Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren an?
  • Werte
    Welche Werte wollen Sie vermitteln und wie tun Sie das (Materialien und Methoden)? Folgen Sie einer bestimmten Glaubensrichtung?
  • Pädagogische Angebote
    Welche pädagogischen und kreativen Angebote machen Sie? Greifen Sie Ideen/Interessen der Kinder in Projekten auf?

Pädagogische Schlüsselsituationen

Neben den genannten Aspekten können Sie außerdem pädagogische Schlüsselsituationen näher beschreiben. Dies sind für das Leben der Kinder bedeutsame Situationen, in denen sie prägende Erfahrungen machen. Dazu gehören auch die Eingewöhnung in die Tagespflegestelle sowie der Abschied und der Übergang in den Kindergarten. Informieren Sie die Eltern darüber, wie die Eingewöhnung gestaltet ist und welchen Beitrag sie für deren Gelingen leisten können.

Der exemplarische Tagesablauf

In Konzeptionen wird häufig ein exemplarischer Tagesablauf beschrieben, damit die Eltern Einblick in die Arbeitsweise und den Alltag der Tagespflegestelle erhalten. Es geht um die Bring- und Abholzeiten und ihre Gestaltung, die Essenszeiten und die Gestaltung der Mahlzeiten, um Zeiträume für gemeinsames Spiel, für Aktivitäten drinnen und draußen sowie die Ruhezeit und ihre Gestaltung. Informationen über die Integration der Pflege in die Tagesstruktur gehören ebenso dazu wie wiederkehrende Elemente im Tagesablauf. Weisen Sie darauf hin, dass der exemplarisch dargestellte Tagesablauf Raum und Zeit für die individuellen Besonderheiten des Kindes lässt, auf die Sie eingehen.

Zusammenarbeit mit Eltern

Die Eltern und Sie sind gemeinsam für das Wohl der Kinder verantwortlich – beide Lebenswelten prägen die kindliche Entwicklung. Erklären Sie, dass Ihnen die Zusammenarbeit und der offene Austausch über Erziehungsziele und -praktiken wichtig ist, um den Förderauftrag erfüllen zu können. Beantworten Sie die folgenden Fragen: Was sind meine Vorstellungen von der Zusammenarbeit mit den Eltern? Welche Formen der Zusammenarbeit praktiziere ich, welche Beteiligung wünsche ich mir von den Eltern? Wie werden Informationen ausgetauscht? Es kann außerdem sinnvoll sein, den Betreuungsvertrag der Konzeption als Anhang beizufügen. Einen Mustervertrag stellt Ihnen Ihre Fachstelle zur Verfügung.  

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