Gärtnern mit KleinstkindernAus der Erde auf den Tisch

Säen oder pflanzen, pflegen, ernten und essen – ein Beet zu bewirtschaften, birgt jede Menge Bildungspotenzial.

Aus der Erde auf den Tisch
© pexels

Damit die gemeinsame Gartenarbeit gelingt und Freude macht, sollten Fachkräfte vorab überlegen, welches Gemüse oder Obst sich für den Anbau mit U3-Kindern eignet. Einfach zu ziehen und geschmacklich bei Kindern oft beliebt sind bspw. Gurken und Erdbeeren. Zucchini- oder Kürbispflanzen wiederum sehen beeindruckend aus und wachsen sehr schnell. Entscheiden müssen die Pädagoginnen auch, ob die Pflanzen aus Samen selbst gezogen oder gekaufte Setzlinge gepflanzt werden sollen.

Vom Samen zur Pflanze

Für was Sie sich auch entscheiden, geben Sie den Kindern zunächst die Möglichkeit, die Samen kennenzulernen, aus denen die Pflanzen entstehen. Schneiden Sie dazu die Früchte auf: Die großen und festen Kerne bzw. Samen des Kürbisses sind leicht zu entdecken. Bei Gurke und Zucchini wird es schon schwieriger: Ihre kleinen Samen sind weich und von einer glibberigen Schicht umgeben. Aber auch aus ihnen können sich später, wenn die Frucht nicht mehr genießbar ist, dafür aber ihre Samen reif sind, neue Pflanzen entwickeln. Doch wo ist das „Saatgut“ der Erdbeere? Zeigen Sie den Kindern die kleinen gelben Punkte auf der Außenhaut, denn hier trägt diese Frucht ihre harten Samen.

Die Anzucht

BENÖTIGTE MATERIALIEN:

  • Anzuchtschale mit mehreren Fächern
  • Anzuchterde
  • gekaufte Samen der Gemüse- und Obstsorten
  • kleine Gießkannen
  • kleine Blumentöpfe

 

SO WIRD’S GEMACHT:
Zeigen Sie noch einmal am Objekt, welche Samen zu welcher Frucht gehören, und lassen Sie die Kinder selbst auswählen, welche sie pflanzen wollen. Vergleichen Sie gemeinsam die gekauften Samen mit den Kernen, die Sie in den Früchten gefunden hatten. Für das Vorziehen der Pflanzen im Zimmer (am besten nicht vor März) bietet sich eine Anzuchtschale mit mehreren Töpfchen und einem Deckel an. Die Kinder befüllen diese mit Erde. Die Schale sollte so viele Töpfchen umfassen, dass jedes Kind Samen in ein eigenes Saatgefäß stecken kann.
Beschriften Sie nach dem Säen die Fächer, damit Sie wissen, wem welcher Bereich zuzuordnen ist und was dort wachsen wird. Besprechen Sie außerdem mit den Kindern, was ihre Samen zum Keimen brauchen: Wasser, Licht und Wärme. Suchen Sie gemeinsam einen sonnigen Platz, den die Kinder gut erreichen können. Mit kleinen Gießkannen wässern sie die Samen und später die kleinen Pflänzchen je nach Trockenheit der Erde. Zur Pflege gehört es auch, dass die Mädchen und Jungen die Abdeckung der Anzuchtschale ab und zu abnehmen, um eine Belüftung zu gewährleisten und um Schimmelbildung zu verhindern. Sobald die Pflanzen erste Laubblätter entwickelt haben, sollten Sie sie in Einzeltöpfe umpflanzen.

Das Auspflanzen

Ist laut Langzeitwetterprognose kein Frost mehr zu erwarten und die Pflanzen haben mindestens zwei bis drei Blätter ausgebildet, gewöhnen Sie diese an die Freilandsituation, indem Sie sie an warmen Tagen für ein paar Stunden nach draußen stellen. Bereiten Sie außerdem mit den Kindern das Beet vor: Mit kleinen Schaufeln und Rechen lockern diese die Erde auf. Dabei finden sie sicher verschiedene Kleintiere wie z. B. Regenwürmer, Käfer und Ameisen. Achten Sie darauf, dass die Mädchen und Jungen rücksichtsvoll sind und die Regenwürmer vorsichtig umsiedeln. Erläutern Sie ihnen den Nutzen der Tiere für die Erde und Pflanzen.
Nun gräbt jedes Kind, ggf. mit Ihrer Unterstützung, zwei kleine Löcher, in die es seine Pflanzen setzt. Die Mädchen und Jungen drücken die Erde fest und gießen die Pflanzen an. Zum Anwachsen ist es notwendig, die Pflanzen zunächst jeden Tag zu wässern, später nur noch bei Trockenheit. Auch das Unkraut sollten Sie regelmäßig entfernen. Helfen Sie den Kindern, Unkraut von Gemüse- bzw. Obstpflanzen zu unterscheiden, indem Sie diese mit einem kleinen Stock und einem Schild markieren, am besten mit einem Bild der Frucht.

Wachstum und Ernte

Ehe die Kinder Früchte entdecken können, werden die Pflanzen blühen. Erklären Sie, dass aus den Blüten später die Früchte werden. Wenn diese endlich zu erkennen sind, gibt es weiterhin noch viele Veränderungen zu beobachten: Die Erdbeeren bspw. verändern ihre Farbe von Grün zu Rot, Gurken und Zucchini werden immer länger. Auf die reifen Kürbisse müssen die Kinder am längsten warten. So lernen sie, dass man verschiedene Früchte zu unterschiedlichen Zeiten erntet. Verfolgen Sie mit den Mädchen und Jungen aufmerksam den Wachstumsprozess und halten Sie ihn ggf. auf Fotos fest. Solch eine Bilderserie hilft den Kindern später dabei, sich an die verschiedenen Stadien zu erinnern.
Sobald die Früchte reif sind, beginnt die Ernte. Auch dabei lernen die Kinder einiges über die Unterschiede zwischen den Sorten und üben gleichzeitig, ihre Kraft gezielt einzusetzen: So werden sie bspw. feststellen, dass sie zum Ernten der Gurken mehr Kraft aufwenden müssen als beim Pflücken der Erdbeeren. Denn Gurken sind viel größer und schwerer als Erdbeeren und deshalb auch mit einem dickeren Strunk an der Pflanze befestigt. Um hingegen die süßen Erdbeeren beim Pflücken nicht zu zermatschen, müssen sie ihre Kraft gut dosieren. Lassen Sie die Kinder, wenn sie das möchten, die Früchte ruhig direkt am Beet probieren: Die Neugierde auf die selbst gezogenen Früchte macht auch das Gemüse interessant, auf das sie sonst am Tisch eher zurückhaltend reagieren.

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