Geschichten mit Instrumenten untermalenWie klingt der Specht?

Wenn Texte zu Liedern werden: Klanggeschichten eignen sich besonders gut, um Kleinkinder mit Trommel, Xylophon & Co. vertraut zu machen.

Wie klingt der Specht?
© Harald Neumann, Freiburg

Gemeinsames Singen mit Kleinkindern gehört zum Kita-Alltag. Doch auch das Spiel auf Instrumenten macht jungen Kindern schon Freude, vor allem in Verbindung mit kurzen Texten, die sie musikalisch untermalen können. Davon profitieren Jungen und Mädchen nicht nur in künstlerischer Hinsicht: Konzentration, Sprache und motorische Geschicklichkeit werden ebenso gefördert wie das Gemeinschaftsgefühl. Vor allem aber haben die Kinder Freude an der Musik!

Benötigte Materialien:

  • Bildkarten von Reh, Specht und Eichhörnchen (fotografiert oder gemalt)
  • drei einfache Instrumente (hier z. B. Guiro, Holzblocktrommel und Klangstäbe)
  • kurze Klanggeschichte (s. Kasten)

So wird’s gemacht:

Eine Klanggeschichte für Kinder unter drei sollte die Länge von etwa zwei Minuten nicht überschreiten und sich an den Interessen der jungen Zuhörer orientieren. Die Erfahrung zeigt, dass vor allem Tiergeschichten beliebt sind. Entsprechend heißt auch die Geschichte in unserem Beispiel „Zu Besuch bei den Tieren im Wald“. 

Klanggeschichte: Zu Besuch bei den Tieren im Wald

Wenn alle Kinder ihren Schneeanzug anhaben, geht es los: Wir machen einen Winterausflug in den Wald.
Gemeinsam stapfen wir durch den Schnee, bis wir den Wald erreichen. (Mit den Füßen stampfen.)
Im Wald entdecken wir einen Vorrat an Nüssen. Welches Tier die wohl gesammelt haben mag? Neugierig betrachten wir den Haufen aus Nüssen.
Linda (Name eines Kindes aus der Gruppe einsetzen) entdeckt ein kleines Eichhörnchen, das gerade den Baum hochklettert. Die Nüsse sind vom Eichhörnchen! (Guiro spielt.) Eine Weile schauen wir dem kleinen Eichhörnchen beim Klettern zu. (Guiro spielt weiter.)
Doch dann hören wir ein leises Klopfen, das immer lauter wird. Wir entdecken einen bunten Specht, der an einen hohlen Baumstamm klopft. (Holzblocktrommel spielt.)
Als nächstes entdecken wir eine Spur im Schnee: Welches Tier ist hier wohl durch den Schnee gelaufen? Wir folgen der Spur – und endlich: Da steht ein Reh, es frisst aus einer Futterkrippe. Leider läuft das Reh sofort weg, als es uns bemerkt. Schade! (Klangstäbe spielen.)
Dann ist es für uns Zeit, wieder zurück in die Kita zu gehen. (Mit den Füßen stampfen.) Was für ein schöner Ausflug in den Wald!

Tipp:

Um mehrere Sinne der Kinder anzusprechen, bieten sich zur Klanggeschichte passende Bodenbilder an, z. B. aus Tüchern und Naturmaterialien. Je nach Aufmerksamkeit der Kinder können Sie die Geschichte mehrmals nacheinander vorlesen und die Instrumente dabei austauschen. Im Falle, dass die Aufmerksamkeit der Kinder schnell nachlässt, empfiehlt es sich, die Durchführung des Angebots auf mehrere Tage zu verteilen. Fragen Sie die Kinder, welche der ihnen bekannten Geschichten sie gerne einmal musikalisch begleiten würden. Der Spaß an der Musik steht im Vordergrund: Nehmen Sie es gelassen, wenn es mal etwas chaotischer zugeht …

Zuerst wird die Geschichte im Sitzkreis eingeführt. Zu diesem Zweck liegen in der Mitte drei verdeckte Bildkarten, auf denen jeweils ein Reh, ein Eichhörnchen und ein Specht abgebildet sind, die Hauptfiguren Ihrer Klanggeschichte. Inszenieren Sie ein Bilderrätsel: „Kennt ihr Tiere, die im Wald leben?“ Sobald die Kinder eines der drei Tiere erraten, decken Sie die passende Bildkarte auf. Wurde eines der abgebildeten Tiere nicht genannt, wird die entsprechende Karte nach einer Weile dennoch aufgedeckt.

Ein Tier – ein Instrument

Nun lesen Sie die Klanggeschichte langsam und deutlich vor, das erste Mal noch ohne musikalische Begleitung: Die Kinder sollen sich ganz auf den Inhalt konzentrieren können. Sobald von Specht, Reh oder Eichhörnchen die Rede ist, halten Sie die passende Bildkarte in die Höhe. Im Anschluss sollte ausreichend Zeit sein, um gemeinsam über die Geschichte zu sprechen. Jetzt kommen die Instrumente ins Spiel: In unserem Fall sind dies Holzblocktrommel, Klangstäbe und Guiro. Möglich sind aber z. B. auch Rassel, Tambourin, Triangel oder Glockenspiel. Achten Sie darauf, dass die Instrumente schon für unter Dreijährige zu handhaben sind. Es ist außerdem ratsam, die Auswahl an Instrumenten von vorneherein einzuschränken, damit die Kinder von dem Angebot nicht überfordert sind.
Geben Sie den Jungen und Mädchen nun die Gelegenheit, die Instrumente kennenzulernen: „Wie klingen die Töne, die wir den Instrumenten entlocken? Laut oder leise? Hell oder dunkel?“ Nach einer Weile überlegt die Gruppe gemeinsam: „Welcher Ton passt zum Reh, zum Specht, zum Eichhörnchen am besten?“ Die drei ausgewählten Instrumente werden anschließend an die Kinder verteilt – idealerweise sind diese in mehrfacher Ausführung vorrätig, sodass zwei, drei Kinder dasselbe Instrument in den Händen halten können. Besonders für schüchterne Mädchen und Jungen ist es sicher beruhigend, wenn die musikalische Begleitung eines Tieres nicht allein in ihrer Hand liegt. Sind insgesamt nur wenige Instrumente vorhanden, bietet es sich an, die große Gruppe zu teilen und in Kleingruppen zu musizieren. So kann jedes Kind aktiv an der Klanggeschichte mitwirken.

Lasst uns musizieren!

Nun wird die Geschichte zur Klanggeschichte: Erklären Sie den Kindern in aller Ruhe den Ablauf. Dann lesen Sie die Geschichte erneut vor – und die jungen Orchestermitglieder, aufgeteilt in drei Gruppen, lassen ihre Instrumente erklingen, sobald das passende Tier genannt wird. Für Kinder diesen Alters ist es eine große Herausforderung, Trommel oder Triangel nur zu festgelegten Zeitpunkten zu spielen, die sie durch aufmerksames Zuhören auch noch selbst herausfinden müssen. Indem Sie an den jeweiligen Textstellen die passende Bildkarte hochhalten, erleichtern Sie es den jungen Musikern, ihren Einsatz nicht zu verpassen. Verdeutlichen Sie zusätzlich jene Stellen, die nicht begleitet werden sollen, durch beruhigende Gesten – wie ein Dirigent! Besonders hilfreich ist es, wenn auch Sie eines der drei Instrumente – oder gar alle drei – zur Hand haben und die Kinder sich an Ihrem Beispiel orientieren können.  

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