Interaktion

"Im allgemeinen Sinn meint die Interaktion eine wechselseitige Beeinflussung von Komponenten eines Systems. In der Sozialpsychologie versteht man unter Interaktion die durch (verbale und/oder nonverbale) Kommunikation vermittelte wechselseitige Beeinflussung von Individuen oder Gruppen im Hinblick auf ihr Verhalten und Handeln, ihre Einstellungen usw.

Interaktion und Beziehung sind nicht das Gleiche

Interaktionen und Beziehungen hängen eng miteinander zusammen, sind aber nicht das Gleiche. Während man Interaktionen unmittelbar sehen und/oder hören kann, sind Beziehungen nur indirekt über das Verhalten der Beteiligten oder ihre Äußerungen zu erkennen. Nach Clauß (1976) können Interaktionen als ein wechselseitiges Aufeinander-Wirken von Individuen bezeichnet werden; sie bezwecken eine Abstimmung des Verhaltens bzw. des konkreten Handelns der Beteiligten. Wenn also zwei Menschen in Interaktion treten, beziehen sie sich in ihren verbalen und nonverbalen Verhaltensäußerungen aufeinander. Indem sie miteinander interagieren, lernen sie sich und ihre Verhaltensweisen kennen. Sind ihre Interaktionen regelmäßig, intensiv und über einen längeren Zeitraum beständig, stellt sich zwischen beiden eine zunehmende Vertrautheit ein. Damit ist die Grundlage für eine Beziehung geschaffen, in der das Denken, Handeln und Fühlen der Partner mehr oder weniger stark aufeinander bezogen ist. Während also die Interaktion auf den Moment der wechselseitigen Bezugnahme beschränkt ist, ist eine Beziehung ausdauernder und stabiler. Auch lässt sich das Interaktionsverhalten leichter verändern oder gestalten, während eine Beziehung durch vergleichsweise stabile Erfahrungs- und Handlungsmuster geprägt ist."