Leserbriefe

„So wahr mir Gott helfe“

Dass Sie im Kommentar „Gottesbezug“ die neue Bundesregierung mit negativen Vorzeichen versehen, halte ich – nach nur ein paar Tagen im Amt! – nicht für angesagt. An ihren Früchten ... werdet ihr sie erkennen (vgl. Mt 7,16)!Wir brauchen doch dringend eine Regierung, die nach Jahren der Stagnation neue Maßstäbe setzt, etwa beim Klimaschutz/bei der Bewahrung der Schöpfung.

Auch sehe ich nicht, dass der Gottesbezug bei der Vereidigung den entscheidenden Unterschied macht. Bei leider ganz wenigen hat die Formel etwas mit ihrer inneren Einstellung zu tun.

Deshalb: Wir sollten den neuen Bundeskanzler und seine Regierung danach beurteilen, was sie zum Wohl der Menschen tun. Selbst wenn sie öffentlich keinen christlichen Hintergrund für sich in Anspruch nehmen: Woher wissen wir, dass sie sich nicht doch in ihrem Handeln auf Gott beziehen?

Karlheinz Uhlig, Krefeld

Auch nach den Erläuterungen von Peter Schallenberg ist mir nicht plausibel, warum eine nicht konfessionell oder überhaupt gläubige Person bei ihrer Vereidigung die Formel „So wahr mir Gott helfe“ sprechen sollte.

Wenn es um einen philosophischen Gottesbezug geht, so müsste dieser in einem freien, demokratischen Staat anders und für alle verständlicher formuliert sein, etwa: „Ich tue, nach bestem Wissen und Gewissen, alles mir Mögliche für das Wohlergehen unserer Gesellschaft.“

Robert Ebbing, Ramsdorf

In dem Kommentar wird zu Recht bedauert, dass sieben der 16 neuen Regierungsmitglieder bei ihrer Vereidigung auf den Gottesbezug verzichtet haben. Ich bezweifle, dass das Motto „Mehr Fortschritt wagen“ am Ende gut ausgeht, wenn es so interpretiert wird. Was folgt daraus, etwa für den Lebensschutz?

Simon Kirschner, Gaimersheim

Symbol Christrose

Danke, Judith Rosen, für den Essay über die Christrose (vgl. „Geheimnisvolle Schönheit“). Ich kenne noch weitere geistliche Deutungen zu der Pflanze, die ich ergänzen möchte: Die Blume hat fünf Blütenblätter – eine Zahl, die in der Bibel häufig auftaucht, etwa bei den fünf Wunden Jesu. Es ist generell die Zahl des Lebens, das mit Gott verbunden ist. Irdisches (= vier: Himmelsrichtungen, Jahreszeiten, Elemente usw.) wird auf Gott (= den Einen) hin transzendiert.

Und ein Weiteres: Ja, rund um Weihnachten blüht die Christrose weiß. Die Farbe steht für Herzensreinheit, sie begegnet uns auch im Tauf- oder Hochzeitskleid. An Ostern wechselt die Christrose dann ins Rot-Gelbe. Und Rot ist bekanntlich die Farbe von Pfingsten, die Farbe für das Martyrium, für die Liebe.

Claudia Sailer, Haigerloch

Dunkle Weihnachten?

Zum Kommentar „Gottesfinsternis“ und der anschließenden Leserbriefdiskussion möchte ich ergänzen: Bei aller Zustimmung zur Kritik am vermeintlich sinnentleerten Gottesdienstbetrieb zu Weihnachten darf nicht vergessen werden, dass die reale Gottesfinsternis kein wirklicher Wunsch eines Christenmenschen sein kann. Der Fall ins Bodenlose, in die absolute Dunkelheit, in das grausame Nichts ist niemandem zu wünschen. Selbst wenn ein Mensch dazu bereit wäre – theoretisch lässt sich das Gedankenspiel womöglich machen –, könnte man gespannt sein, wie lange er den Zustand ohne Klage aushält und wie lange es dauert, bis er sich doch wieder ein Wort, einen Lichtblick oder einen Ritus wünscht, der trägt, tröstet und ermutigt.

Ist Weihnachten nicht gerade das Fest, an dem wir feiern, dass Gott sichtbar, berührbar in diese Welt kommt? Wir sind nicht die Ersten, die schwere Zeiten durchmachen müssen, gerade die Heimatvertriebenen haben in Liturgie und Brauchtum Halt und Trost gefunden. Wer weiß denn, wie viel Glaubenstreue, welche Ausdauer und Gottverbundenheit darin gelebt und gelitten wurde?

Und schließlich denke ich auch an unsere jüdischen Glaubensgeschwister: Sie pflegen und leben ihre Riten wie vor Jahr und Tag, egal wie sich die Welt verändert.

Michael Süßmilch, Wermsdorf

Bischof und Ehemann

Zu den Leserbriefen über verheiratete Bischöfe: Vor Jahren las ich im ersten Timotheus-Brief (3,2), dass ein Bischof „Mann einer einzigen Frau“, also nur ein Mal verheiratet sein soll. Sehr erstaunt fragte ich bei dem großen Heinrich Fries (1911–1998) nach, der mit einem lapidaren: „Na und!“ antwortete. Den Pflichtzölibat gab es im ersten christlichen Jahrtausend so nicht!

Anette Feigs, Krefeld

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