Eine LerngeschichteFliesensteine erforschen

Malte und Benno erkunden mit viel Ausdauer ein Spielmaterial und imitieren dabei wechselseitig ihre Handlungen. Diesen besonderen Moment hat ihre Fachkraft Siegunde Dreyer für eine bestärkende Lerngeschichte genutzt.

Fliesensteine erforschen
© Siegunde Dreyer

Lieber Benno, lieber Malte,

heute habt ihr mich in der Werkstatt besucht. Eigentlich wolltest du, Benno, in der Halle mit der Eisenbahn spielen. Leider war die Eisenbahn aber gerade im Keller. Da habe ich dich in die Werkstatt mitgenommen. Dort hast du in einem Regal die Fliesensteine entdeckt. Das Material wolltest du näher untersuchen. Deshalb hast du ein Glas mit Fliesensteinen herausgeholt, auf den Tisch gestellt und noch ein Glas Fliesensteine dazugeholt.

Dann habe ich dir gezeigt, dass man die Fliesensteine in einen Rahmen legen und ein Mosaik bauen kann. Das Legen der Steine hat dich sehr interessiert. Ganz vorsichtig hast du die Steine im Rahmen an den Rand geschoben. Ich habe beobachtet, wie du darauf geachtet hast, einmal dunklere und einmal hellere Steine anzulegen. Das war eine gute Idee, denn so sahen die Steine aus wie ein Muster.

Malte, du kamst auch in die Werkstatt, mit einem leeren Eimer in der Hand, und hast dich umgesehen. Dann hast du Benno entdeckt und wolltest dasselbe machen wie er.

Auf den Fotos könnt ihr sehen, wie ihr beide sorgfältig arbeitet und Stein für Stein ablegt. Jeder an seinem eigenen Rahmen.

Dann hast du, Benno, Maltes Eimer entdeckt und zu mir gesagt: „Ich auch Eimer haben.“ Wir haben einen Eimer für dich gefunden. „Auch den Deckel haben“, hast du zu mir gesagt, denn Malte hatte einen Eimer mit Deckel dabei. Das hattest du gut beobachtet. Dann hast du den Eimer untersucht und ausprobiert, wie du diesen mit dem Deckel verschließen kannst. Das hat gut funktioniert, aber dann konntest du den Deckel nicht mehr aufmachen. Ich habe dir gezeigt, dass der Eimer eine Kerbe hat und an dieser Stelle gut aufgemacht werden kann. Du hast dann an der Kerbe den Deckel hochgebogen, und schon war der Eimer wieder offen. Danach hast du dich wieder für die Fliesen interessiert und mit der ganzen Hand in das Glas gegriffen und erst einmal so richtig ertastet, wie sich alle Steine anfühlen. „Kalt“, hast du gesagt, „kalt und glatt“.

Malte, du hattest inzwischen am Tisch den Platz gewechselt, um näher bei den Gläsern mit den Steinen sein zu können. Denn du bist auf die Idee gekommen, dass du die Steine in deinen Eimer schütten könntest. Ganz konzentriert hast du die Steine aus dem Glas in deinen Eimer geschüttet.
Das war etwas schwierig, weil dein Eimer auf der Tischplatte immer ein Stückchen weiterrutschte. Aber du wolltest es unbedingt schaffen und hast dich immer wieder angestrengt, das schwere Glas gehalten und versucht, den Eimer zu treffen. Und es hat geklappt!

Benno, du hast Malte genau bei seiner Arbeit beobachtet und dann seine Idee aufgenommen und ebenfalls ein Glas Steine in deinen Eimer geschüttet.
Dann hast du deine Tätigkeit wiederholt, und die Steine von deinem Eimer wieder in das Glas zurückgeschüttet. Ganz ruhig warst du dabei und deine Hände waren auch ganz ruhig. Ganz wenige Steine tanzten neben dem Glas. Das siehst du auf dem Foto.

Und auch Malte fand deine Idee gut und hat ebenfalls seine Steine wieder in das Glas zurückgeschüttet. Diesen Vorgang habt ihr beide mehrfach wiederholt und richtig gut geübt.

Malte, du hattest dann beschlossen, die Steine in deinem Eimer zu lassen, hast dir den Henkel über die Hand gestreift und bist mit dem schweren Steine-Eimer spazieren gegangen. Während du, Benno, dich noch weiter mit dem Sortieren der Steine beschäftigt hast. Alle Steine hast du nach der Farbe wieder in die Gläser zurücksortiert. Ihr habt euch beide so lange mit den Fliesensteinen beschäftigt. Ihr kennt die Fliesensteine jetzt ganz genau. Ihr habt sie gefühlt, gelegt, geschüttet, sortiert und herumgetragen, also genau erforscht. Ihr seid beide sehr gute Beobachter und habt gerne auch die Spielvorschläge des anderen aufgenommen.
Ich bin gespannt, welches Material ihr das nächste Mal näher untersuchen werdet.

Eure Siegunde

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