Kommentar zum WeltkindertagFrüh den Grundstein legen

Kinderrechte und Demokratiebildung sind eng miteinander verknüpft, gerade in Zeiten von Krieg, Pandemie und Klimawandel. Davon ist Jörg Maywald, Experte für Kinderrechte, überzeugt.

Frueh den Grundstein legen
© Harald Neumann

Am 20. September ist Weltkindertag. Er findet in aufgewühlten Zeiten statt. Die Corona-Pandemie ist noch nicht überstanden, da ist mit dem Angriffskrieg gegen die Ukraine eine weitere Krise mit globalen Auswirkungen hinzugekommen. Energieknappheit und massive Preissteigerungen vergrößern die Schere zwischen Arm und Reich. Und über allem schwebt die Klimakrise.

Kitas in Krisenzeiten

Wie in jeder Krise leiden die Schwächsten am meisten – neben alten und kranken Menschen sind dies vor allem die Kinder. Je länger die Belastungen andauern, desto mehr machen sich die Konflikte in ihrem Leben bemerkbar. Spannungen zwischen den Eltern, Existenzsorgen und Zukunftsängste werden zu einer gefährlichen Mixtur. Kinder spüren die Besorgnis der Erwachsenen. In einer Zeit sich wechselseitig verstärkender Krisen ist es deshalb wichtig, dass pädagogische Fachkräfte kindgerechte Antworten auf konkrete Fragen bereithalten, ohne die Jüngsten mit eigenen Ängsten zu belasten. Hilfreich sind auch klare Strukturen und feste Rituale im Kita-Alltag sowie häufige Bewegungs- und Kreativangebote.

Demokratie lernen

Der brutale Angriffskrieg gegen die Ukraine verdeutlicht aber auch über den Alltag hinausreichende Zusammenhänge: Demokratie und Menschenrechte sind nicht selbstverständlich, sondern müssen immer wieder neu erkämpft und verteidigt werden. Dafür braucht es Menschen, die demokratische Entscheidungen treffen, Unrecht benennen und sich entschlossen gegen Gewalt stellen. Die Verwirklichung der Kinder- und Menschenrechte ist auf ein partizipatives und demokratisches Zusammenleben angewiesen. Umgekehrt gilt, dass Demokratie ein menschenrechtliches Fundament benötigt. Der Grundstein hierfür wird in der frühen Kindheit gelegt. Die Fähigkeit, mitzubestimmen und Verantwortung zu übernehmen, hängt davon ab, wie viel Selbstbestimmung und Beteiligung Kinder erfahren. Nur wenn Mädchen und Jungen von Beginn an die verlässliche Alltagserfahrung machen, dass Aushandlungsprozesse auf der Basis gleicher Rechte aller Menschen möglich und notwendig sind, kann eine demokratische Gesellschaft entstehen, die sich gegen Gefahren von innen und außen erfolgreich behauptet.

Kinderrechte sind universell

Nicht zuletzt erinnert uns der bevorstehende Weltkindertag daran, dass Kinderrechte unteilbar sind und universelle Gültigkeit haben. Die in der UN-Kinderrechtskonvention enthaltenen Rechte gelten ohne Einschränkung auch für geflüchtete Kinder. Hierzu gehören die Rechte auf Schutz vor Gewalt und Diskriminierung, die Rechte auf Bildung, Spiel und Gesundheitsförderung sowie das Recht des Kindes auf Beteiligung an allen Maßnahmen, die es betreffen.
Lassen Sie uns gemeinsam immer wieder für diese Rechte einstehen!

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