Materialerkundung mit dem HammerFlach geklopft

Teelichthüllen lassen sich mit einem Hammer gut verformen, dabei erfahren Kleinstkinder nicht nur einiges über das Material: Sie üben sich auch im Umgang mit einem Werkzeug und sind gestalterisch tätig.

Flach geklopft
© Florica Hofmann

Mit der bloßen Hand, dem Kochlöffel oder einem Hammer: Kleinkinder klopfen und schlagen gern auf Gegenstände aller Art. Und das nicht nur, weil sie dadurch unterschiedliche Klänge erzeugen, sondern auch, weil es ihnen Freude bereitet, mit Werkzeugen umzugehen, Materialien zu erkunden und deren Form bestenfalls sogar durch ihr Handeln zu verändern.
Gerade vom Hämmern auf Aluminium, Holz oder Porenbeton profitieren Kleinkinder in mehrfacher Hinsicht: Sie erproben sich im Umgang mit einem Werkzeug und sind dabei gestalterisch tätig. Sie üben ihre Auge-Hand-Koordination, ihre Handmotorik und den angemessenen Einsatz ihrer Kräfte. Sie erkunden die Beschaffenheit verschiedener Materialien und nehmen dabei sowohl das rhythmische Klopfen des Hammers als auch die Spuren ihrer Schläge wahr. Ob Vertiefungen auf der blechernen Oberfläche, das Ablösen der Holzrinde oder Zerbröseln der Porenbeton-Steine: Die Mädchen und Jungen erleben sich als Verursacher von Veränderung und genießen diese Selbstwirksamkeit. Und manchmal erfahren die Kinder dabei auch, wie durch ihr Hämmern vermeintlicher Müll zu neuem Leben erweckt wird, wie unser folgendes Beispiel zeigt.

EXPERIMENTE MIT TEELICHTHÜLLEN

BENÖTIGTE MATERIALIEN:

  • viele ausgediente Teelichthüllen aus Aluminium, evtl. in verschiedenen Größen (ggf. die Eltern bitten zu sammeln)
  • ein großes Tablett
  • Holz- oder Korkbretter als Unterlagen
  • Holzhämmer

SO WIRD’S GEMACHT:
Befreien Sie die zahlreichen Teelichthüllen zunächst von Wachs- und Dochtresten und stellen Sie pro Kind je zwei Hüllen auf ein Tablett. Motivieren Sie nun die Kinder dazu, sich je eine Aluminiumhülle vom Tablett zu nehmen und diese selbsttätig zu erkunden. Die Mädchen und Jungen erkennen dabei schnell, dass das Material leicht und dünn ist und sich mit den Händen gut verformen lässt: Die Kanten geben nach, wenn sie mit ihren Fingern dagegendrücken. Sie beobachten außerdem, dass sie durch Biegen der Hülle eine andere Form kreieren als durch Drücken – je differenzierter die Kinder mit dem Material hantieren, desto variantenreicher können sie die einstigen Teelichthüllen verformen. Doch Vorsicht: Durch wiederholtes Biegen des Aluminiums an ein und derselben Stelle können sich scharfe Kanten bilden. Lassen Sie die Kinder deshalb nie unbeaufsichtigt mit den Hüllen experimentieren! Zum Ende der haptischen Materialerkundung können sich die Mädchen und Jungen eine weitere intakte Hülle vom Tablett nehmen. Durch den direkten Vergleich ist es für sie einfacher nachzuvollziehen, wie stark sie die Form des ehemals runden Teelichtbehältnisses durch ihr Tun verändert haben.

EINE EIGENE TECHNIK ENTWICKELN

Nachdem sich die Kinder ausgiebig mit dem Material auseinandergesetzt haben, können sie die Hüllen mit Werkzeug bearbeiten. Legen Sie hierfür die Hämmer und Unterlagen bereit und prüfen Sie, ob die Hammerköpfe alle fest an den Stielen befestigt sind. Platzieren Sie als Nächstes eine leere Teelichthülle mit der Öffnung nach unten auf einem vor Ihnen liegenden Holz- oder Korkbrett. Nun schlagen Sie mehrfach hintereinander mittig auf den Hüllenboden, bis sich dieser verformt. Besprechen Sie die einzelnen Schritte mit den Kindern und laden Sie diese ein, Ihrem Beispiel zu folgen. Stehen Sie jenen Kindern, die sich dieser handwerklichen Herausforderung stellen wollen, aufmerksam und unterstützend zur Seite!
Mal schnell und mit kräftigem Schwung, mal mit rhythmischen, sorgfältig dosierten Schlägen: Die Kinder führen die Hammerschläge unterschiedlich aus. Um sich mit dem Werkzeug nicht selbst auf die Hand zu schlagen, zielen manche Kinder auf die Hülle, ohne sie dabei festzuhalten. Das birgt das Risiko, dass sie wegrutscht, statt sich zu verformen. Doch das entmutigt die Kinder i. d. R. nicht, sondern weckt ganz im Gegenteil oft ihren Ehrgeiz: Sie bringen das Zielobjekt immer wieder in Position, visieren es mit dem Werkzeug an und versuchen erneut, die Hülle so zu treffen, dass sie sich verformt. Dabei üben sie wichtige Fähigkeiten wie Geduld, Ausdauer und Genauigkeit. Je mehr Übung die Kinder im Umgang mit dem Hammer erlangen und je häufiger sie das anvisierte Objekt treffen, umso mehr wird dieses seine Form verändern. Um die Spannung aufrechtzuerhalten, können Sie die Kinder nach einer Weile dazu auffordern, die einst runde und jetzt eher flache Teelichthülle umzudrehen und auch deren Rückseite mit dem Hammer zu bearbeiten.
Zum Schluss der Aktion betrachtet und erfühlt die Gruppe gemeinsam all die selbst erschaffenen Alu-Gebilde, mit all ihren Dellen, Beulen und anderen reliefartigen Strukturen.

TIPP

Kreativer Weihnachtsschmuck

Die individuellen Formen der bearbeiteten Alu- Hülsen eignen sich sehr gut für die originelle Weihnachtsdekoration des Gruppenraums. Schlagen Sie hierfür mit Nagel und Hammer je ein Loch in die Gebilde und befestigen Sie diese mit dünnen Fäden an Tannenzweigen, die von der Decke hängen. Die glänzenden und spiegelnden Oberflächen drehen sich dann um sich selbst – und die Kinder können tanzende Lichtreflexionen an Wand und Decke bestaunen.

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