Pädagoginnen präsentieren ihre BilderbuchlieblingeUnsere Liebsten

Wer versteckt sich?
von Satoru Onishi Moritz; 12,95 €

Vom Huhn bis zum Zebra, vom Schaf bis zum Bären – 18 Tiere stehen auf jeder Doppelseite in immer gleicher Anordnung. Doch aufgepasst! Es gilt, kleine Veränderungen zu entdecken: Welches Tier weint? Welches versteckt sich? Und welches zeigt nur sein Hinterteil?
Faszinierend an diesem Bilderbuch ist seine originelle Grundidee: Die Bilder gleichen sich scheinbar von Seite zu Seite – aber eben nur fast. Hier werden die Kinder zu eifrigen und akribischen Suchern. Der Text besteht lediglich aus Fragen und fungiert so als Impulsgeber für die jungen Betrachter: Die Kinder können gemeinsam rätseln, miteinander kommunizieren und ihre Vermutungen äußern. So ermöglicht das Buch dialogisches Lesen und fördert ko-konstruktives Lernen.
„Ein Bilderbuch zum genauen Hinsehen“ – der Untertitel des Buches bringt es auf den Punkt.

Die Maus, die hat Geburtstag heut
von Paul Maar Dressler; 12 €

Die Maus feiert ihren Geburtstag, und viele Tiere sind eingeladen – Elefant, Schwein, Strauß, Pinguin und Schildkröte. Natürlich bringt jeder Gast ein Geschenk mit, welches die Maus auspacken darf. Schließlich nehmen alle an der großen Geburtstagstafel Platz – nur ein Gast fehlt. Welches Tier kommt wohl zu spät?
Die Kinder in unserer Gruppe verlangen immer wieder nach diesem Buch, denn die Geschichte gleicht einem Ratespiel und lässt die Mädchen und Jungen so ins Gespräch kommen: Welches Tier trifft als nächstes ein? Und welches Geschenk ist da verpackt? Ihnen gefallen die klar strukturierten Bilder und bereits nach wenigen Malen Vorlesen können sie einige Wörter und Passagen mitsprechen. Die Reimform lenkt ihre Aufmerksamkeit auf den Klang der Wörter beim Sprechen und regt so ihre phonologische Bewusstheit an. Auf diese Weise werden wichtige Vorläuferfertigkeiten für das spätere Lesen- und Schreibenlernen trainiert. Heule Eule von Paul Friester und Philippe Goossens NordSüd Verlag; 9 € Die kleine Eule heult bitterlich. Niemand weiß, warum. Nicht mal sie selbst. Weder Geschenke noch die Waldbewohner können die Eule trösten. Eigentlich ist es auch gar nicht wichtig, warum sie weint. Hauptsache, Mama Eule schließt sie in die Arme, und die Welt ist wieder in Ordnung. „Heule Eule“ ist derzeit unser Lieblingsbuch in der Kita „Kleiner Sonnengarten“. Es vergeht fast kein Tag, an dem die Kinder es nicht ausführlich betrachten möchten. Oft leihen sie sich das Buch auch für zu Hause aus. Sie fühlen sich in die Eule ein, z. B. wenn sie sagen: „Eule hat Aua“ oder „Die Mama ist weg.“ Wir Erwachsenen können die wörtliche Rede und die Tierlaute der Waldbewohner mit der Stimme und das Kopfschütteln der Eule gestisch lebendig ausschmücken. Durch die Textwiederholungen prägen sich die Kinder die Geschichte schnell ein, sprechen den Text mit und fiebern so dem guten Ende entgegen.

Badetag für Hasenkind
von Jörg Mühle Moritz; 8,95 €

Für Hasenkind ist heute Badetag! Das bedeutet: ab in die Wanne, Haare waschen, abtrocknen, föhnen und eincremen. Jedes Kleinkind kennt diese Alltagssituation und kann sich daher leicht mit dem Hasenkind identifizieren. Der Text fordert die Kinder dazu auf, mitzuhelfen und dem Hasen bspw. Shampoo auf den Kopf zu geben oder ihn einzucremen. Auch sprachlich werden die Kinder aktiv, indem sie nach dem Hasen rufen oder das Rauschen der Brause nachahmen. Vor allem die Buchgestaltung und die Nähe der Handlung zur Lebenswelt der Krippenkinder machen das Buch so beliebt. Unsere Vogelnestkinder mögen dieses Buch so sehr, dass einige den Text auswendig kennen. Mit einer Shampooflasche und einer Cremedose ermöglichen wir es ihnen, sich im Rollenspiel weiter mit der Handlung auseinanderzusetzen.

Klopf an!
von Anna-Clara Tidholm Hanser; 9 €

Das Besondere an diesem Buch ist, dass es mit sehr wenigen Sätzen auskommt und doch alle schnell wissen, worum es geht: Wer wohnt in dem Haus mit den vielen farbigen Türen? Explizit fordert die Autorin die jungen Leserinnen und Leser auf: „Wir klopfen einfach an, klopf, klopf.“ Die Kinder haben großen Spaß daran, auf die festen Pappseiten zu klopfen und so das Vorleseritual aktiv mitzugestalten. Hinter den Türen verbergen sich schlichte, kindgemäße Zeichnungen von einem Jungen, einer Hasenfamilie, einer Affenbande und fünf kleinen Bären. Über die Bilder kommt man mit den größeren Kindern ins Gespräch. Den Jüngsten gefällt es, der wiederholten Aufforderung, anzuklopfen, immer wieder nachzukommen. Das Buch ist nicht sehr lang und da Vertrautes Sicherheit gibt, wollen manche Kinder es gleich mehrmals hintereinander lesen.

Mir ist so heiß
von Mako Taruishi Moritz; 8,95 €

Ein Pinguin ist auf dem Weg durch die Wüste. Er ächzt vor Hitze und lässt sich im nächstbesten Schatten nieder. Doch es stellt sich heraus, dass der Schatten zu einer Robbe gehört, die ebenfalls auf der Suche nach Abkühlung ist. Nach und nach gesellen sich Nilpferd und Elefant hinzu, und gemeinsam machen sie sich auf den Weg. Das Buch kommt mit nur vier Protagonisten, wenig Text und reduzierten Bildern aus, ist aber umso eindrücklicher. Die Kinder können das Gefühl der Hitze, das durch die knallgelben Seiten verbildlicht wird, gut nachempfinden und freuen sich mit den Tieren über die endlich gefundene Abkühlung: „Das Meer!“ Das Seufzen und Stöhnen der schwitzenden Tiere lässt sich gut mit ausdrucksstarker Stimme wiedergeben. Lautmalerische Worte („Ah, tut das gut …“) laden sie zum Mitsprechen ein. Gern stelle ich entsprechende Tierfiguren hinterher zum freien Spiel zur Verfügung.  

Kleinstkinder-Newsletter

Ja, ich möchte den kostenlosen Kleinstkinder-Newsletter abonnieren und willige somit in die Verwendung meiner Kontaktdaten zum Zwecke des eMail-Marketings des Verlag Herders ein. Dieses Einverständnis kann ich jederzeit widerrufen.