Sonnenbrillen für KinderCool aber schädlich

Speziell bei Sonnenbrillen für Kinder setzen viele Hersteller auf cooles Aussehen und vernachlässigen den Schutz der Kinderaugen völlig. Dabei sind gerade Augen von Kindern besonders empfindlich gegen direktes Sonnenlicht und UV-Strahlen.

Sonnenbrillen für Kinder: Cool aber schädlich
© Ben Kerckx - pixabay.com

Kindersonnenbrillen führen ein Schattendasein. Meist kauft man eine billige Brille, die lustig aussieht, aber schnell kaputt geht und sicherlich keinen ausreichenden Schutz für das sensible Kinderauge bietet. Es ist jedoch gerade bei Kindersonnenbrillen wichtig, dass sie qualitativ hochwertig sind. Denn die Linse von Kindern ist noch durchlässiger für UV-Strahlen als die von Erwachsenen und braucht Extra-Schutz.

Der erste Tipp lautet deshalb: Gehen Sie zu einem guten Optiker. Er kann Sie beraten und den UV-Schutz der einzelnen Brillen direkt im Laden messen.

Achten Sie beim Brillenkauf auf die Aufschrift UV-400 oder CE. Die Kennzeichnung UV 400 bedeutet, dass die Gläser UV-Strahlen bis zu einer Wellenlänge von 400 Nanometern (nm) fast vollständig aus dem Licht filtern. Licht von Wellenlängen zwischen 180 und 360 nm ist schädlich fürs Auge. Das CE steht für Communauté Europeénne, europäische Gemeinschaft. Produkte mit diesem Zeichen entsprechen in puncto Sicherheit dem europäischen Standard. Diese beiden Labels werden zwar nicht von unabhängigen Prüfern vergeben, sondern vom Hersteller selbst, verschaffen Ihnen aber einen ersten Überblick.

Finger weg von Billig-Brillen

Ein weiterer Anhaltspunkt sind die Marken. Denn Marken-Brillen halten meist mit größerer Wahrscheinlichkeit, was sie versprechen. Ein guter, lang anhaltender UV-Schutz ist teuer, da dabei die Schutzschicht aufwändig ins Glas integriert wird. Hersteller, die Geld sparen wollen, dampfen die Schutzschischt einfach auf. Diese Schicht nutzt sich dann mit der Zeit ab. Trotzdem kann man nicht davon ausgehen, dass Markenbrillen immer die bessere Wahl sind. Oft zahlt man auch für das Image der Brille und nicht für den zusätzlichen Gesundheitsschutz.

Experten von Öko-Test haben im Jahr 2000 verschiedene Sonnenbrillen (für Erwachsene) auf ihren UV-Schutz, auf Nickellegierungen und auf umweltschädliche chlorierte Kunststoffe in Nasen-Pads und Bügeln untersucht. Alle Brillen schnitten beim UV-Schutz gut ab.

kizz Info

Tipps für Adleraugen:

  • Holen Sie sich Rat beim Optiker.
  • Achten Sie auf die Aufschrift "UV-400³ oder "CE³.
  • Besonderen Schutz bieten bräunlich gefärbte Gläser.
  • Wählen Sie eine ausreichend große Brille.
  • Meiden Sie die Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr.
  • Am Meer und in den Bergen ist die Sonnenbrille ein Muss.
  • Bei Augenreizungen sollten Sie Augentropfen bereithalten.
  • Pflege von innen: Sie sollten viel farbiges Obst und Gemüse essen.

Weitere Informationen erhalten Sie im Internet: www.kindundsehen.de

Trotzdem waren einige Brillen nur eingeschränkt empfehlenswert. Eine Brille des Herstellers Sun-Line America war so dunkel, dass sie weniger als ein Prozent Licht durchließ. In sieben Brillen fanden sich gesundheitlich bedenkliche Weichmacher, in fast allen getesteten Exemplaren war Nickel versteckt. Ergebnis: Nicht oder eingeschränkt empfehlenswert waren die Brillen von Calvin Klein, Persol, Ray Ban, Sediq, Polaroid Eyewear, Sun-Line America und Star-Line.

Für Kindersonnenbrillen gibt es bislang keine vergleichbare unabhängige Untersuchung. Daher kann an dieser Stelle keine konkrete Empfehlung ausgesprochen werden. Eine große Auswahl an Kindersonnenbrillen bieten jedoch die Hersteller Eschenbach, Mexx, Chupa-Chups oder Ivko.

Spärliche Informationen

Erschwert wird der Kauf einer Kindersonnenbrille durch die Tatsache, dass viele Hersteller nicht ausreichend über ihre Produkte informieren. Vorbildlich waren laut Öko-Test die vollständigen Informationen, die den Brillen von Adidas und Persol beiliegen. Die Firma Otto Kern sowie Sun-Line America geizten dagegen mit Auskunftsmöglichkeiten. Bei Otto Kern bekommt man nach Anfrage kaum Extra-Informationen über Sonnenbrillen für Kinder. Anders beim Brillen-Discounter Fielmann: Im Internet informiert die Firma ausführlich über das Thema.

Experten raten neben dem UV-Schutz-Zeichen beim Sonnenbrillenkauf noch Folgendes zu beachten: Dunkle Gläser bedeuten nicht, dass die Augen gut geschützt sind. Denn hinter stark getönten Gläsern öffnen sich die Pupillen weiter, als ohne Brille. Es fallen dann mehr UV-Strahlen ins Auge. Am besten ist ein Tönungsgrad von 65 bis 75 Prozent. Rote oder blaue Gläser sind ungeeignet, da sie im Straßenverkehr Farbsignale verfälschen können. Achten Sie auch darauf, dass die Gläser aus Kunststoff sind. Zudem sollte die Brille bis zu den Augenbrauen und seitlich bis zum Gesichtsrand reichen.

Wer im Internet eine Brille kaufen will, der sollte auf jeden Fall auf das UV-400- oder CE-Zeichen achten. Viele Internet-Händler stellen weitere Informationen etwa zur Tönung leider nicht zur Verfügung. Weil Kinderbrillen auch gut angepasst sein müssen, ist ein Kauf übers Internet daher nicht ratsam. Also: Lieber zum Optiker, damit die Brille gut sitzt und das Wunderwerk Auge bis ins hohe Alter gut arbeitet.

kizz Newsletter

Ja, ich möchte den kostenlosen kizz Newsletter abonnieren und willige somit in die Verwendung meiner Kontaktdaten zum Zwecke des eMail-Marketings des Verlag Herders ein. Dieses Einverständnis kann ich jederzeit widerrufen.