Naschen erlaubt - in MaßenDer Umgang mit Süßigkeiten in der Familie

Das Thema Süßigkeiten ist bei Eltern oft ein Problem. Zum einen lieben Kinder Süßes, zum anderen ist der Zucker nicht gesund. Wichtig ist ein gesundes Verhältnis zu Schokolade und Co.

Naschen erlaubt - in Maßen: Der Umgang mit Süßigkeiten in der Familie
© Ruth Black - Fotolia.de

Die Verführer sind überall. Knallbunte Bonbontüten liegen in den Supermarktregalen, und in der Werbung werden unentwegt Schokoriegel, Kekse und scheinbar glücklich machende Nougatcremes angepriesen. Fest steht: Kinder lieben Süßes. "Deutschlands Kinder sind zu dick" - mit dieser Schlagzeile schrecken Ärzte andererseits immer wieder die Öffentlichkeit auf. Neben Bewegungsmangel sind vor allem zu viel Süßigkeiten daran schuld, dass Kinder heute übermäßig futtern und damit jede Menge Krankheiten anziehen: Fettsucht, Herz-Kreis-lauf-Erkrankungen, Diabetes, Karies, Gicht, sogar Osteoporose und manche Krebsarten werden durch falsche Ernährung gefördert. Und das Dumme ist: Essgewohnheiten werden in der Kindheit geprägt und sind später nur sehr schwer zu ändern.

Das eigene Verhalten überprüfen

Zum Glück können Eltern viel tun, um mit den süßen Verführern fertig zu wer-den. Die erste Frage, die Sie sich allerdings stellen müssen, ist die nach dem eigenen Verhalten. Gehören Sie zu den Leuten, die gerne eine Tüte Gummibärchen in der Nähe haben, zwischendurch einen Karamellriegel verputzen und sich abends vor dem Fernseher ein Täfelchen Schokolade gönnen? Oder können Sie Bonbons, Pralinen und Co. ohne Probleme auch mal stehen lassen? Was sich Kinder einverleiben hängt, da sind sich alle Experten einig, wesentlich vom Vor-bild der Eltern ab. 
Das heißt aber nicht, dass Sie alles Gezuckerte rigoros aus Ihrem Haushalt verbannen müssen. Es kann nämlich durchaus sein, dass wir die Lust auf Süßes schon mit auf die Welt bringen. Genau weiß man das nicht, aber fest steht, dass Fruchtwasser und Muttermilch leicht süß schmecken. Grundsätzlich verbieten bringt also nichts, zumal ein Verbot das Bedürfnis eher noch verstärkt. Die nächste Einladung zum Kindergeburtstag wird dann garantiert genutzt, um sich den Bauch mal so richtig voll zu schlagen. 

Klare Regeln vereinbaren

Der wichtigste Tipp von Ernährungsberatern lautet vielmehr: Führen Sie Regeln ein! Süßen Brotaufstrich gibt es ausschließlich zum Frühstück und niemals zum Abendessen. Vor den Mahlzeiten werden keine Süßigkeiten gefuttert. Nach dem Mittagessen gibt es einen Riegel Schokolade; danach werden die Zähne geputzt. Cola, Chips und Schaumküsse kommen nur zu höchsten Festlichkeiten auf den Tisch. Diese Regeln sind selbstverständlich nur Beispiele. Egal, welche Absprachen Sie für Ihre Familie finden, wichtig ist, dass Sie den Konsum von Süßigkeiten eingrenzen. Natürlich funktionieren die Regeln nur dann, wenn sich alle daran halten, auch die Erwachsenen. Das geht um so besser, je mehr die ganze Familie den Sinn der Sache einsieht. Sie müssen deshalb nicht nur die Schleckerbedürfnisse Ihres Kindes im Auge behalten, sondern immer wieder mit ihm da-rüber sprechen. Erklären Sie, dass zu viel Zucker die Zähne kaputt und im schlimmsten Fall so dick macht, dass man nicht mehr richtig laufen kann. Das verstehen selbst die Kleinen. Mit dieser Begründung dürfen Sie sich auch ein-schalten, wenn Ihr Kind von lieben Verwandten eine Tüte Bonbons geschenkt bekommt. Helfen Sie bei der Einteilung. Das Geschenk kommt zum Beispiel in eine "Schatzkiste" und Sie vereinbaren, wieviel wann daraus gegessen werden darf. 

Sinn und Zweck von Werbung erklären

Wichtig ist in dem Zusammenhang auch, dass Sie mit Ihrem Kind über Werbung sprechen. Allzu verführerisch sind nämlich die idyllischen Bilder der Fernsehwerbung, die nicht nur Glück, sondern sogar Gesundheit beim Verzehr süßer Sachen versprechen. Besonders aufdringlich tun sie das bei so genannten Kinderlebensmitteln wie Milchschnitten "mit Honig" oder Joghurt "angereichert mit Calcium". Erklären Sie ihren Kids, dass die Leute, die diese Sachen herstellen, ein bisschen flunkern, damit sie gekauft werden. In Wirklichkeit sind sie alles andere als gesund. Mit dieser Behauptung befinden Sie sich übrigens in bester Gesellschaft. Die deutschen Verbraucherzentralen stufen diese Art von Kinderlebensmitteln samt und sonders als Süßigkeiten ein.
Neben Regeln und Aufklärung sind gesunde Alternativen nicht zu vergessen. Fruchtiges Müsli, selbst gemachte Nougatcreme mit Honig oder Vollkornwaffeln mit Sahne befriedigen den Hunger auf Süßes ebenso gut, wie die ungesunden Industrieprodukte. Eine abwechslungsreiche Vollwertkost trainiert außerdem den Geschmackssinn der Kinder für die natürlichen Aromen bekömmlicher Lebens-mittel. 
Ein Rat zum Schluss: Benutzen sie Süßigkeiten nicht als Erziehungsmittel. Schokolade als Belohnung fürs Liebsein, Weingummi als Trost für Kummer, Ärger oder Schmerz - auf die Dauer führt das dazu, dass sich Ihr Kind daran gewöhnt, Zuckerwerk als "Problemlöser" zu gebrauchen.

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