Kochen mit BioproduktenVon Natur aus lecker

Wer langsam auf Bioprodukte umsteigt, der macht es richtig. Die Vorteile biologischer Lebensmittel sind nicht zu übersehen und sind ein wichtiger Bestandteil einer gesunden Ernährung.

Kochen mit Bioprodukten: Von Natur aus lecker
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Hühner würden "Bio" kaufen, denn bei Fütterungstests fraßen sie ebenso wie Kaninchen und Ratten ökologisch erzeugtes Getreide. Das konventionelle Futter ließen sie liegen. Ist "Bio" also wirklich besser? 

Qualität hat ihren Preis

Sicher ist, dass biologisch erzeugtes Obst und Gemüse mehr Trockenmasse enthalten (alle Inhaltsstoffe außer Wasser, zum Beispiel Vitamine, Geschmacks- und Aromastoffe, Fettsäuren, Ballaststoffe) als konventionell angebaute landwirtschaftliche Produkte. Bei diesen ist Untersuchungen zufolge in den letzten zehn Jahren der Gehalt an Folsäure, Kalium, Kalzium, Magnesium und anderen Wertstoffen sogar gesunken, teilweise um mehr als die Hälfte. Schuld daran sind die Auslaugung bzw. die Überdüngung unserer Böden, Zucht, genetische Veränderungen der Pflanzen sowie die Umweltverschmutzung. 

Ein weiterer Vorteil von Bio-Produkten: Öko-Salat und -schnitzel weisen weniger Rückstände, zum Beispiel von Pflanzenschutzmitteln oder Schwermetallen auf. Außerdem sind die Bestrahlung von Lebensmitteln und der Einsatz von gentechnisch verändertem Saatgut im ökologischen Landbau tabu. 
Das alles hat seinen Preis: Die Erzeugung sowie der Verkauf von Bio-Waren, die nur etwa 3% des Angebotes ausmachen, sind aufwändiger. Insgesamt liegen die Preise für ökologisch erzeugte Lebensmittel etwa 50% über denen der konventionellen. Das müsste jedoch nicht so sein. Würden zum Beispiel Bio-Schnitzel wie konventionelle Schnitzel im Supermarkt angeboten, so sänke der Preisunterschied zwischen Bio- und herkömmlichem Fleisch von 90% auf 14 %. Öko-Grundnahrungsmittel wie Milch, Brot, Nudeln, Müsli oder Mehl sind heute schon nur durchschnittlich15% teurer als ihre konventionellen Konkurrenten. 

Die Vielfalt entdecken 

Obwohl Bio-Produkte teurer sind, werden sie überwiegend von Haushalten gekauft, deren Einkommen eher durchschnittlich ist. Bei ihrer Ernährung setzen sie andere Schwerpunkte und können so die höheren Kosten ausgleichen:

  1. weniger Fleisch essen
  2. Obst und Gemüse der Saison bevorzugen
  3. weniger Convenience-Produkte kaufen
  4. seltener außer Haus essen
  5. insgesamt weniger Süßigkeiten und Alkohol konsumieren

Dabei ist Bio-Küche längst nicht mehr karge "Körnerkost", sondern eine echte Erweiterung der Speisekammer. Denn Bio-Bauern setzen gezielt auf Sortenvielfalt und bauen zum Beispiel alte Apfelsorten oder Spezialitäten wie Amaranth oder Zicchorien an. Gehen Sie langsam vor bei der Entdeckung von Öko-Produkten und machen Sie sich und Ihre Familien langsam mit neuen Gemüse- oder Obstsorten wie weißen Rüben, Sprossen, Leder-Äpfeln oder unbekannten Körner- und Hülsenfrüchten vertraut. Es lohnt sich! 

Langsam umsteigen

Ein guter Einstieg: Leisten Sie sich zunächst Kartoffeln sowie ein oder zwei Gemüsesorten pro Woche aus dem Bio-Segment. Führen Sie dann einen "Bio-Tag" pro Woche ein, an dem die warme Mahlzeit aus Bio-Zutaten gekocht wird. Aber seinen Sie geduldig: Kinder haben manchmal eine negative Haltung gegenüber Neuem und lehnen unbekannte Gerichte erst mal ab. Zum Bio-Tag passen auch neue Ideen fürs Frühstück (vom Bio-Brötchen bis zu den Bio-Cornflakes) oder für den Snack (Bio-Jogurt, Bio-Kekse). Spielen Sie mit Ihrem Kind "Feinschmecker" und vergleichen Sie Aussehen, Duft und das Aroma von Äpfeln aus biologischem Anbau mit dem von Standard-Sorten aus dem Supermarkt. Schulen Sie den Blick Ihres Kindes für die Herkunft Ihrer Nahrung. Schön wäre, wenn Kinder die feinen Unterschiede bewusst erleben können. Dann stärkt "Bio" nicht nur die Umwelt, sondern macht auch Ihre Kinder stark! 

Wo ist wirklich Bio drin?

Die Bezeichnungen "alternativ", "natürliche Herstellung", "naturgerecht", "naturnah", "integrierter Landbau", "ungespritzt", "umweltschonend" stehen nicht für biologisch erzeugte Lebensmittel. Nur die Begriffe "Bio" und "Öko" sind durch die EU-Öko-Verordnung geschützt.

Tipps und Infos auch:

www.naturkost.de
www.was-wir-essen.de
www.n-bnn.de
www.bioland.de

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