Keine Angst vorm ZahnarztDer liebe Onkel Doktor

Wenn das eigene Kind Angst vorm Zahnarzt hat, dann haben meist die Eltern etwas falsch gemacht. Sie sollten die Angst nicht vorleben und den Besuch beim Zahnarzt als etwas ganz Alltägliches vermitteln.

Keine Angst vorm Zahnarzt: Der liebe Onkel Doktor
© Pixabay

Nina, beinahe drei Jahre, ist stolz wie schon lange nicht mehr. Ihre Stimme überschlägt sich fast, als sie beim Abendessen dem Papa von ihrem ersten Zahnarzttermin am Nachmittag berichtet: Wie sie ohne Mamas Hilfe auf den Stuhl geklettert ist; dass sie den Doktor Schmidt mit Druckluft anpusten durfte; dass er dann ganz doll darüber gestaunt hat, wie weit sie ihren Mund aufmachen kann; und dass er sie überhaupt andauernd gelobt hat. Dann verlässt sie unter dem erstaunten Blick ihres Vaters den Esstisch, um sich im Badezimmer freiwillig die Zähne zu putzen - so wie Doktor Schmidt ihr das erklärt hat.

Sicher wünschen auch Sie sich für ihr Kind einen solch unbeschwerten Start mit dem Zahnarzt. Und das klappt auch, wenn Sie ein wenig darauf hinarbeiten. Dazu ein paar Tipps:

Früh übt sich

Angst hat man fast immer nur vor Unbekanntem. Deshalb helfen Sie Ihrem Kind am besten, indem Sie es auf seinen ersten Zahnarzttermin vorbereiten. Denn wer weiß, dass alles ganz harmlos ist, fürchtet sich nicht.

Nehmen Sie Ihr Kind deshalb so früh wie möglich mit zu Ihren eigenen Kontrollterminen. Während Sie sich untersuchen lassen, sitzt es auf einem Stuhl im Behandlungszimmer. Auf diese Weise lernt es die Praxis, den Arzt und sein Team kennen und merkt, dass die Kontrolle der Zähne ebenso selbstverständlich ist, wie ein Einkauf im Supermarkt. Bei zweiten oder dritten Mal darf Ihr Kind vielleicht schon einmal Probesitzen auf dem Behandlungsstuhl - so führen Sie es behutsam an seinen ersten echten Termin heran. Die Atmosphäre ist ihm dann bereits vertraut und ängstigt es nicht.

Keine Horror-Geschichten

Dass Sie Ihrem Kind keine schmerzhaften Zahnarzt-Erlebnisse erzählen, dürfte klar sein. Vermeiden Sie vor dem Termin aber auch Sätze wie "Es tut nicht weh" oder "Du brauchst keine Angst zu haben". Im Unterbewusstsein eines kleinen Kindes setzen sich nämlich die Worte "weh tun" und "Angst" fest - oft kommt es dadurch erst auf die Idee, Angst zu haben.

Wie sag ich's dem Kinde?

Falls Ihr Kind den Zahnarzt bereits kennt, weil es bei Ihren eigenen Terminen dabei war, genügt es wahrscheinlich, wenn Sie ihm sagen, dass es nun groß genug ist, um selbst einen Zahnarzttermin zu bekommen. Will es mehr wissen, erklären Sie ihm, was in der Praxis geschehen wird: "Er schaut sich deine Zähne an und zählt nach, ob schon alle da sind oder ob noch welche kommen; bestimmt zeigt er dir auch, wie du richtig deine Zähne putzt."

Zur Unterstützung eignen sich auch kleine Rollenspiele, bei denen Sie den Zahnarzt spielen. Auf diese Weise kann Ihr Kind den Besuch regelrecht üben. Darüber hinaus sind im Buchhandel oder in Bibliotheken Bilderbücher für Kinder erhältlich, die sehr anschaulich erklären, was beim Zahnarzt geschieht. Schauen Sie sie gemeinsam mit Ihrem Kind an und erklären Sie, wenn es Fragen stellt.

Keine Belohnungen

Trotz aller Vorbereitung - stilisieren Sie den Zahnarzttermin nicht hoch, sondern behandeln ihn so wie er ist: ganz selbstverständlich. Sätze wie "Und wenn du schön den Mund aufmachst, bekommst du anschließend ein tolles Geschenk!" sind ungünstig, denn sie machen Kinder misstrauisch. In ihren Ohren können sie durchaus so klingen: "Es wird zwar fürchterlich, aber wenn du durchhältst, bekommst du eine Belohnung!" Natürlich dürfen Sie Ihrem Kind nach dem Termin ein Eis spendieren - verzichten Sie nur darauf, das vorher als Belohnung anzukündigen.

Nur zur Kontrolle

Der erste Eindruck zählt. Deshalb sollte die Zahnarztpremiere unbedingt ein einfacher Kontrolltermin sein - im Alter von zweieinhalb, spätestens drei Jahren ist der richtige Zeitpunkt. Lassen Sie es nicht so weit kommen, dass das Kennenlernen des Zahnarztes gleich mit einer Kariesbehandlung verbunden ist. Unter solchen Umständen ist es für ein Kind nämlich sehr schwierig, ein entspanntes Verhältnis zum Zahnarzt zu entwickeln.

Cool bleiben

Vergessen Sie nicht, selbst entspannt zu bleiben - vor allem in der Praxis. Kinder merken recht schnell, wenn ihre Eltern in Sorge sind und bekommen dann selbst Angst. Also: Rutschen Sie nicht hektisch auf dem Besucherstuhl umher, atmen Sie in den Bauch und sprechen mit ruhiger Stimme. Falls Ihr Kind den Mund nicht öffnen will, drängen Sie es bitte nicht, sondern lassen Sie den Arzt erstmal machen. Viele Kinder brauchen mehrere Anläufe, um Vertrauen zu schöpfen. Will sich ihr Kind partout nicht in den Mund schauen lassen, braucht Ihnen das überhaupt nicht peinlich zu sein - auch das kommt häufig vor. Es wird einfach ein neuer Termin gemacht, und dann klappt es bestimmt.

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