Elternarbeit in der Schule zahlt sich ausImmer auf dem Laufenden

Viele Eltern möchten über die Aktivitäten ihre Kindes in der Schule bestens informiert sein. Hier bietet die Elternarbeit eine gute Möglichkeit. Auch neben dem persönlichen Engagement bietet die Elternarbeit viele Vorteile.

Gehört Ihr Kind auch zur Spezies der „Schweiger", wenn Sie am Mittagstisch die obligatorische Frage stellen: „Na, wie war´s denn heute im Kindergarten?" Dann brechen für Sie harte Zeiten an, wenn Ihr Kind in die Schule kommt.

Die Tür- und Angelgespräche mit den Erzieherinnen sind Vergangenheit, kein Plausch mehr über die Besonderheiten des Kindergartentages, keine schnellen Infos über Entwicklung und Verhalten Ihres Kindes. Denn Lehrer und Lehrerinnen sind für diesen informellen Austausch selten zu haben. Allenfalls im ersten Schuljahr treffen Sie noch Eltern beim Bringen oder Holen der Kinder, die eventuell mehr darüber wissen, wie es in der Klasse läuft. Aber auch diese Infoquelle versiegt spätestens, sobald sich ihr Kind weigert, mit Ihnen vor der Schule gesehen zu werden, weil das „voll peinlich" wäre.

Gerade für Sie, aber auch für alle anderen Eltern, ist das Thema „Elternvertretung in der Schule" um so wichtiger. Denn da sich der informelle Kontakt mit den Pädagogen und anderen Eltern nicht mehr selbstverständlich ergibt, sind Sie auf die institutionalisierten Eltern-Veranstaltungen der Schule angewiesen.

In jedem Fall ist es daher sinnvoll, Veranstaltungen wie Elternabende, -stammtische, -feste und Infoveranstaltungen zu besuchen, um klassen- und schulintern auf dem Laufenden zu bleiben und guten Kontakt zu Lehrern, Eltern und Mitschülern Ihres Kindes aufzubauen.

Wenn Sie sich aber mehr einbringen möchten, können Sie sich in die Elternvertretung der Schule wählen lassen. Dieses Engagement kostet zwar Zeit und Energie, hat aber auch viele Vorteile.

Wie wird man Elternvertreter?

Elternvertreter zu werden ist ganz einfach und passiert häufig schneller als einem lieb ist. Überlegen Sie sich am besten vor dem ersten Elternabend des Schuljahres, ob Sie an diesem Job Interesse haben. Sich zu "opfern", weil sich sonst niemand bereit erklärt, obwohl man eigentlich gar keine Lust oder Zeit hat, ist eher kontraproduktiv. In der Regel wählen die Eltern einer Klasse am Elternabend aus ihrer Mitte den Elternvertreter und seinen Stellvertreter. Häufig bleiben die Elternvertreter und -vertreterinnen über die gesamte Grundschulzeit im Amt, das ist aber kein Muss.

Klasseninterne Aufgaben der Elternvertreter

Die Elternvertreter stehen den Eltern als Ansprechpartner in allen schulischen Belangen zur Verfügung, gleichzeitig artikulieren sie deren Interessen gegenüber der Schule. Auch für Schulleitung, Lehrer und Lehrerinnen sind sie Kontaktperson und können so versuchen bei Problemen zwischen Eltern, Schülern und Lehrern bzw. der Schulleitung zu vermitteln. Neben dieser Aufgabe als kommunikatives Bindeglied ist Organisationstalent gefragt. So planen und koordinieren sie in Absprache mit den Eltern häufig Klassenveranstaltungen wie Sommerfeste, Adventsfeiern, Ausflüge und Schulfeste. Sie laden zum Elternabend ein und moderieren diesen in der Regel. Auch unliebsame Aufgaben wie das Geldeinsammeln für Bücher, Porto- oder Ausflugskosten kommen den Elternvertretern zu. Die Aufzählung all dieser Pflichten sollte Sie jedoch nicht schrecken. Erstens können Sie sich die Aufgaben mit Ihrem Stellvertreter teilen und werden meistens auch von der Klassenlehrerin oder dem Klassenlehrer unterstützt und zweitens werden von Ihnen Fähigkeiten verlangt, die Sie im Familienmanagement sowieso jeden Tag unter Beweis stellen: Fingerspitzengefühl, Durchsetzungsfähigkeit, Einfühlungsvermögen, Organisationstalent.

Klassenübergreifende Elternarbeit

Elternarbeit hat darüber hinaus eine schulpolitische Dimension. Als Mitglieder der Schulkonferenz und häufig des Fördervereins nehmen die Elternvertreter in Zusammenarbeit mit Lehrern und Schülern Einfluss auf Entscheidungen des Schullebens. Die Schulkonferenz ist das Gremium, in dem bindende Beschlüsse über Schulkultur und Unterrichtsführung gefasst werden. Das betrifft organisatorische Aspekte wie Elternsprechtage, Schulfeste, bewegliche Ferientage, aber auch inhaltliche Fragen wie zusätzliche Angebote und die programmatische Zielrichtung der Schule. Die Schulkonferenz wählt aus ihren Reihen die Vertreter für diverse andere Zusammenkünfte wie Jahrgangskonferenzen, Fachkonferenzen, Sitzungen der Schülervertretung, der Landeselternvertretung und nicht zuletzt der Schulelternvertretung. Diese ist häufig Mitglied in der Landeselternschaft, die die Interessen der Eltern bei den Gremien vertritt, die für die Bildungspolitik des Landes zuständig sind. Die Landeselternschaft ist konfessionell und parteipolitisch unabhängig und finanziert ihre Arbeit durch Mitgliedsbeiträge, die von freiwilligen Spenden der Eltern erbracht werden. Sie können sich aber auch, ohne den Weg durch die Konferenzen gegangen zu sein, als einfache Klassenvertretung in eines der Gremien wählen lassen, die die Elternschaft auf Schul-, Stadt-, Landesebene vertritt. Außerdem besitzt fast jede Schule inzwischen einen Förderverein, der für finanzielle, politische und kulturelle Unterstützung sorgt - auch hier werden immer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht.

Ein Engagement mit Vorteilen

"Hilfe", werden Sie denken, "noch mehr Arbeit, noch mehr Stress". Aber solch ein Engagement kann auch viel Spaß und Bestätigung bringen. Sie arbeiten zusammen mit anderen Eltern, oft entstehen Freundschaften durch die gemeinsame Arbeit. Als Ansprechperson aller Eltern und LehrerInnen wissen Sie zuerst, was in der Klasse läuft und sind sehr dicht am Bildungs- und Erziehungsprozess Ihres Kindes beteiligt. Auch schul- und bildungspolitisch bleiben Sie auf dem Laufenden; sie werden beteiligt an wichtigen Debatten wie die Sicherheit der Schulwege, die Lehrmittelfreiheit, Gewalt an der Schule und anderen pädagogischen Themen. Spätestens hier geht das Engagement weit über das Portokassen-Sammeln hinaus und Sie können wichtige persönliche Erfahrungen sammeln.

Und wenn Ihr Kind Sie beim nächsten Mittagessen wieder ausgiebig anschweigt, können Sie sich entspannt zurücklehnen und denken: „Ich bin gut vernetzt - wenn es Probleme in der Schule gäbe, wüsste ich das schon längst."

Weitere Informationen zur Elternarbeit in der Schule finden Sie unter www.bildungsserver.de

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