10 Gründe, in der Kita zu forschen

Käfer beobachten, Schrauben sammeln oder testen, wie hoch sich Bausteine stapeln lassen – unendlich viel gehört zum kindlichen Forschen. Warum Kinder dafür Freiraum brauchen.

10 Gründe in der Kita zu forschen
© melpomenem - iStock
  1. FORSCHEN ENTSPRICHT DEM KINDLICHEN WESEN. Forschen bedeutet, Dinge und Phänomene neugierig zu ergründen, sich dabei zu bilden und sich in der Welt zu orientieren. Explorieren muss man Kindern nicht beibringen, sie sind von Natur aus neugierig. Wenn sie den Freiraum haben, eigene Erfahrungen zu sammeln, wird ihre natürliche Neugierde gestärkt.
  2. IM FORSCHEN ERSCHLIESST SICH DIE WELT. Kleinkinder erschließen sich die Welt vor allem über Sinneseindrücke. Sie sind sehr sensibel für diese zweckfrei und mit Muße gesammelten Erfahrungen. Sie kommen zu Vorstellungen über Bedeutungen und stellen Fragen. Im Modus der Muße wächst die Wahrscheinlichkeit, auf Neues und Ungewöhnliches aufmerksam zu werden.
  3. FORSCHEN ERMUTIGT ZUM AUSPROBIEREN. Direkte Begegnungen mit Pflanzen, Tieren oder Dingen können zu emotionalen Erlebnissen werden. Kinder sollten daher die Gelegenheit bekommen, zu explorieren, und ihnen sollte ausreichend Zeit zur Verfügung stehen, um Beobachtungen anzustellen. Unmittelbarkeit der Begegnungen bedeutet maximale Authentizität und ist dadurch bildungswirksam. Filme bzw. Medien können ergänzend hilfreich sein. Sie können aber nie die unmittelbare Begegnung ersetzen.
  4. BEIM FORSCHEN SIND ALLE GEFRAGT UND BETEILIGT. Jedes Kind bereichert den Forschungsprozess mit seiner individuellen Perspektive und seinen eigenen Vorerfahrungen. Wichtig ist, dass auf Äußerungen der Kinder wertschätzend reagiert wird. Wenn Fachkräfte und Kinder Dialoge über Spannendes oder Rätselhaftes führen, entwickeln sich häufig erstaunlich fruchtbare Bildungsgespräche, die u. a. dadurch gekennzeichnet sind, dass sich die jeweils relevanten Fragen aus der Sache selbst entwickeln.
  5. FORSCHEN UNTERSTÜTZT DIE SPRACHBILDUNG. Forscherische Tätigkeiten, bei denen sich die Kinder mit Neuem auseinandersetzen, sind oft geprägt durch besondere Dynamik und eigenmächtige Stimmungen, die Kinder zum Sprechen anregen. Überraschendes begegnet Kindern bei ihren Erkundungen, regt ihre Fantasie an und wirft Fragen auf. Intensives Erleben drängt danach, Worte zu finden für unbekannte Dinge und Prozesse.
  6. FORSCHEN MACHT EMPATHISCH. Erkundungen von Kindern bergen das Potenzial für die Entwicklung von Empathie und Achtsamkeit. Wenn Kinder gemeinsam einen Regenwurm beobachten, ertönt aus der Gruppe garantiert eine mahnende Kinderstimme: „Tut ihm nicht weh!“ So wird der ethische Aspekt angesprochen und kann sich weiterentwickeln. Wenn Kinder die Erfahrung machen, dass es auf das, was sie bewegt, ankommt, lernen sie auch, Verantwortung für ihr Tun zu übernehmen.
  7. FORSCHEN REGT ZUM DENKEN AN. Beim Forschen ist es wichtig, Kinder in offenen, maßgeblich vom Kind geleiteten Prozessen und Gesprächen darin zu unterstützen, sich selbst die Welt zu erschließen. Forscherische Bildung bedeutet, mit ihnen über alles ins Gespräch zu kommen, was sie interessant finden. Lassen Sie die Aussagen der Kinder stehen und fügen Sie eigene Fragen hinzu. Wichtig: Halten Sie sich mit Korrekturvorschlägen, Erklärungen und Interventionen zurück.
  8. FORSCHEN IN DER KITA BILDET, UND ZWAR ALLE. Im Austausch von Erfahrungen ergeben sich vor allem Warum-Fragen. Das kindliche Forschen zu beobachten kann helfen, sich der Bildungsprozesse bewusst zu werden. Lassen Sie sich von der Neugier der Kinder anstecken. Denn die Welt ist komplex und Orientierung zunehmend schwierig. Im Zweifelsfall steht jedem Sich-Bildenden die eigene Neugier als Antrieb zur Erschließung der Welt zur Verfügung. Dazu gehört auch der konstruktive Umgang mit Fehlern.
  9. FORSCHEN STÄRKT DAS SELBSTVERTRAUEN. Beim Forschen können Kinder ihre neuen mit ihren bisherigen Erfahrungen in Relation oder in Kontrast setzen. Das zeigt sich u. a., wenn sie Vergleiche gebrauchen: „das fühlt sich an wie …“, „das sieht so aus wie …“. Ein Kind, das auf diese Weise vergleicht, befindet sich mitten im forscherischen Erschließen seiner Umwelt. Es erlebt im besten Fall, sich etwas aus eigener Kraft erschlossen zu haben. Das Explorieren eines Kindes kann dazu beitragen, Zutrauen zu sich und in die Welt aufzubauen.
  10. FORSCHENDE KINDER GEBEN EINBLICKE IN IHRE ENTWICKLUNG. Die Art, wie ein Kind forscht, gibt den pädagogischen Fachkräften Einblicke in das kindliche Denken und Auskünfte über seine Bedürfnisse: Wie begegnet es Pflanzen und Tieren? Konstruiert es gerne? Usw. Erzieher*innen können so ableiten, was dem Kind in seiner Entwicklung guttut und wie auf seine Bedürfnisse eingegangen werden kann.
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