Ein Kleiderdampfer und ein hilfreiches KrokodilSpielerisches An- und Ausziehen

Für die Kinder im Kinderhaus Nikodemus beginnen Bewegungsangebote mit einem Ritual: Kurt das Krokodil zeigt ihnen, wie sie sich selbstständig an- und ausziehen können. Eine schwierige Aufgabe leicht umgesetzt.

Wieder verkehrt herum ausgezogen. Das T-Shirt zu wechseln ist für den dreijährigen Philipp mühsam. Er ist froh, dass Kurt das Krokodil vor und nach den Bewegungsstunden mithilft. Kurt zeigt den Kindern, wie es geht. Mit dem Maul krabbelt er in den Ärmel und dreht ihn um. Die Socken sind auch falsch herum. Für Kinder ist es erfahrungsgemäß nicht einfach, die Strümpfe zu wenden. Deshalb kommt Kurt das Krokodil ins Spiel, das mit seinem Maul beherzt zugreift und beim Umdrehen hilft. Mit dem Daumen und den Fingern bilden die Kinder das Maul, fahren in das Kleidungsstück hinein, packen zu und ziehen es auf die richtige Seite. Mit der anderen Hand wird das Kleidungsstück festgehalten. Das spielerische Anund Auskleiden ist eine Möglichkeit, das Umziehen zu organisieren und Kinder in erste Bewegungsstunden einzuführen. Das Krokodil bringt den Kindern viel bei. Mit ihm macht das Umziehen sogar richtig Spaß.

Umziehen oder nicht umziehen

Mit dem An- und Ausziehen geht Zeit für die Bewegung verloren. Deshalb sollte vorab entschieden werden, ob das ganze Umziehen notwendig ist. Dafür sprechen folgende Argumente:

  • Die Kinder können sich besser bewegen.
  • Sie lernen sich an- und auszuziehen.
  • Sie erwerben Erfahrungen in der Körperwahrnehmung und im Gleichgewicht.
  • Das Umziehen ist ein Einstimmungsritual und kann mit Geschichten und Liedern verbunden werden.

Spielerisch beginnen

Im Raum liegen kreisförmig Fliesen aus. Die Kinder nehmen mit ihrem Turnbeutel darauf Platz. Damit sie wissen, was alles im Beutel ist, packen alle zusammen aus und legen ihre Sachen als „Kleidermännchen“ auf den Boden. Das Spiel beginnt: Die Kinder laufen zu einer Musik im Kreis. Stoppt die Musik, bleiben alle stehen und raten, vor wessen Kleidermännchen sie stehen. Wer findet sein eigenes Kleidermännchen wieder? An ihrem Platz nehmen die Kinder alle Turnsachen nacheinander in die Hand und winken sich gegenseitig zu. Die Erzieherin setzt sich in die Mitte des Kreises. Sie ist ein „Tintenfisch mit vielen helfenden Armen“. Wer Hilfe beim Umkleiden braucht, besucht ihn. Nach und nach ziehen die Kinder jeweils das gleiche Kleidungsstück aus und legen es auf den ausgebreiteten Turnbeutel. Dann ziehen sie nach und nach die Turnkleider an. Wenn alle umgezogen sind, kommt ein Dampfer und zieht den Beutel mit den Kleidern an einer Leine in den Hafen. Am Schluss der Stunde zieht der Dampfer den Beutel wieder aus dem Hafen zum ursprünglichen Platz. Wieder wechseln die Kinder ein Kleidungsstück nach dem anderen. Mit zunehmender Handlungskompetenz kann das Ritual vereinfacht oder auf Wunsch der Kinder beibehalten werden.

Geeignete Kleidung

Für Bewegungsangebote in Räumen sind ein T-Shirt, eine Turnhose und Gymnastikschuhe mit rutschfester Sohle geeignet. In Turnschuhen entwickeln die Kinder wenig Gefühl und Beweglichkeit für die Füße und den Körper. Für Eltern, deren Kinder neu in der Kita sind, kann es hilfreich sein, einen Turnbeutel mit geeigneten Sachen gezeigt zu bekommen. Bewegen sich die Kinder im Sommer barfuß, muss die Verletzungsgefahr an den Zehen beachtet werden. Haarreifen, Halsketten, Ohrringe, Armbänder und Ohrstecker sollten vor dem Beginn in ein Körbchen gelegt werden. Lange Haare werden zusammengebunden. Brillen mit Sportbügeln und Kunststoffgläsern können getragen werden.

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