Literacy

Literacy, ein Begriff aus der englischsprachigen Fachliteratur, bezieht sich auf Erfahrungen von Kindern mit Erzähl-, Sprach- und Schriftkultur, d. h. bspw. auf Erfahrungen mit Schriften und Büchern, in der mündlichen Kommunikation, mit Lesefreude oder mit der Vertrautheit mit Büchern. Mit dem Begriff „Literacy“ werden im deutschen Sprachraum allgemein – aber verkürzt – auch Wissen, Fertigkeiten und Einstellungen beschrieben, die der Entwicklung des Lesens und Schreibens vorangehen.

Beim Lesen und Schreiben lernen, bzw. bei der Entwicklung der Vorläuferfähigkeiten in diesem Bereich haben sowohl die Familie als auch die Kindertageseinrichtung eine herausragende Funktion. Nahestehende Erwachsene schaffen ein sprachlich anregendes Umfeld, in dem Kinder positive Erfahrungen mit Erzähl-, Sprach- und Schriftkultur machen. Dann ist das Fundament für den Schriftspracherwerb gelegt. In mehreren Bundesländern wurden Projekte entwickelt, die zum Ziel haben, Kinder und/oder ihre Bezugsgruppen zum Lesen und Schreiben anzuregen, z. B. in Stadtteiltreffs, in Mutter-Kind-Einrichtungen, Zuhause oder in Bibliotheken.

Family Literacy

Beim Thema Literacy wurde bisher das Potenzial, das in einer Zusammenarbeit zwischen Kita und Familien steckt. Mit Methoden wie Buchstabenjagd, Leserücksäcke u. a. können Fachkräfte die familiären schriftkulturellen Erfahrungen und Praktiken unterstützen.

Unter dem Begriff Familiy Literacy werden drei Aspekte zusammengefasst:

1. die Beschreibung erzähl-, sprach- und schriftkultureller Praktiken in Familien,

2. die Beschreibung der Zusammenarbeit zwischen Bildungsinstitution und Familie im Hinblick auf diese Praktiken,

3. generationenübergreifende Interventionsprogramme im Bereich der literalen Kulturen.1