Nie aufgebenGeschichten aus den Weltreligionen

Rabbi Levi-Jitzchak von Berditschew war ein inbrünstiger Beter, der an die Kraft des Gebetes glaubte. Als man ihn einmal nach dem Grund dieses Glaubens fragte, erzählte er: „Ich sah einmal, wie man einen Dieb festnahm, und ich hörte ihn leise vor sich hinsagen: ‚Und wenn schon. Ich werde es wieder versuchen. Und das nächste Mal wird es klappen!‘ Dieser Dieb hat mich gelehrt, dass man nie aufgeben soll und dass man immer wieder von vorne anfangen muss.“

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In manchen Mönchsgeschichten wird erzählt, dass ein Altvater von Gott zu einem einfachen Wirt in der Stadt geschickt wurde, um von ihm zu lernen, was es heißt, Gott zu dienen. Hier in der jüdischen Geschichte lernt Rabbi Levi-Jitzchak von einem Dieb, was beten bedeutet. Hier ist das Bitten gemeint. Oft machen wir die Erfahrung, dass unser Beten scheinbar nicht erhört wird. Der geliebte Mensch, für den wir in seiner Krankheit beten, wird nicht gesund und stirbt. Solche Erfahrungen haben viele Menschen dazu geführt, dass sie das Vertrauen ins Beten verloren und das Beten aufgegeben haben. Die Hartnäckigkeit des Diebes beeindruckt den Rabbi. Und er wendet sie auf sein Gebet an. Wir sollen uns also von Misserfolgen nicht lähmen lassen. Auch wenn wir das Gefühl haben, unser Gebet bringt nichts, es zeigt kein Ergebnis, sollten wir immer wieder beten und bitten. Irgendwann wird uns Gott erhören. Eine ähnliche Botschaft hat uns Jesus vermittelt im Gleichnis von der Witwe und dem gottlosen Richter. Die Witwe gibt nicht auf. Und Jesus sagt: Wer so hartnäckig an seiner Bitte festhält und damit dem Richter auf die Nerven fällt, der wird von Gott auch Recht erhalten. Der wird in sich selbst den inneren Raum erfahren, in dem ihn keiner verletzen kann, in dem er Recht auf Leben erfährt.  

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