Kontrapunkt

Der Wochenrückblick

Es gibt mit Blick auf die gegenwärtige Nachrichtenlage durchaus einiges Entmutigendes, Erschreckendes und Beunruhigendes zu entdecken: ein Erstarken rechtspopulistischer Kräfte in Europa, das Damoklesschwert einer Trump’schen Autokratie in den USA, höchst unchristliche Tendenzen innerhalb der Kirchen, Schicksalsschläge ... Aber mitten in all den Verdunkelungen leuchten jedoch auch immer wieder kleine Lichtmomente auf, in denen sich Menschen nicht einfach mit den Widrigkeiten abfinden, sondern vielmehr dagegen aufstehen, Widerstand leisten und dem Bösen etwas Gutes entgegensetzen – und so ein ermutigendes Hoffnungszeichen in die Welt aussenden.

1 | Wales. Nachdem die Britin Josie Godfrey auf der Plattform X ein Foto von ihrer Weihe zur anglikanischen Priesterin gepostet hatte, wurde sie neben Glückwünschen auch mit etlichen Hass-Kommentaren versehen, die ihr das Priestertum absprechen wollen. Zahllose solidarische Priesterinnen weltweit konterten die Feindseligkeiten, indem sie die X-Timeline mit bunten Dienst-Fotos von sich fluteten.

2 | Essen. Generalvikar Klaus Pfeffer hat die Beteiligung christlicher Gruppen an den Protesten gegen den AfD-Parteitag gelobt: „Ich bin wirklich sehr beeindruckt und auch stolz auf Essen und das Ruhrgebiet. So viele Menschen waren und sind heute auf den Beinen, um vielfältig, bunt, kreativ und vor allem sehr friedlich gegen die AfD und ihre rechtspopulistische und rechtsextreme Vergiftung unserer Gesellschaft zu demonstrieren.“

3 | Glastonbury. Die britische Band Coldplay hat bei ihrem Auftritt auf dem Glastonbury-Festival den schwer an Parkinson erkrankten Hollywoodstar Michael J. Fox als Überraschungsgast auf die Bühne geholt und sich vom sichtbar bewegten Schauspieler bei einem Song auf der E-Gitarre begleiten lassen.

4 | Berlin. Mehr als 70 deutsche Professorinnen und Professoren haben ein gemeinsames Statement gegen Antisemitismus unterzeichnet. Damit stellen sie sich „ohne Wenn und Aber“ vor jüdische Studierende und Kolleginnen und Kollegen. „Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, damit sie unversehrt und sicher an unseren Einrichtungen studieren und arbeiten können und sich Jüdinnen und Juden in Deutschland und darüber hinaus sicher fühlen.“

5 | Maribor/Köln. Der slowenische Mittelfeldspieler Josip Iličić, der in den letzten Jahren aufgrund seiner schweren Depressionen das Fußballspielen bisweilen komplett aufgeben musste, hat in seinem ersten Länderspiel seit fast 1000 Tagen maßgeblich zum Aufrücken seiner Mannschaft ins EM-Achtelfinale beigetragen und wurde dabei nicht nur von den Fans, sondern auch von seinen Gegnern gefeiert.

6 | Berlin. Der Sänger Max Mutzke hat erstmals öffentlich über die Alkoholsucht seiner Mutter und deren Auswirkungen auf seine Kindheit gesprochen. Diese Erfahrungen verarbeitete er nun in seinem Lied Hier bin ich Sohn. Zudem engagiert er sich bei einem Verein für Kinder aus suchtbelasteten Familien.

7 | Frankreich. Fünf Frauen, die den Mosaikkünstler und Priester Marco Rupnik des Missbrauchs beschuldigen, fordern in einem anwaltlichen Schreiben, seine Mosaike aus Respekt vor den Opfern und den Gläubigen zu entfernen. Eine der Frauen, Schwester Samuelle, ist selbst Mosaikkünstlerin. Wäre es vor diesem Hintergrund nicht vielleicht ein starkes Zeichen, Rupniks Werke abzulösen und anschließend durch ein Mosaik der Betroffenen zu ersetzen?

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