Flut-Prophetie

Der Wochenrückblick

Sintflutartige Regenfälle, immense Sachschäden und auch Todesfälle, eine steigende Unzufriedenheit mit den Behörden: Sri Lanka versinkt im Monsun. Derartige Meldungen, die man sonst schulterzuckend mit „Das ist da unten normal“ abtut, bekommen einen ganz anderen Geschmack, wenn vor der eigenen Haustür gerade auch braune Brühen mäandern. Natur und menschliches Versagen gehen in beiden Fällen Hand in Hand. Manche rufen nun laut „Klimakatastrophe!“ und sind sehr mit sich selbst und ihrer Prophetie zufrieden. Andere Propheten schleppen einen Sandsack und bauen einen Damm. Die Nachrichten sind ähnlich ambivalent wie die Wirklichkeit.

1 | Peking. Vor 35 Jahren zeigte das kommunistische chinesische Regime seine ganze Brutalität. Mit aller Gewalt schlug es am 4. Juni 1989 die Proteste auf dem zentralen Tiananmen-Platz nieder. Seither versucht die Regierung, das Andenken an das Massaker zu unterbinden. Menschenrechtsorganisationen weisen darauf hin, dass es noch immer Personen gibt, die sich seither in Haft befinden.

2 | China/Taiwan. Dennoch gibt es auch gute Nachrichten aus Fernost. Erstmals haben Bischöfe, Priester und Fachleute aus Taiwan und der chinesischen Volksrepublik an einer gemeinsamen Tagung teilgenommen. Ende Mai debattierten sie über die „Inkulturation des Katholizismus“ in ihren jeweiligen Diözesen. Angesichts der erst jüngst wieder ausgesprochenen chinesischen Drohungen gegenüber Taiwan gewinnt die Tagung an besonderer Brisanz.

3 | Bonn/Mainz. Auch anderswo wird getagt: im Synodalen Ausschuss. Nachdem beim ersten Treffen über eine Satzung debattiert wurde, soll es beim zweiten Treffen des Übergangsgremiums zwischen Synodalem Weg und Synodalem Rat diesmal um inhaltliche Aspekte gehen. Weiterhin ist das Bischofskollegium nicht komplett; die Bischöfe von Eichstätt, Köln, Passau und Regensburg bleiben bei ihrer Ablehnung.

4 | Südafrika. In Südafrika hat der seit Abschaffung der Apartheid vor 30 Jahren regierende African National Con- gress (ANC) recht deutlich seine absolute Mehrheit verloren. Dem Land stehen turbulente Koalitionsverhandlungen bevor. Angesichts der tiefen Gräben zwischen den einzelnen Gruppen haben die Bischöfe des Landes dazu aufgerufen, die „einzigartige“ Situation dazu zu nutzen, „alle Ideologien beiseite zu lassen“. Ex-Präsident Jacob Zuma, mit einer eigenen Partei angetreten, hat das Wahlergebnis angezweifelt.

5 | USA. In den Vereinigten Staaten hat sich die Zahl der gemeldeten kirchlichen Missbrauchsfälle im Erhebungszeitraum zwischen Juli 2022 und Juli 2023 mehr als halbiert. Die Zahl sei auf 1308 gesunken, so der Ende Mai vorgelegte unabhängige Jahresbericht. Der Rückgang sei zum Teil auf die Klärung von Vorwürfen in Gerichtsverfahren und die bessere Anwendung der Richtlinien für den Umgang mit Vorwürfen zurückzuführen. Unverändert hoch ist die Zahl der Anschuldigungen durch Minderjährige: 17.

6 | Wien. Der „Klassiksender mit Herz“, Radio Stephansdom, steht seit dem Abzug kirchlicher Gelder vor großen Zukunftssorgen. Jetzt haben mehrere Prominente, darunter der Nobelpreisträger Anton Zeilinger, zu Spenden für den Sender aufgerufen. Mit einem Euro pro Tag wäre der Erhalt des angenehm unaufgeregten und musikalisch hochqualitativen Programms gesichert.

7 | Rom. Zum Abschluss noch etwas Erfreuliches. Im Vatikan werden an diesem Wochenende rund 4000 junge Chorsängerinnen und -sänger erwartet. Anlass ist das 40-jährige Bestehen des römischen Diözesanchores. Bei einem Konzert in der Audienzhalle stehen Mozart und Händel auf dem Programm, aber auch der Klassiker des Chorgründers Marco Frisina: Jesus Christ, you are my life. Halleluja, halleluja.

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