7 Momente aus 7 TagenAlles bunt

Der Wochenrückblick.

Hast du schon einen Regenbogen in Schwarz-Weiß gesehen? Kinder, die immer nur leise sind? Das gibt es nicht“, singt Kerstin Ott in ihrer Queer-Hymne „Regenbogenfarben“, die auch beim Christopher-Street-Day in Mannheim nicht fehlen durfte. Mehrere tausend Menschen zogen am vergangenen Samstag durch die Rhein-Neckar-Metropole, um die Vielfalt des Lebens zu feiern und für Aktzeptanz und Freiheit zu demonstrieren.

Ein CSD ist immer beides: Demo und Party. Und ich muss gestehen, dass ich den Party-Aspekt nach zwei Jahren Pandemie besonders genossen habe. Aber auch der politische Aspekt bleibt wichtig: Während wir in Freiheit und Sicherheit leben und feiern können, versucht Putin seine Kriegsverbrechen als Kampf gegen die angebliche moralische Verkommenheit des Westens zu legitimieren. Die Queer-Bewegung ist für ihn ein rotes Tuch, weil sie ein Wesensmerkmal unserer Demokratien zum Ausdruck bringt: die freie Entfaltungsmöglichkeit des Individuums und das Einstehen der Mehrheit für Minderheiten. Die Menschen in der Ukraine kämpfen nicht nur um ihr eigenes Leben, sondern auch für diese Werte. Darum stand der diesjährige CSD zu Recht unter dem Motto #freeukraine. Und darum wurden zwischen den Regenbogenfahnen zu Recht Ukraineflaggen geschwenkt.

Schon immer wollten Diktatoren die Welt in Schwarz und Weiß zerteilen und alles Abweichende ausradieren. Aber selbst mit schlimmster Gewalt lässt sich Freiheit auf Dauer nicht unterdrücken: „Dreh dich um, dann kannst du übern Tellerrand seh’n. Alles bunt, musst nur ein Stückchen weiter geh’n.“

1 | Köln. Wegen „moralischen Bankrotts“ wurde das Kölner Generalvikariat vorübergehend geschlossen: Die Reformbewegung Maria 2.0 hat den Verwaltungssitz am Montag mit einem Transparent und rotem Flatterband abgesperrt. Hintergrund war eine öffentlich gewordene PR-Strategie der Erzdiözese, die Kardinal Woelki den Vorwurf einbrachte, er habe Missbrauchsbetroffene instrumentalisiert, um sein Image in der Öffentlichkeit zu verbessern.

2 | Tetschen. „Wenn du mich siehst, dann weine“, steht auf einem Hungerstein am tschechischen Elbufer. Seine Inschriften reichen bis ins Jahr 1616 zurück und werden, wie dieser Tage, bei extremem Niedrigwasser sichtbar – früher der Vorbote einer Hungersnot, heute Begleiterscheinung des Klimawandels.

3 | Bonn I. Der Aufforderung, sich von ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp zu distanzieren, sind die deutschen Bischöfe nicht nachgekommen. Stetter-Karps Aussage, es brauche in Deutschland ein flächendeckendes Angebot für sichere Schwangerschaftsabbrüche, hatte für Protest der Initiative Maria 1.0 gesorgt: In ihrem offenen Brief warf sie der Laienvertreterin eine „Abkehr von der katholischen Lehre“ vor. Es entspreche „den allgemein gültigen Regeln, offene Briefe nicht individuell zu beantworten“, antwortete die Bischofskonferenz.

4 | Bonn II. Die Dokumentation Wie Gott uns schuf über die Aktion #OutInChurch wird mit dem Katholischen Medienpreis ausgezeichnet. „Klar und schnörkellos“ erzähle das Autoren-Team um Hajo Seppelt die Lebensgeschichte von „Menschen, die für die Kirche brennen, obwohl sie von ihr zurückgewiesen werden“, so die Jury-Begründung.

5 | Berlin. Trotz hoher Energiepreise sind 71 Prozent der Deutschen laut Politbarometer dafür, die Ukraine weiterhin im Krieg gegen Russland zu unterstützen.

6 | Gizeh. Beim Brand in einer koptischen Kirche sind am vergangenen Wochenende mindestens 41 Menschen umgekommen und zahlreiche verletzt worden. „Der Ort, wo Segen sein soll, ist zur Feuerhölle geworden“, beklagte Bischof Georg Bätzing.

7 | New York. Die russische Punkrock-Band Pussy Riot hat ihr neues Album Matriarchy now veröffentlicht. Und obwohl ihre Herrschaftskritik gerade auch der Kirche gilt, erinnert vieles darin an Marias Revolutionslied: „Er stürtzt die Mächtigen vom Thron.“

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