EditorialAbnutzungen

Auch Angst nutzt sich ab, wie fast alles.“ Das ist ein Satz des Zeit-Kolumnisten Harald Martenstein, der zu meiner eisernen Ration wichtiger Zitate gehört. Dieser Tage kam er mir wieder in den Sinn, als aus dem Vatikan erneut der nervös-verzweifelte Versuch eines „Basta“ nach Deutschland schallte, von den Gegnern des Synodalen Wegs eilfertig begrüßt. Aber ach, was soll man sagen: Wer lässt sich davon noch einschüchtern? Auch autoritäre Ordnungsrufe nutzen sich ab. Der Geist weht ohnehin, wo er (bzw. sie, die Geistkraft) will.

Was sich dagegen nie abnutzen wird, ist der revolutionäre Impetus des Christentums, der in die Freiheit führt. Dem gehen wir in mehreren Beiträgen nach, vor allem im Interview mit dem Tübinger Hochschulpfarrer Wolfgang Metz (vgl. S. 3). Auch Bruder Paulus Terwitte findet konstruktive Gedanken, die Menschen nicht kleinhalten, nicht disziplineren–sondern stark machen (vgl. S. 5).

Aus dem Beitrag von Bruder Paulus nehme ich auch gleich ein Wort neu in meinen Zitatenschatz auf: „Cool down–so ruft ein Kirchengebäude den Menschen zu. In der Hitzigkeit der Diskussionen wie in der Hitze des Sommers.“ Hören wir diesen Ruf!

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