Mouhanad Khorchide
Islamischer Theologe
Mouhanad Khorchide, Prof. Dr., geb. 1971 in Beirut, aufgewachsen in Saudi-Arabien, studierte Islamische Theologie und Soziologie in Beirut und Wien. Seit 2010 Professor für Islamische Religionspädagogik sowie Professor für Koran und Koranexegese an der Universität Münster und dort inzwischen Gründungsdekan der Islamisch-theologischen Fakultät.
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Die Lage im Nahen Osten ist hoch explosiv. Politische Entscheidungen gehen auch auf spannungsreiche religiöse Erzählungen sowie historische Wunden zurück. In Analysen bleiben diese jedoch oft unsichtbar – mit weitreichenden Folgen.
Das Wandern ist des Wanderers, aber nicht unbedingt des Pilgers Lust. Die einen genießen die Landschaft, die anderen haben ein Ziel vor Augen. Ein Gespräch über Sündenvergebung und Neubeginn, Gruppenzwang und Gemeinschaftsgefühl, Gipfel- und Gotteserlebnisse – und was Langstreckengeher dann doch vereint. Die Fragen stellte Hilde Naurath.
Wie kann man muslimischem Antisemitismus wirksam entgegentreten? Indem man vom gemeinsamen Ursprung erzählt, dem von Moses und Abraham verkündeten Glauben an den einen Gott, der allen seinen Kindern Heil in Aussicht stellt.
Im Islam zeigt sich: Wenn man unter einer Sekte eine Glaubensgemeinschaft versteht, die sich wegen einer abweichenden Lehre von einer großen Religionsgemeinschaft abspaltet, entscheiden meist die herrschenden Machtverhältnisse darüber, welche Gemeinschaft eine Sekte ist und welche nicht.
Auch innerhalb der islamischen Theologie wird über die Exegese der Heiligen Schriften dieser Weltreligion diskutiert. Was macht eine historisch-kritische Lektüre des Korans aus und welches Offenbarungsverständnis liegt ihr zugrunde? Eine Einführung.
Spannungen in unserer Gesellschaft gibt es keineswegs nur entlang der Religionszugehörigkeit der beteiligten Akteure. Bei Muslimen wie bei Rechtspopulisten finden sich oft dieselben Ängste vor der Globalisierung und allem Fremden, sodass sie ihre Identität in Ab- und Ausgrenzung zu dieser Bedrohung definieren. Das muss Konsequenzen für den Islam wie die islamische Theologie haben.
Auf der einen Seite der Islamkritiker, auf der anderen der muslimische Theologe: Hamed Abdel-Samad und Mouhanad Khorchide gehören in den gegenwärtigen Diskussionen über den Islam jeweils die profiliertesten Positionen. Wir haben mit ihnen über das Thema Gewalt und Friedfertigkeit im Islam, zu den richtige Koranhermeneutik, die Rolle Mohammeds und die Herausforderung des sogenannten Islamischen Staats gesprochen. Moderiert hat das Gespräch Stefan Orth.
Bereits unter Benedikt XVI. hat der katholisch-muslimische Dialog neue Impulse erhalten. Papst Franziskus setzt diesen fruchtbaren Dialog zwischen dem Islam und dem Christentum fort: Durch die Betonung des Grundsatzes der Barmherzigkeit spricht er einen zentralen gemeinsamen Nenner zwischen dem Islam und dem Christentum an, der alle Menschen, ihre Würde und ihre Glückseligkeit unabhängig von ihrer weltanschaulichen Zugehörigkeit im Blick hat.
In der islamischen Religionspädagogik geht es um das Reflektieren von Prozessen der religiösen Bildung und Erziehung. Entscheidend dabei ist die Frage, wie sich die Beziehung zwischen der islamischen Theologie und der islamischen Religionspädagogik gestaltet. Denn ein als Gesetzesreligion verstandener Islam würde aus Religionslehrerinnen und -lehrern Vermittler juristischer Sätze machen, die lediglich sagen, was erlaubt und was verboten sei.
Eine Reihe junger Migranten aus muslimischen Ländern fühlt sich als unwillkommene Ausländer und damit als Außenseiter der deutschen Gesellschaft. Durch den Islam, der als Bindeglied zu anderen Migrantenjugendlichen gleicher Herkunft gesehen wird, können sie ein Gefühl der Sicherheit aufbauen. Derart ausgehöhlte Identitäten sind allerdings stark anfällig für politische Instrumentalisierung und eine Rekrutierung für fundamentalistische Milieus.
Das Verhältnis der Muslime zu anderen Religionen kann als pluralistisch, inklusivistisch oder dialogisch beschrieben werden. Alle drei Positionen können sich auf den Koran berufen. Er stellt allerdings klar definierte Maximen für die Verhinderung des Missbrauchs und der Instrumentalisierung seiner Botschaft auf.
Nach dem 7. Oktober 2023 hat der Antisemitismus in Deutschlandzugenommen. Neben den klassischen judenfeindlichen Stereotypen gibt es auch einen dezidiert antimuslimischen Antisemitismus, der eigene Fragen aufwirft. Wie kann man ihm am besten begegnen?
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