Gedanken zur Sterbebegleitung und Abschiedskultur aus pastoraltheologischer PerspektiveAlles eine Frage der Haltung?!

Uns allen ist klar: Irgendwann einmal sind wir tot. Aber de facto befassen wir uns in guten Tagen selten genug bewusst mit den Herausforderungen des Sterbens und sicheren Todes. Wenn es dann doch soweit ist, werden die Prozesse der Sterbebegleitung oder der Beistand am Totenbett heute ganz anders durchlebt als noch vor wenigen Jahren. Gleichwohl bieten (religiöse) Sterberiten oder deren Bausteine eine stützende Rahmung an. Wesentlich mitentscheidend ist dabei die persönliche Haltung, aus der heraus die Begleitenden tätig werden und weniger deren offizielle Beauftragung durch eine Religionsgemeinschaft.

Fazit

Im Angesicht von Sterben und Tod gilt es, bei den Menschen zu bleiben – da zu sein. In den begleitenden Texten und anderen rituellen Formen kommen nicht nur ein spezifisch christlicher Auftrag, sondern eine zutiefst humane Haltung zum Ausdruck. Das Da-Sein, das Zuhören, die gewählten Texte und die begleitenden Gesten wollen nicht nur den Menschen in einer besonderen Situation würdigen, sondern sagen ihm – je nach dessen spiritueller Beheimatung – auch den besonderen Beistand, die Nähe und das Reich Gottes zu. Ein solches Tun entfaltet dabei nicht nur eine heilsame Erfahrung für die anderen, sondern wirkt auch auf die Handelnden zurück. Die Haltung, aus der heraus sich ein begleitendes Gespräch, die Textauswahl oder die rituelle Kompetenz nähren, braucht dazu Orientierungen und Vorbilder. Sie lassen sich (auch) in Haltungen Jesu und der kirchlichen Tradition finden.

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