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Über diese Ausgabe

Editorial

Artikel

  • Plus S. 803-810

    Patriarchale Strukturen und sexualisierte Gewalt

    Trotz neuer Ansätze sind patriarchale Strukturen, die schon in der Antike und in biblischer Zeit wurzeln, in Gesellschaft und Kirche noch immer sehr tief verankert. Ansgar Wucherpfennig SJ, Professor für Neues Testament in Frankfurt am Main, Sankt Georgen, zeigt diese Strukturen auf, und er weist auf die Folgen für sexualisierte Gewalt und für Glaubensfragen hin. Der Text erwuchs aus einer Ringvorlesung in Sankt Georgen im Wintersemester 2019/20.

  • Plus S. 811-824

    Sexueller Missbrauch an FrauenProstitution aus ethischer Perspektive

    Deutschland gilt aufgrund seiner sehr liberalen Gesetzgebung als „Bordell Europas“. Kritiker weisen auf die schweren körperlichen und psychischen Folgen der zumeist sozial benachteiligten Frauen hin. Elke Mack hält Prostitution für „die letzte Bastion des Patriarchats, die an den Ärmsten der Armen durchgeführt wird“. Mack ist Professorin für Christliche Sozialwissenschaft und Sozialethik an der Universität Erfurt.

  • Gratis S. 827-835

    VerschwörungsdenkenDer säkularisierte Satan

    Finstere Mächte, die eine diktatorische Weltregierung errichten wollen oder Pharmakonzerne, die Pandemien bloß als Gerüchte streuen, um gute Geschäfte zu machen: Verschwörungsmythen liefern Erklärungen für alles Mögliche. Michael Mertes grenzt den Begriff der Verschwörungstheorie ein und untersucht, weshalb das „totale Misstrauen“ auf dem Vormarsch ist. Mertes ist Jurist, Autor und Übersetzer.

  • Plus S. 837-846

    Ein Kreuz zuvielZur Restaurierung des Berliner Stadtschlosses

    In diesem Jahr wurde das Berliner Stadtschloss mit der Wiederherstellung seiner goldenen Kuppel aus preußischer Zeit restauriert. Die Kuppel wird von einem großen Kreuz gekrönt, um sie herum laufen Worte aus der Bibel. „Es mag Christen im ersten Moment freuen, wenn in Berlin ein Kreuz an so zentraler Stelle hinzugekommen ist. Was aber die christliche Botschaft von innen aushöhlt, ist ein christliches Symbol an einer Stelle, wo es sinnwidrig instrumentalisiert wurde“, kritisiert Georg Maria Roers SJ. Der Autor und Kunstbeauftragte im Erzbistum Berlin erläutert den Schlossneubau auf dem Hintergrund der Bedeutung des historischen Stadtschlosses als Machtdemonstration preußischer Herrscher.

  • Plus S. 849-857

    Das transfunktionale ParadoxJürgen Habermas und die Religion

    Können sich Religion und Vernunft auf Dauer ergänzen? Was hätte Religion der Philosophie in einer nachmetaphysischen Welt überhaupt noch zu geben außer dem, was von ethischem oder politischem Nutzen ist? Eckhard Nordhofen liest in Jürgen Habermas neuestem Werk „Auch eine Geschichte der Philosophie“ (Berlin 2019) und grenzt den Nutzen der Religion von rein funktionellen Fragestellungen ab. Nordhofen ist Philosoph, Theologe und Autor.

  • Plus S. 859-867

    Körper 4.0Machtkritik und Chancen eines transhumanistischen und theologischen Körperdiskurses

    Immer neue technische und medizinische Optionen stellen unser Körperbild infrage: Welche Verbesserungen oder Veränderungen des menschlichen Körpers sind ethisch vertretbar, welche gehen zu weit? Caroline Helmus stellt zwei sehr unterschiedliche Menschenbilder vor: die transhumanistische und die christliche. „Der Transhumanismus kann als Stachel im Fleisch der Theologie wirken, da er über seine Entgrenzungsfantasien aufzeigt, dass sich auch die Körperbilder der Theologie in Machtdiskurse verstricken können“. Helmus ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für systematische Theologie an der Universität Köln. Kürzlich promovierte sie zum Thema „Transhumanismus – der neue (Unter-)Gang des Menschen?“ (Regensburg 2020).

Rezensionen

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