Das religiöse Panorama in Schweden vor dem Papstbesuch

Bevor Papst Franziskus Ende Oktober zum Besuch der Reformationsgedenkfeier ins schwedische Lund aufbricht, führt Ulf Jonss on, Professor für Religionsphilosophie am Newman-Institut in Uppsala, durch die religiöse Landschaft eines Landes, das sich erst im Jahr 2000 vom Staatskirchentum verabschiedet hat.

Am 31. Oktober 2016 reist Papst Franziskus in die südschwedische Universitätsstadt Lund, um an der Gedenkfeier zum 500. Jahrestag der Reformation Martin Luthers teilzunehmen. Es handelt sich dabei um eine ökumenische Veranstaltung, die in Zusammenarbeit von Lutherischem Weltbund und dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen organisiert wird.

Ein neuer ökumenischer Frühling?

Dass das Treffen gerade in Lund ausgerichtet wird, hängt damit zusammen, dass der Lutherische Weltbund 1947 in ebendieser Stadt gegründet worden ist. An dem Treffen, bei dem unter anderem ein ökumenischer Gottesdienst in der romanischen Kathedrale der Stadt vorgesehen ist, nehmen außer Papst Franziskus auch Kardinal Kurt Koch, der Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, wie auch der katholische Ortsbischof Anders Arborelius OCD teil. Von lutherischer Seite sind unter anderem Bischof Munib Younan, der Vorsitzende des Lutherischen Weltbundes, wie auch das Oberhaupt der lutherischen Ortskirche, Antje Jackelén, Erzbischöfin von Uppsala, anwesend. Nach dem ökumenischen Gottesdienst im Dom von Lund ist für den Nachmittag eine ökumenische Großveranstaltung im Fußballstadion von Malmö geplant. Am Vormittag des 1. November feiert der Papst eine Messe mit der katholischen Minderheit vor Ort, bevor er wieder nach Rom zurückkehrt.
Der Nachricht, dass der Papst an der Gedenkfeier des Reformationsjubiläums in Lund teilnehmen werde, wurde bei ihrer Veröffentlichung am 25. Januar in den schwedischen Medien große Aufmerksamkeit zuteil. Päpste sieht man äußerst selten in Schweden. Nur ein einziges Mal zuvor in der Geschichte konnte das Land einen Papst als Gast begrüßen: Johannes Paul II. im Juni 1989. Die Reaktionen auf die Nachricht über den bevorstehenden Besuch von Papst Franziskus waren, aufs Ganze gesehen, sehr positiv, ja teilweise sogar enthusiastisch - sowohl bei den Mitgliedern der christlichen Kirchen wie auch in den säkularen Medien. Bei einigen Reaktionen wurde die Hoffnung auf einen neuen ökumenischen Frühling in den Beziehungen zwischen Lutheranern und Katholiken in Schweden wie auf internationaler Ebene spürbar. In manchen Medien wurden Spekulationen über andere denkbare Beweggründe für den Besuch verbreitet - zum Beispiel, dass der Besuch als eine positive Anerkennung der ehedem großzügigen schwedischen Flüchtlings- und Migrationspolitik zu verstehen sein könnte. In jedem Fall wurde schnell eine Menge unterschiedlicher Erwartungen ausgedrückt, welche guten Früchte der Besuch bringen solle.
utherischkatholischen Beziehungen eine breitere Beschreibung der aktuellen religiösen Situation im Land gegeben. Wenig überraschend: Die religiöse Lage in Schweden unterscheidet sich vielfach von der in Mittel- und Südeuropa!

Der historische Hintergrund

Schweden wird oft - zu Recht - als eines der am meisten säkularisierten Länder der Welt beschrieben. An einem normalen Wochenende besuchen etwa 5,5 Prozent der Bevölkerung eine Form von Gottesdienst: eine christliche oder eine andere. Bis dato wird ziemlich genau die Hälfte der im Land geborenen Kinder getauft, aber die Taufquote sinkt jedes Jahr um ein paar Prozent. Das bedeutet freilich nicht, dass im Land keine lange christliche Tradition vorhanden wäre. Als Schweden im 16. Jahrhundert als ein geeinter Nationalstaat entstand, war die Bevölkerung bereits seit Jahrhunderten tief vom christlichen Glauben (in seiner katholischen Form) geprägt.
Die ersten deutlichen Spuren der christlichen Mission lassen sich bis ins 9. Jahrhundert zurückverfolgen, als der fränkische Missionsbischof Ansgar zwei Reisen zum Handelsplatz Birka unternahm, der auf einer Insel unweit der heutigen Hauptstadt Stockholm gelegen ist. Archäologische Ausgrabungen der letzten Jahre weisen sogar auf eine christliche Präsenz in Süd- und Westschweden schon im 7. Jahrhundert hin. Aber erst im 11. Jahrhundert nahm die Missionsarbeit, insbesondere durch die Hilfe von angelsächsischen und germanischen Mönchen und Missionsbischöfen, so richtig an Fahrt auf, so dass große Teile Süd- und Mittelschwedens christianisiert werden konnten. Entscheidenden Anteil an dieser Entwicklung hatte die Taufe von König Erik Skötkonung Anfang des 11. Jahrhunderts, die Gründung der Bistümer Skara um 1014 und Lund im Jahr 1061 (1104 wurde Lund zum Erzbistum für den ganzen Norden erhoben) sowie die Errichtung des Erzbistums Uppsala im Jahr 1164.
Auf dem Gebiet des heutigen Schwedens gab es während des Mittelalters eine große Anzahl von Klöstern und Konventen, Anfang des 16. Jahrhunderts waren es bis zu siebzig. Die Orden hatten große Bedeutung für die Bewohner des Landes, sowohl für das religiöse Leben als auch auf andere Weise: Klöster waren Zentren für Buchproduktion, Bildung, Kunst und Musik, in ihnen wurde Krankenpflege betrieben, neue Methoden in der Land- und Tierwirtschaft gingen von ihnen aus. So ist es gewiss kein Zufall, dass das erste im Land gedruckte Buch im Franziskanerkloster auf Riddarholmen in Stockholm herausgegeben worden ist. Eine herausragende Stellung nahm das Kloster in Vadstena ein: Gegründet von der heiligen Birgitta am Ende des 14. Jahrhunderts, war es der wichtigste Wallfahrtsort im Land. Es hatte die größte Bibliothek, eine beträchtliche Herstellung von kirchlichen Textilien und Kunsthandwerk hatte hier ihren Sitz. Schließlich war das Kloster einer der größten Landbesitzer, sodass die Äbtissin in Vadstena eine sehr mächtige Frau war - so mächtig, dass sogar Bischöfe und Könige sich in Acht nahmen, um nicht mit ihr in Konflikt zu kommen.
Im 16. Jahrhundert verwandelte sich Schweden von einem, politisch gesehen, ziemlich lose zusammengehaltenen katholischen Land in einen lutherischen Nationalstaat unter einem gemeinsamen König. Die Reformation wurde dabei nicht auf Grund von Missständen oder einem Verfall der kirchlichen Sitten durchgeführt oder gar deswegen, weil größere Bevölkerungsgruppen dies wollten. Die Reformation wurde - darüber sind sich die Historiker heute einig - aus rein politischen Gründen und mit brutalem Zwang von oben, von der Königsmacht, eingeführt. Der 1523 neu gewählte König hatte verstanden, dass ihm eine lutherische Reformation die Kontrolle über die Kirche sichern würde und insbesondere den Zugang zu Eigentum und Einkünften der Kirche. Von vielen Seiten gab es starken Widerstand. Der Reformationsprozess schwankte hin und her - jahrzehntelang. Erst Herzog Karl, der spätere König Karl IX., konnte auf der Nationalsynode von Uppsala (1593) den Beschluss vorantreiben, dass die lutherische Lehre definitiv eingeführt werden sollte. Zwei Jahre darauf wurde die letzte katholische Bastion geschlossen, das Kloster in Vadstena; und einige Jahre später wurde das Katholischsein mit der Todesstrafe belegt.
Die lutherische Kirche wurde zu einer strengen Staatskirche geformt - mit dem König als höchstem Anführer. Die Bischöfe wurden vom König persönlich eingesetzt, Bischöfe und Pastoren bekamen mit der Zeit zu ihren religiösen Aufgaben eine Reihe wichtiger gesellschaftlicher Funktionen, wie zum Beispiel das Führen des Einwohnerregisters und das Schulwesen. Bis 1991 wurde das staatliche Einwohnermelderegister von den Pastoren der lutherischen Kirche geführt. Und noch bis 1996 wurde jeder schwedische Mitbürger automatisch durch Geburt Mitglied in der lutherischen Staatskirche, unabhängig davon, ob das Kind getauft würde oder nicht, außer wenn beide Eltern aus der Staatskirche ausgetreten waren. Erst durch die Trennung von Kirche und Staat im Jahr 2000 wurde diese Regelung abgeschafft.
Seit dem Beginn des 17. Jahrhunderts war Schweden ein homogenes, lutherisches Land, und alle Staatsbürger waren per Gesetz Lutheraner - keine einzige Familie im Land verblieb katholisch. Bis 1809 war es außerdem Gesetz, dass alle schwedischen Staatsbürger den lutherischen Gottesdienst an Sonntagen besuchen mussten. Als aber im Zusammenhang mit der beginnenden Industrialisierung der Bedarf an ausländischen Arbeitskräften mit besonderen Kenntnissen und Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen wuchs, wurden kleine Gruppen von Juden, Katholiken und Calvinisten ins Land gerufen, die ab 1781 das Recht bekamen, ihre Religion im Privaten auszuüben. Öffentliche, nichtlutherische Religionsausübung blieb allerdings bis in die 1870er-Jahre verboten. Dennoch kamen ab der Mitte des 19. Jahrhunderts baptistische Gruppen aus England und den USA zur Missionierung ins Land.
Eine begrenzte Form von Religionsfreiheit wurde nach heftigem Widerstand seitens der Staatskirche in den 1870er-Jahren auch für schwedische Staatsbürger eingeführt. Bis 1951 war man jedoch gezwungen, der lutherischen Staatskirche anzugehören, wenn man nicht Jude, Katholik, Herrnhuter oder Baptist war. Bis dahin war es für Nicht-Lutheraner auch verboten, wichtige Funktionen in der Gesellschaft auszuüben - wie zum Beispiel Lehrer oder Krankenschwester. Erst 1977 wurde das Klosterverbot aufgehoben, auch wenn es in der Praxis seit den 1920er-Jahren nicht mehr angewendet worden war.

Eine nachchristlich säkulare Gesellschaft

Die religiöse Situation im heutigen Schweden wird von vielen als „nachchristlich säkular“ bezeichnet, so zum Beispiel von David Thurfjell in seinem Buch „Det gudlösa folket“ (Das gottlose Volk: 2015). Damit soll ausgedrückt werden, dass religiöser Glaube weder die Gesellschaft noch die Kultur nennenswert prägt, dass Religion als Privatsache angesehen und dass das Christentum als etwas aufgefasst wird, das mehr der Vergangenheit als der Gegenwart angehört.
Spuren der langen Geschichte des Christentums sind zwar noch auf vielerlei Weise zu finden, nicht zuletzt durch die Tausenden Kirchenbauten, die über das ganze Land verteilt sind. Die meisten von ihnen werden aber nur noch von einer sehr geringen Zahl von Personen besucht. Das Wissen um den christlichen Glauben ist insbesondere bei jungen Menschen nur mehr rudimentär vorhanden. In den Schulen ist konfessioneller Religionsunterricht schon lange verboten und durch eine allgemeine Orientierung über Religion und Ethik ersetzt worden. Ein Gutteil der Menschen versteht nicht mehr, wozu Religion überhaupt gut sein soll, und viele kennen keine einzige gläubige Person mehr aus persönlicher Erfahrung. Von daher ist man es gewohnt, religiösen Glauben aus einer Art Außenperspektive heraus zu betrachten. Man erlebt Glauben als ein etwas merkwürdiges, ja komisches Phänomen. Vor allem unter älteren Personen wird Religion darüber hinaus als ein unpassendes und peinliches Gesprächsthema angesehen, ungefähr so, wie es früher unangemessen war, offen über Sexualität zu reden. Einzelne identifizieren Religion in erster Linie als eine Quelle von Gewalt und Konflikten in der Welt, und man ist deswegen dankbar - wie ein Kommentar in einer großen Tageszeitung es ausdrückte -, dass Religion in Schweden „nur auf Sparflamme“ laufe. Zugleich kommt man aber nicht davon los, dass viele zentrale Werte der schwedischen Gesellschaft ihre historischen Wurzeln in der christlichen Tradition haben - wie zum Beispiel das Pathos für soziale Gerechtigkeit und für die jedem Menschen gleiche Würde - und weiterhin einen großen Teil des öffentlichen Diskurses prägen.
Zwei Faktoren spielen eine wichtige Rolle, wenn man die Verortung der Religion im Land verstehen will: zum einen die hohe Wertschätzung von persönlicher Freiheit und zum anderen die Tendenz, Religion primär in gefühlsmäßigen und moralischen Kategorien zu verstehen. Soziologische Untersuchungen bekräftigen immer wieder, dass Schweden die individuelle persönliche Autonomie extrem stark gewichten. Das spiegelt sich auch darin wieder, dass die Familien- und Verwandtschaftsbande oft recht schwach sind. Stattdessen haben die meisten eine starke Bindung und ein großes Vertrauen in den Staat, der als Garant für die individuelle Freiheit gesehen wird. Viele Menschen fühlen eine deutlich größere Gemeinschaft und Solidarität mit Freunden und Arbeitskameraden als mit der eigenen Familie oder Verwandtschaft.
Das zeigt sich auch in der hohen Scheidungsrate und dem großen Anteil von informellen Lebensgemeinschaften („samboskap“), wie in der Tatsache, dass die Mehrheit der Haushalte Single-Haushalte sind. Den größten Teil seines Lebens als Erwachsener „Single“ zu sein, ist nichts Ungewöhnliches. Dieser starke Zug zum Individualismus hat dann durchschlagende Effekte im religiösen Bereich: Gottsucher gehen eher in die Einsamkeit in der Natur als in einen gemeinschaftlichen Gottesdienst. Eine Art Naturmystik - nicht selten emotional aufgeladen mit Wehmut und Sentimentalität - wird von vielen als die am besten passende Form von Religion erlebt. Von daher ist es eigentlich auch nicht verwunderlich, dass Religion hauptsächlich als eine rein innerliche und private Angelegenheit aufgefasst wird.
Ebenso wird Religion in starker Verbindung zum moralischen Bereich gesehen. Immanuel Kants Diktum in „Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft“: „Religion ist (subjektiv betrachtet) die Erkenntnis aller unserer Pflichten als göttliche Gebote“ hat vielleicht nirgendwo einen so großen Durchschlag gefunden wie in Schweden. Für jüngere Menschen ist die Koppelung von Moral und Religion nicht mehr so ausschlaggebend. Aber die Älteren kennen das Sprichwort „Luther auf den Schultern tragen“ noch zu gut - das andeutet, dass man ständig ein schlechtes Gewissen hat, weil man kein moralisch perfekter Mensch ist. Religiös zu sein war in Schweden lange Zeit synonym damit, ein ernstes moralisches Leben zu führen, ohne Freude oder innere Freiheit.
Dass Schweden heute ein nachchristlich säkulares Land ist, hängt natürlich mit vielen unterschiedlichen Ursachen zusammen. Ein Punkt, der dazu beigetragen hat, das Verhältnis der Schweden zum Christentum zu untergraben, ist aber sicherlich die genannte Koppelung zwischen Religion und strengem Moralismus. Ein anderer entscheidender Faktor ist das Staatskirchensystem. In und mit der Reformation verschmolzen die staatliche und kirchliche Sphäre zu einer Einheit, in der die Kirche in allen Belangen dem Staat untergeordnet war. Die lutherische Kirche konnte deswegen nie mit eigener Stimme sprechen. Die Pastoren waren Staatsbeamte und damit der verlängerte Arm des Staates in der lokalen Gesellschaft. Das Ansehen der Kirche bei der Bevölkerung wurde durch den Zwang zur lutherischen Religionsausübung auch nicht gerade verbessert. Und der lange Kampf gegen den Widerstand der Kirche gegen Religionsfreiheit verstärkte den Eindruck, dass das Christentum mit Zwang und Unterdrückung zusammenhängt.

Neue Wege der Religion

Das skizzierte Bild der religiösen Situation ist unwiderlegbar düster. Aber es sagt nicht alles. Es gibt auch mehr positive Anzeichen, die man in der Dunkelheit des nordischen Winters ausmachen kann. Wie in anderen Teilen der westlichen Welt nämlich wird auch in Schweden von der „Rückkehr der Religion“ gesprochen. Es ist eine Tatsache, dass Religion nunmehr ein Thema ist, das in den Medien und im öffentlichen Raum deutlich mehr Platz einnimmt als noch vor zwanzig Jahren.
Der nationale staatliche Radiosender zum Beispiel hat regelmäßige Programme für theologische Gespräche (zu denen oft auch katholische Vertreter eingeladen sind), und die Tageszeitungen berichten über wichtige religiöse Ereignisse, was früher eher selten war - und all dies geschieht zumeist mit einer positiven Einstellung. Sicherlich ist Religion in der täglichen Berichterstattung der Massenmedien nicht selten auch mit Konflikten und Gewalt rund um den Erdkreis verbunden, aber Schilderungen des positiven Einflusses der Religion auf das menschliche Leben - besonders auf der persönlichen Ebene - kommen inzwischen häufiger vor. Die Jüngeren haben zwar häufig keine Kenntnisse über den religiösen Glauben. Aber sie sind auf der anderen Seite auch frei von den Assoziationsmustern der Älteren, die Religion mit Gewalt und Unterdrückung verbunden hatten. Wenn Journalisten und Kommentatoren Kontakt mit Vertretern von Kirchen und Religionsgemeinschaften aufnehmen, so geschieht dies heute zumeist auf eine vorurteilsfreie, neugierige und offene Weise; nicht wenige von ihnen lassen durchblicken, dass religiöse Fragen für sie selbst durchaus interessant und wichtig sind. Es gibt breit angelegte soziologische Untersuchungen, die diese Trends belegen. Das größte Interesse für religiöse Fragen findet sich heute in den jüngsten Alterskohorten, das heißt bei den Menschen, die unter dreißig sind.
Man kann ohne Zweifel sagen, dass das Interesse an Religion im öffentlichen Raum in den letzten Jahrzehnten zugenommen hat. Aber das bedeutet nicht, dass auch die Zahl der regelmäßigen Gottesdienstbesucher zugenommen hätte, im Gegenteil: Diese Zahl sinkt aufs Ganze gesehen, wenn auch langsam. Von den rund 500 000 Personen, die an einem gewöhnlichen Wochenende einen Gottesdienst besuchen, gehen 220 000 in eine lutherische Kirche. Die übrigen 280 000 verteilen sich auf evangelikale Gemeinschaften (hauptsächlich Pfingstler und Baptisten) und auf Gemeinschaften, deren Mitglieder zumeist einen Migrationshintergrund haben (katholische und orthodoxe Christen, verschiedene muslimische Gruppen). Die letztgenannten Gruppen verzeichnen einen deutlichen Mitgliederzuwachs, sodass diese Entwicklung die religiöse Landschaft in Schweden vermutlich von Grund auf verändern wird. Katholiken und Orthodoxe sind in größerer Zahl seit mehr als fünfzig Jahren nach Schweden eingewandert, während die Einwanderung von Muslimen hauptsächlich in den letzten zwanzig Jahren erfolgt ist.
Unter den Einwanderergruppen ist der Anteil religiös praktizierender Personen spürbar höher als im Rest der Bevölkerung. Auch wenn der Anteil dieser Gemeinschaften an der Gesamtbevölkerung geringer ist als fünf Prozent, machen sie doch rund fünfzehn Prozent der regelmäßigen Gottesdienstbesucher aus.
Die gestiegene Internationalisierung der schwedischen Gesellschaft durch verstärkte Einwanderung, verbesserte Mobilität und die schnelle Weiterentwicklung der digitalen Kommunikationstechnik trägt zu einer immer pluralistischeren Kultur bei, in der auch vielfältige Ausdrücke religiösen Glaubens ihren Platz haben, so dass in den letzten Jahren neben die traditionell schwedische, individualistische Sicht von Religion auch ein anderes Phänomen getreten ist: der sichtbar wachsende religiöse Pluralismus. Der Schwede assoziiert mit Religion nicht länger einzig die lutherische Prägung des Christentums. Schweden denken bei Religion auch an Gottesdienste in der Moschee, die es nun in ihrem Viertel gibt.

Die aktuelle Situation der lutherischen Kirche

Die Trennung von lutherischer Kirche und Staat im Jahr 2000 stellt eine einschneidende Zäsur in der Geschichte des Christentums in Schweden dar. Auch wenn die Trennung nicht vollständig vollzogen wurde (einige kleine Reste des alten Staatskirchensystems sind weiterhin zu finden), hat die Reform doch neue Rahmenbedingungen für die Religionsgemeinschaften geschaffen. Der Staat verhält sich im Prinzip religiös neutral, und die verschiedenen religiösen Gemeinschaften werden gleich behandelt. Das hat dazu geführt, dass die meisten Religionsgemeinschaften - mit Ausnahme der ehemaligen Staatskirche - eine stärkere Position in der Gesellschaft einnehmen als zuvor. Die lutherische Kirche nimmt hierbei wegen ihrer großen Mitgliederzahl und ihrer besonderen Geschichte natürlich eine Sonderstellung ein. Für sie brachte die Reform vor allem die große Herausforderung mit sich, nun zum ersten Mal in der Geschichte die Erlaubnis zu bekommen, dem Staat gegenüber auf eigenen Beinen zu stehen. Schritt für Schritt hat sie neue Formen für Organisation und ihre Arbeit entwickelt.
Die lutherische Kirche - deren offizieller Name weiterhin Svenska Kyrkan (schwedische Kirche) lautet - wird nun von einer Generalsynode geleitet, deren Teilnehmer von den Kirchenmitgliedern gewählt werden. Viele hatten gehofft, dass die neue Kirchenverfassung zu einer größeren Freiheit von den politischen Parteien führen würde. Weil aber die ehemalige Koppelung mit den Parteien in großen Stücken weiterlebt, werden die allermeisten Kandidaten zur Generalsynode weiterhin von den Parteien nominiert, sodass die Parteipolitik bis heute einen bedeutenden Einfluss auf die Handlungen der Kirchenleitung hat. Die neue Kirchenverfassung hat des Weiteren die Stellung der Bischöfe so weit geschwächt, dass einige die Auffassung vertreten, dass die schwedische Kirche nun eigentlich kongregationalistisch und nicht mehr episkopal organisiert sei, da die Bischöfe vollständig der Generalsynode unterstehen (und in ihr noch nicht einmal Stimmrecht haben), die das höchste beschlussfassende Organ der Kirche ist. Auf der lokalen Ebene lassen sich entsprechende Strukturen wiederfinden: Die Pastoren der Kirchengemeinden werden von den lokalen Kirchengemeinderäten eingesetzt, die mit Vertretern der politischen Parteien besetzt sind. In gewisser Weise erinnert die lokale Ebene der schwedischen Kirche an kirchliche Organisationsformen, die in der Schweiz zu finden sind.
Die lutherische Kirche in Schweden ist weiterhin in einer Suchbewegung nach einer neuen Identität, sowohl auf der theologischen Ebene als auch wenn es um den eigenen Platz in der Gesamtgesellschaft geht. Man sucht Antworten auf die Frage, was es bedeutet, eine lutherische Kirche in einer nachchristlich säkularen Gesellschaft zu sein; man engagiert sich besonders im sozialen und diakonalen Bereich; man ist in den schweren Stunden des Lebens da, wenn Menschen von Krankheiten und Unglücken heimgesucht werden; man hat ein gut ausgebautes Seelsorgesystem in Krankenhäusern und Gefängnissen; und man steht hörbar und sichtbar für die Rechte von Migranten ein.

Die aktuelle Lage der katholischen Kirche

Es gibt nur ein einziges katholisches Bistum in Schweden mit dem Bischofssitz Stockholm. Die Diözese wird von dem Karmeliten Anders Arborelius geleitet, dem ersten in Schweden geborenen katholischen Bischof seit dem 16. Jahrhundert. Die Zahl der Katholiken, die offiziell im Mitgliedsregister eingeschrieben sind, liegt bei circa 115 000. Dazu kommt eine Dunkelziffer von vielleicht bis zu noch einmal so vielen katholisch getauften Personen, die sich nicht im Register finden, aber doch im Land leben. Insgesamt nehmen an einem gewöhnlichen Wochenende schätzungsweise zwischen 25 000 und 30 000 Personen an einem katholischen Gottesdienst teil. Die katholische Kirche konnte von der neuen Situation nach der Reform des Staatskirchenrechts im Jahr 2000 auf verschiedene Weise profitieren. Mit der Stellung als anerkannte Glaubensgemeinschaft hat man zum Beispiel die Möglichkeit, Mitgliederbeiträge über das Steuersystem einzuziehen.
Daraus, dass es nur eine Diözese gibt, sollte man allerdings nicht den falschen Schluss ziehen, dass die pastorale Situation übersichtlich sei. Die katholische Kirche in Schweden ist eine ausgeprägte Einwandererkirche, in der über achtzig Prozent der Katholiken einen Migrationshintergrund haben, sodass in einer durchschnittlichen katholischen Pfarrgemeinde Menschen aus sehr vielen unterschiedlichen Ländern vertreten sind. Oft sind in den Pfarreien achtzig und mehr Sprachen repräsentiert, unter denen etwa Arabisch, Tigrinja (Eritrea), Kroatisch, Polnisch, Slowenisch, Tagalog (Philippinen), Spanisch, Ukrainisch und Vietnamesisch herausstechen. Gewisse größere Sprachgruppen sind in eigenen Missionen außerhalb der Pfarreistrukturen organisiert, und es gibt auch eine stattliche Zahl orientalischer Riten, die durch die große Menge an Flüchtlingen aus dem Irak und aus Syrien, die im letzten Jahr in den Norden gekommen sind, an Bedeutung zugenommen haben.
Katholiken in Schweden sind also eine recht bunte Schar. Die katholische Kirche übt dabei in gewissen Bevölkerungsgruppen, insbesondere in intellektuellen Kreisen und bei Personen mit vielen internationalen Kontakten, einen großen Reiz aus, ebenso bei religiös Suchenden, die in der katholischen Kirche die theologische und spirituelle Substanz finden, die sie in anderen Gemeinschaften vermissen. Von daher könnte man sagen, dass die katholische Kirche in Schweden aus zwei Hauptgruppen besteht: teils aus Personen, die hier im Land geboren und im Erwachsenenalter zur katholischen Kirche konvertiert sind und teils aus Katholiken mit Migrationshintergrund. Etwas zugespitzt könnte man formulieren, dass es wohl nur eine Handvoll Familien in ganz Schweden gibt, die seit mehr als drei Generationen zugleich Katholiken und Schweden sind.
Vor fünfzig Jahren gab es in Schweden noch eine weit verbreitete Skepsis gegenüber allem Katholischen. Als die Zahl der Katholiken Anfang des 20. Jahrhunderts anstieg, sprach man nicht selten davon, dass man sich vor der „katholischen Gefahr“ hüten solle. Die Europäische Union wurde noch in den 1980er-Jahren von vielen als ein Beispiel für ein „katholisches Projekt“ angesehen, welches die schwedische lutherische Kultur untergraben solle. Heute sind solche Einstellungen äußerst selten. Die katholische Kirche wird nun als interessant empfunden: wegen ihrer Internationalität, ihrer langen Geschichte und wegen ihrer geistlichen und intellektuellen Schätze. Insbesondere die ignatianische und karmelitische Spiritualität treffen auf ein auffällig großes Interesse bei vielen Menschen, die auf der Suche nach geistlicher Inspiration sind - weit über katholische Kreise hinaus. Unter anderem durch die Jesuiten-Zeitschrift Signum und die von Jesuiten getragene philosophisch-theologische Hochschule, das Newman-Institut, in Uppsala wachsen auch die Kenntnis und die Wertschätzung für den Beitrag katholischer Philosophen und Theologen. Diese und andere Faktoren sollten den Weg zu einer stärkeren missionarischen Kraft der Katholiken in die schwedische Gesellschaft hinein bahnen können. Aber bis jetzt ist man zumeist damit beschäftigt gewesen, die Lampe des eigenen Glaubens in einer weitgehend verständnislosen Umgebung am Brennen zu halten.
Das Bild der katholischen Kirche in der Öffentlichkeit ist heute also entschieden besser als noch vor einigen Jahrzehnten. In diesem Zusammenhang ist auch auf das „Phänomen Franziskus“ in den schwedischen Medien hinzuweisen. Es war in Schweden durchaus üblich, Päpste in negativem Licht zu darzustellen. Franziskus ist eine Ausnahme: Schon kurz nach seiner Wahl zum Papst beschrieben Journalisten Jorge M. Bergoglio SJ als einen fortschrittsfreundlichen Reformer mit Herz und Empathie für die Menschen am Rand. Dabei ist es auch geblieben. Unter den international wichtigen Führungsgestalten unserer Zeit sticht der Papst in den schwedischen Massenmedien als eine der wenigen wirklich respektablen und ehrenwerten Personen heraus. Mit nur wenigen Ausnahmen wird der Papst als eine sympathische religiöse Führungsgestalt mit gutem Herzen und Verantwortungssinn dargestellt. Als im Mai 2015 die Enzyklika „Laudato Si’“ veröffentlicht wurde, erklärte der Leiter des Kulturressorts von Schwedens größter Tageszeitung Dagens Nyheter, dass der Papst das wichtigste Buch des Jahres herausgegeben habe; im Svenska Dagbladet, einer anderen großen Tageszeitung, ernannte ein Leitartikel den Papst zu einer Hoffnungsgestalt der Menschlichkeit in unserer Zeit. Ähnliche Aussagen könnten mit Leichtigkeit angefügt werden.

Die aktuelle ökumenische Situation

Wie an vielen anderen Orten haben sich die ökumenischen Beziehungen zwischen Katholiken und Lutheranern im Laufe des 20. Jahrhunderts Schritt für Schritt verbessert. Schon früh war die ökumenische Bewegung in Schweden beheimatet. Unter den wichtigen Persönlichkeiten zu Beginn der internationalen ökumenischen Bewegung nimmt Nathan Söderblom (1866-1931), lutherischer Erzbischof in Uppsala und Initiativgeber für das Ökumenische Treffen 1925 in Stockholm, eine besondere Rolle ein.
Auf katholischer Seite hat die ökumenische Arbeit erst durch das Zweite Vatikanische Konzil an Tragkraft gewonnen. Neben der selbstverständlichen Bedeutung des Ökumene-Dekrets „Unitatis Redintegratio“ und der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre aus dem Jahr 1999 hat die Zusammenarbeit innerhalb der ökumenischen Organisation Sveriges Kristna Råd (SKR, Rat der Christen Schwedens, gegründet 1992) große Bedeutung für die ökumenischen Beziehungen zwischen Katholiken und Lutheranern in Schweden erlangt. Der SKR ist eine ökumenische Organisation, in der praktisch alle christlichen Religionsgemeinschaften, (einschließlich der Schwedischen Kirche und der katholischen Kirche) Mitglieder sind. Durch die Zusammenarbeit im SKR sind die christlichen Gemeinschaften einander viel nähergekommen, und man konnte viele praktische Projekte miteinander durchführen, aber auch die gemeinsame theologische Reflexion vorantreiben.
Die ökumenischen Beziehungen zwischen der Schwedischen Kirche und der katholischen Kirche hatten ihren Höhepunkt im Zusammenhang mit dem Besuch von Papst Johannes Paul II. in den nordischen Ländern im Juni 1989. Dem Besuch vorangegangen waren lokale, bilaterale theologische Gespräche in sehr konstruktivem Geist. Führende Persönlichkeiten innerhalb der Schwedischen Kirche, darunter der damalige Erzbischof Bertil Werkström, nährten die Hoffnung auf sichtbare Einheit zwischen den beiden Kirchen in überschaubarer Zukunft. Diese Erwartungen waren damals nicht zuletzt aufgrund der guten persönlichen Beziehungen von Erzbischof Werkström und Johannes Paul II. nicht völlig unrealistisch. Ein späterer Gegenbesuch in Rom mit einer gemeinsamen Vesper im Petersdom bestärkte in vielen Augen den Eindruck, dass die Einheit nun nicht mehr weit entfernt sein könne.
Der Weg dorthin hat sich aber doch als schwerer gangbar herausgestellt, als viele gedacht haben. In den letzten fünfundzwanzig Jahren waren die ökumenischen Beziehungen zwischen Katholiken und Lutheranern in Schweden, wie an anderen Orten, von einer gewissen Müdigkeit und Stagnation geprägt. Das bedeutet aber nicht, dass die Beziehungen im Allgemeinen schlecht wären. Die Kontakte zwischen beiden Seiten sind alltäglich geworden, man kennt einander - und vor allem auf der lokalen Gemeindeebene gibt es oft gut funktionierende ökumenische Zusammenarbeit.
Man merkt aber auch, dass wir nicht mehr in der Zeit der großen ökumenischen Visionen leben. Das zeigt sich unter anderem durch einige neue Irritationsmomente in der Ökumene. Hierher gehört zum Beispiel, dass die Schwedische Kirche, unter starkem Druck der Vertreter der politischen Parteien in der Generalsynode, im Jahr 2009 die gleichgeschlechtliche Ehe eingeführt hat, obwohl man nur ein Jahr zuvor eine Übereinkunft mit den anderen Konfessionen in Schweden getroffen hatte, gemeinsam den Vorschlag der Regierung zu stoppen, den juridischen Ehebegriff auf diese Weise zu ändern.
Vor diesem Hintergrund ist es umso erfreulicher feststellen zu können, dass die lutherische Erzbischöfin von Uppsala, Antje Jackelén, inzwischen Signale ausgesendet hat, dass sie sich für eine neue Phase der ökumenischen Zusammenarbeit von Katholiken und Lutheranern einsetzen will. In einem längeren Artikel in Svenska Dagbladet Ende Januar 2016 ermahnte sie Lutheraner und Katholiken, die Chance zu ergreifen, das Reformationsgedenken am 31. Oktober 2016 zu einem Ereignis zu machen, an dem beiden Seiten gelegen ist:

„Für mich als Erzbischöfin in der Schwedischen Kirche ist es eine Freude, dass wir zusammen mit der katholischen Kirche in Schweden die Verantwortung als Gastgeber für dieses spezielle ökumenische Fest in Lund bekommen haben.“

Selbstkritisch erinnert sie daran, dass die Reformation in Schweden von der politischen Macht oft mit Zwang und oft gegen den Willen des Volkes durchgeführt wurde und dass die Reformation dazu führte, dass Menschen wegen ihres Glaubens verfolgt wurden. Daraus zieht sie die Schlussfolgerung:

„Einen Anlass zu einer triumphalen Jubiläumsfeier gibt es nicht.“ Stattdessen sei es nun Zeit für die „Heilung der Erinnerung, eine Ökumene der Liebe und der Begegnung, des Zuhörens und der Freundschaft.“

Der Papst bei Lutheranern und Katholiken in Schweden

Wenn Papst Franziskus zum gemeinsamen, ökumenischen Treffen von Lutheranern und Katholiken nach Lund kommt, kann er davon ausgehen, auf ein großes Maß guten Willens zu treffen: nicht nur von katholischer Seite, sondern auch seitens der Medien. Kein anderer Papst wurde von der schwedischen Öffentlichkeit je so geschätzt wie Franziskus. Er wird von vielen als eine der Führungsgestalten in der internationalen Arena gesehen, die am meisten Hoffnung geben können - und das selbst von kirchenfernen oder „religiös unmusikalischen“ Menschen.
Was die ökumenischen Beziehungen anbelangt, ist die Lage vielleicht nicht in jeder Beziehung besonders erhebend. Andere müssen beurteilen, was das Treffen in Lund für den internationalen Dialog zwischen Lutheranern und Katholiken auf lange Sicht bedeuten kann. Da es aber so aussieht, dass es während des Reformationsgedenkjahres keinen Papstbesuch in Luthers Heimat Deutschland geben wird, kann das Treffen in Lund vielleicht an Bedeutung gewinnen. Auf der lokalen schwedischen Ebene wird es hoffentlich zu einer Erneuerung der ökumenischen Beziehungen beitragen. Denn auch wenn das ökumenische Klima heute nicht im gleichen Maße günstig wie in den 1980er-Jahren ist und obwohl neue Hindernisse seit dieser Zeit auf dem Weg aufgetaucht sind, so gibt es doch auch heute unter vielen Gläubigen die Hoffnung, dass neue Schritte in Richtung der sichtbaren, konkreten Einheit der Christen getan werden können.
Als ich diesen Artikel schrieb, traf ich auf der Straße vor dem erzbischöflichen Haus in Uppsala Heinz Jackelén, den Ehemann der lutherischen Erzbischöfin. Er kam mir mit einem freundlichen Lächeln auf den Lippen entgegen und grüßte mich mit den Worten: „Lass uns gemeinsam in Lund feiern!“ Wir wollen hoffen, dass das Treffen in Lund eine konstruktive und positive Erfahrung wird, ein Wegweiser hin auf eine gemeinsame Zukunft. Vielleicht wäre es das beste Zeichen eines gemeinsamen Feierns, wenn es gelänge, ein deutliches Zeugnis von der lebensspendenden und heilenden Kraft des Evangeliums auch in unserer Zeit zu geben. Wir können gemeinsam Rechenschaft von der Hoffnung geben, die uns als Christen trägt (vgl. 1 Petr 3,15). Dann wird das Treffen in Lund zu einer Manifestation für die Wichtigkeit und Sinnhaftigkeit des christlichen Glaubens auch in unserer Zeit! Ein solches gemeinsames christliches Zeugnis braucht es in unseren Breiten: „Damit die Welt glaube“ (Joh 17,21).

(Aus dem Schwedischen von Marc-Stephan Giese SJ, Stockholm

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