Segen für das neue Jahr – Gottesdienst – Für kleine Gruppen

Vorbereiten: 12 Kerzen

Eröffnung 

Wir sind zusammengekommen, um das neue Jahr mit einem Gottesdienst zu beginnen. Sicher bewegen uns dabei die Turbulenzen des vergangenen Jahres. Sie haben uns vor manches Problem und manche Aufgabe gestellt, die keiner von uns ahnen konnte und auf die wir so nicht vorbereitet waren. Vieles wurde anders als geplant, manches war gar nicht möglich, anderes, an das bisher niemand gedacht hat, ist dazugekommen. Auch für unseren Glauben bedeutete die Zeit eine Herausforderung. Zweifellos sind wir um manche Erkenntnisse und Erfahrungen reicher geworden. Dafür wollen wir Gott danken. Was uns immer noch schmerzt, möge mit seiner Hilfe heilen. Was offengeblieben ist, wollen wir vor ihn hinlegen mit der Hoffnung, dass daraus noch etwas entstehen kann.

So rufen wir voll Vertrauen:

Kyrie, eleison. Christe, eleison. Kyrie, eleison.

Gebet 

Lebendiger Gott, ein neues Jahr liegt vor uns. Wir wollen es mit Optimismus und Vertrauen beginnen, doch waren die Erlebnisse und Erfahrungen der vergangenen zwölf Monate so stark, dass sie sich in dem neuen Jahr niederschlagen werden. Wir wollen sie nützen und daraus für die Zukunft lernen. Leite uns dazu durch deinen Geist, den Geist der Wahrheit und der Erkenntnis, den Geist der Liebe, des Friedens und der Zuversicht– jetzt und jeden Tag dieses Jahres. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Reflexion 

Welches Ereignis hat mich im vergangenen Jahr am stärksten getroffen?

Welche Gedanken kamen mir dabei?

Wie ging es mir mit ungewohnten Maßnahmen (Ausgangssperren, Abstandsregelungen…)?

Was fiel mir auf? Was hat sich verändert?

Was folgere ich für mich daraus für dieses Jahr, für die kommende Zeit?

Stille, evtl. leise Musik

Wer möchte, sagt einen Gedanken.

Lesung 

Röm 8,38–39

Betrachtung zur Lesung 

Das vergangene Jahr ist sehr turbulent verlaufen. Turbulent verlaufen ist auch das Leben des Apostels Paulus. Ausführlich schreibt er an anderer Stelle darüber. (2Kor 11,23–28) Die Zeilen, die wir eben gehört haben, sind dazu ein Resümee. Aus ihnen spricht eine große Sicherheit und ein unerschütterliches Vertrauen in die Größe der Liebe Gottes. Was immer sich auch ereignet hat, was immer er durchstehen musste, er konnte es durchhalten. Es gibt eine Macht, die stärker ist als alles erlittene Leid, als alle Enttäuschung, alle Unsicherheit zusammen. Diese Macht ist die Liebe Gottes. In Jesus hat sie Gestalt angenommen und sich den Menschen gezeigt. Für Paulus ist die Liebe Gottes zum Fundament seines Lebens geworden, das ihn durch alle Umstände seines Lebens, auch die schlimmsten, getragen hat. Keine von all diesen belastenden, gefährlichen, ja lebensbedrohenden Situationen, keine Verleumdung, keine Enttäuschung über Menschen, konnte daran rütteln. Mit dieser Überzeugung antwortet Paulus auf eine Frage, die ihm sicher gestellt wurde und die auch uns von Nichtgläubigen gestellt wird: »Was bringt dir dein Glaube?« Paulus beschönigt nicht Dinge, die nicht zu beschönigen sind, nimmt Sorgen nicht weg. Er sagt aber aus eigenem Erleben, dass die Verbindung mit Jesus Kräfte mobilisiert, die bewirken, dass wir in solchen Situationen nicht daran zerbrechen. Wir können damit fertigwerden, weil nicht sie das letzte Wort über uns sprechen, sondern Gottes Liebe. Keine andere Macht ist stärker als diese.– Ich hoffe, zumindest der eine oder die andere von uns haben dies in ihrem Leben auch so erfahren und können diese Erfahrung weitergeben. Auf alle Fälle aber begleite uns dieser Gedanke, wenn wir auf das neue Jahr schauen. Was es bringen wird, wissen wir nicht. Was wir wissen ist, dass wir auf Gottes Liebe vertrauen und uns daran halten können.

Lichter für das neue Jahr

Guter Gott, ein neues Jahr liegt vor uns. Wir wissen nicht, was auf uns zukommt, wissen aber, dass du es mit uns gehst. Jeden Monat des Jahres vertrauen wir nun dir an und bitten, dass wir ihn in deinem Licht gehen können.

(Zu jedem Monat eine Kerze anzünden)

Januar 

V1: Der Januar ist der Monat des Anfangs.

V2: Wir bitten um Segen für alles, was wir beginnen, und um das Vertrauen in den Weg, den Gott uns führt.

A: Herr, in deine Hände sei Anfang und Ende, sei alles gelegt.

Februar 

V1: In den Februar fällt der Fasching. Er wird heuer vielfach anders sein als gewohnt.

V2: Wir bitten um den Blick für das Gute in der Welt, um Optimismus und Vertrauen und auch um die Gabe, einmal über uns selbst lachen zu können.

A: Herr, in deine Hände sei Anfang und Ende, sei alles gelegt.

März 

V1: In den März fällt die Zeit der Vorbereitung auf Ostern.

V2: Wir bitten um eine Lebenshaltung der Umkehr, dass es uns gelingt, aus vergangenen guten und schlechten Erfahrungen zu lernen und in die Tiefe zu wachsen.

A: Herr, in deine Hände sei Anfang und Ende, sei alles gelegt.

April 

V1: Im April feiern wir Ostern.

V2: Wir bitten um offene Augen und Ohren für die Zeichen von Erneuerung in unserem Leben und in unserer Umgebung. Wir sind dankbar für einen Gott, der auch im Leiden mit uns geht und letztendlich alles zum Guten wendet.

A: Herr, in deine Hände sei Anfang und Ende, sei alles gelegt.

Mai 

V1: Im Mai blüht die Natur.

V2: Wir sind dankbar für die Vielfalt und die Schönheit der Schöpfung. Unsere Bitte ist, dass die Menschen alles tun, diese Vielfalt und Schönheit zu erhalten. Auch wir wollen wir dazu beitragen.

A: Herr, in deine Hände sei Anfang und Ende, sei alles gelegt.

Juni 

V1: Im Juni erreicht das Jahr seinen Höhe- und Wendepunkt.

V2: Wir schauen auf Höhe- und Wendepunkte in unserem Leben, überlegen, was sie bedeuten, danken für die Menschen, die uns begleitet haben, und gehen mit Zuversicht unseren weiteren Lebensweg.

A: Herr, in deine Hände sei Anfang und Ende, sei alles gelegt.

Juli 

V1: Der Juli ist der Sommermonat.

V2: Sommer bedeutet Ferien, Urlaub, etwas anderes tun. Wir wollen diese Wochen nutzen, um Kraft zu schöpfen, Neues kennenzulernen, Erfahrungen zu sammeln und für alles, was uns dabei geschenkt wird, dankbar zu sein.

A: Herr, in deine Hände sei Anfang und Ende, sei alles gelegt.

August 

V1: Im August sind viele Menschen unterwegs.

V2: Wir bitten für alle, die auf Reisen sind, dass sie gut wieder in ihre Heimat zurückkommen. Wir bitten auch für alle, die ihre Heimat verlassen mussten, dass sie an einem sicheren Ort Aufnahme finden.

A: Herr, in deine Hände sei Anfang und Ende, sei alles gelegt.

September 

V1: Im September beginnt der Herbst.

V2: Mit dem Herbst kommt ein neues Schul- oder Studienjahr, eine Ausbildung, der erste Tag am neuen Arbeitsplatz, der erste Tag der nachberuflichen Lebenszeit … Wir bitten für alle, die einen Schritt ins Ungewisse gehen müssen und wünschen ihnen Gottes Segen.

A: Herr, in deine Hände sei Anfang und Ende, sei alles gelegt.

Oktober 

V1: Oktober ist der Erntemonat.

V2: Wir sind dankbar für die Ernte, die wir einfahren und genießen können: für alles, was im Leben gelungen ist, für die Menschen, die uns schätzen und die sich um uns kümmern, für alle, die sich um das sorgen, was wir zum Leben brauchen, und bitten für sie.

A: Herr, in deine Hände sei Anfang und Ende, sei alles gelegt.

November 

V1: Der November erinnert an Vergänglichkeit.

V2: Wir denken an unsere Verstorbenen. Wir bitten für alle, die in diesem Jahr um einen Menschen trauern. Wir bitten für alle, die Sterbende und Trauernde begleiten.

A: Herr, in deine Hände sei Anfang und Ende, sei alles gelegt.

Dezember 

V1: »Gott wird Mensch« ist die Botschaft des Dezembers.

V2: Wir feiern Advent und Weihnachten und bitten, dass alle Menschen, die nach einem Sinn und ein Ziel für sich suchen, Gott finden.

A: Herr, in deine Hände sei Anfang und Ende, sei alles gelegt.

Vielleicht weiß jemand jetzt schon, was in diesem Jahr auf ihn zukommen wird, und möchte deshalb noch einen Wunsch oder eine Bitte anfügen…

Guter Gott! Schau auf uns und auf alle, für die wir beten, und erfülle unsere Bitten nach deinem Willen

Segen für das neue Jahr 

Nun bitten wir, dass das neue Jahr zum Segen werde:

V/A: Gott, segne und vollende, was wir begonnen haben!

Jetzt bitten wir, dass alles, was wir im neuen Jahr in die Hand nehmen, gesegnet sei:

V/A: Gott, segne uns und mach uns zum Segen!

Wir reichen uns die Hände und schicken Segen

– unseren Nachbarn

– unseren Angehörigen

– unseren Freunden

– den Menschen, denen wir täglich begegnen

– in unsere Wohnräume

– in alle Räume, in denen wir uns aufhalten

– auf alle Straßen und Wege, die wir gehen

V/A: Gott, segne sie und mach sie zum Segen!

Segensbitte 

Uns und alle Menschen segne Gott, der uns in seinen Händen hält,

der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

Mit diesem Segen beginnen wir das neue Jahr. Wo wir sind, begegnen wir gesegneten Menschen. Wo wir uns aufhalten, halten wir uns in gesegneten Räumen auf. Wir sind umgeben vom Segen Gottes, den uns gesegnete Menschen zusprechen. Daher wünschen wir einander ein gutes neues Jahr!

Hanns Sauter

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