Über diese Ausgabe

Editorial

Lebenskunst

  • Plus S. 2

    Eine Kerze anzündenAlltagsspiritualität

    Der Mesner der Autobahnkirche in der Nähe von Baden-Baden erzählte mir, dass täglich unzählige Menschen hier ihre Fahrt kurz unterbrechen und sich für einige Minuten in die Kirche setzen. Oft haben sie dabei auch das Bedürfnis, eine Kerze anzuzünden. Das ist ihre Weise, für einen anderen Menschen zu beten.

  • Plus S. 3

    LebensfragenForum

    "Die Adventswochen sind für mich keine Zeit der Stille, sondern der Hektik. Ich muss geschäftlich so viel erledigen, aber auch für das Weihnachtsfest in der Familie vorbereiten."
    "Ich habe einen Mann kennengelernt, der meine Sehnsucht nach spirituellem Austausch erfüllt. Ich hatte gehofft, dass es eine gute Beziehung wird, dass ich mit ihm mein Leben teilen kann. Aber je stärker mein Wunsch nach einem gemeinsamen Leben wird, desto mehr zieht er sich zurück."

  • Plus S. 4-5

    Sehnsucht weitet das HerzLebensthema

    In allem kann der Mensch lügen. In alles kann sich etwas Unechtes und Falsches einschleichen. Liebe kann geheuchelt sein. Die Höflichkeit nur anerzogen. Das Helfen kann aus egoistischen Motiven erfolgen. Aber bei der Sehnsucht kann der Mensch nicht manipulieren. Ernst Bloch hat in einem Interview zu seinem 90. Geburtstag gesagt: „Ich habe in meinem Leben herausgefunden, dass die Sehnsucht die einzig ehrliche Eigenschaft des Menschen ist.“ Der Mensch ist seine Sehnsucht. Die Sehnsucht bringt uns in Berührung mit dem Potential, das in unserer Seele verborgen liegt.

Spiritualität

  • Plus S. 6-7

    Nähe und FerneGeschichten aus den Weltreligionen

    Ein Schüler fragte den Baalschem: „Wie geht das zu, dass einer, der an Gott hangt und sich ihm nah weiß, zuweilen eine Unterbrechung und Entfernung erfährt?“ Der Baalschem erklärte: „Wenn ein Vater seinen kleinen Sohn will gehen lehren, stellt er ihn erst vor sich hin und hält die eigenen Hände zu beiden Seiten ihm nah, dass er nicht falle, und so geht der Knabe zwischen den Vaterhänden auf den Vater zu. Sowie er aber zum Vater herankommt, rückt der um ein weniges ab und hält die Hände weiter auseinander, und so fort, dass das Kind gehen lerne.“ (Martin Buber, Schriften zum Chassidismus 181)

  • Plus S. 10

    Die Hände in die Brustmitte haltenKleine Gebetsschule

    Eine Gebetshaltung, die gerade für die Adventszeit gut passt, ist: Ich lege meine beiden Hände auf die Brustmitte. Die Brustmitte ist ein besonders energetischer Ort. Ich komme dort mit meiner Sehnsucht in Berührung. Ich kann diese Haltung für mich allein machen. Dann spüre ich in mir die Sehnsucht nach Liebe und Wärme. In mir tauchen vielleicht auch kindliche Wünsche auf. Aber ich trauere diesen nicht nach. Ich spüre vielmehr, dass das, wonach ich mich als Kind gesehnt habe, schon in mir ist.

  • Plus S. 11

    Gottes Traum für unsBibel tiefer verstehen

    „Das Wort, das Jesaja, der Sohn des Amoz, in einer Vision über Juda und Jerusalem gehört hat. Am Ende der Tage wird es geschehen: Der Berg mit dem Haus des Herrn steht fest gegründet als höchster der Berge; er überragt alle Hügel. Zu ihm strömen alle Völker. Viele Nationen machen sich auf den Weg; sie sagen: Kommt, wir ziehen hinauf zum Berg des Herrn und zum Haus des Gottes Jakobs. Er zeige uns seine Wege, auf seinen Pfaden wollen wir gehen. Denn von Zion kommt die Weisung des Herrn, aus Jerusalem sein Wort. Er spricht Recht im Streit der Völker, er weist viele Nationen zurecht. Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern und Winzermesser aus ihren Lanzen. Man zieht nicht mehr das Schwert, Volk gegen Volk, und übt nicht mehr für den Krieg. Ihr vom Haus Jakob, kommt, wir wollen unsere Wege gehen im Licht des Herrn.“ (Jes 2,1-5)

Interview

Autoren/-innen