Heft 1/2021Osteuropa

Inhalt
1. Auflage 2021
Bestellnummer: Z060034
Erscheinungstermin PDF: 2021
Bestellnummer PDF: D100588

Dieses Heft trägt den einfachen Titel »Osteuropa«. Seit dem Ende der kommunistischen Herrschaft ist uns dieser Teil Europas näher gerückt. Die Europäische Union hat viele Nachfolgestaaten des ehemaligen Warschauer Pakts in ihre Reihen aufgenommen. Man kann in einigen dieser Länder auch mit dem Euro bezahlen.

Dieses Heft der Diakonia will Blicke nach Osteuropa richten. Die Artikel eröffnen ein Panorama vielfältiger Entwicklungen innerhalb von Ländern und Regionen. Dabei wird deutlich, dass die 30 Jahre seit der »Wende« einen Entwicklungsschub gebracht, die Eröffnung von Freiheit und Selbstbestimmung ermöglicht, aber auch neue Probleme ans Licht gehoben haben. Theologen nehmen die Situation der christlichen Kirchen in Ungarn und Slowenien in den Blick. neuere Filme geben intime Einsichten in die polnische Gesellschaft und Kirche. Vor allem aber sind es Erfahrungen, die in diesem Heft ausgetauscht werden. aus Hilfsmaßnahmen in konkreten Notsituationen sind Projekte der Partnerschaft und Freundschaft geworden. Menschen gingen und gehen in die Länder »Osteuropas«, um dort zu leben und zu zeigen, wie Kirche sein kann: Leben stiftend, Beziehungen aufbauend, selbstlos einfach da seiend.

Bei der Vielfalt »Osteuropas« können das aber immer nur Schlaglichter sein. Sie wollen ermutigen. Vor 30 Jahren wurden die politischen und gesellschaftlichen Veränderungen als »Wende« beschrieben. Geschichte wiederholt sich nicht. Sie kann aber Erinnerungen bereitstellen, aus denen neues entsteht. Das verbindet alle Artikel in diesem Heft: die Sehnsucht nach einer Gesellschaft, in der christliches Leben und Wirken verändernd wirkt.

Über diese Ausgabe

Berichte und Diskussionen

Thema

  • Plus S. 2-7

    Osteuropa – 30 Jahre nach der Wende

    Im Herbst 2020, wenige Wochen vor dem erneuten coronabedingten Lockdown, wurden 30 Jahre der deutschen Einheit gefeiert. Große Veranstaltungen waren nicht möglich. Der Ministerpräsident von Brandenburg, Dietmar Woidke, machte in seiner Rede in der Filmstadt Babelsberg auf die ambivalente Bewertung dieses Ereignisses aufmerksam.

  • Plus S. 8-14

    Kirchen in UngarnGrundstrukturen der katholischen und calvinistischen Kirchen in Ungarn

    Nach der letzten Volkszählung (2011) erklärten sich 3,87 Millionen Bürger als katholisch (0,18 davon griechischer Ritus); 1,15 als Calvinisten, 0,21 als Lutheraner, 0,01 als Juden. Dies entspricht 39 % der Gesamtbevölkerung, die sich als Katholiken bekennen; 11,6 % der Bevölkerung sind Calvinisten. Eindeutig konfessionslose Personen machen 18,2 % aus, während 27,2 % auf die jeweilige Frage nicht geantwortet haben. Dies könnte auf eine gewisse Latenzzeit der Religionszugehörigkeit hindeuten.

  • Plus S. 15-22

    Kirche in Slowenien 30 Jahre nach der Wende

    Die Kirche, »wie ein Sakrament oder als Zeichen« von Jesus Christus (LG 1; GS 42), die sich seit Beginn in ständiger Bewegung und Entwicklung befindet, obwohl sie im Kern einen zeitlosen und unzerstörbaren Inhalt trägt, steht immer im Dienst der Erlösung. So menschlich sie auch ist, sie ist anpassungsfähig und semper reformanda. Auch äußere historische Umstände und Bedingungen diktieren Veränderungen in der Kirche. Die Kirche in Slowenien erlebte unter der Herrschaft der kommunistischen Partei während der sozialistischen Gesellschaftsordnung eine solche erzwungene Situation.

  • Plus S. 23-32

    Der polnische Katholizismus im Fokus des polnischen Films

    Die katholische Kirche in Polen konnte sich nach dem Ende des real existieren- den Sozialismus lange Zeit als Siegerin im Kampf der Weltanschauungen sehen. Sie hatte aufgrund der für Polen typischen Amalgamierung von Katholizismus und Nation die Jahre des Kommunismus nicht nur ohne größere Verluste ihrer Mitglieder überstanden und sich – so wie schon im 19. Jahrhundert – als die entscheidende Institution für die Kontinuität der polnischen Nation bewiesen. Die Rolle der Kirche für den Wandel in Polen, für den Aufbau eines freiheitlichen, demokratischen Staates kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Zudem konnte sie mit Johannes Paul II. einen der wirkmächtigsten globalen Akteure im letztlich siegreichen Kampf gegen das kommunistische Staats- und Gesellschaftssystem mit Stolz als einen der ihren betrachten.

Best Practice

  • Plus S. 33-40

    Sachsen als Brücke für ein vereintes EuropaSachsens Fokus auf Europas Osten

    In den letzten Jahren ist der Ton in der internationalen Politik beständig rauer geworden. Jahrzehntelang bewährte Instrumente und Institutionen der Schlichtung, Streitbeilegung und des konstruktiven Multilateralismus werden durch zahlreiche Akteure – nicht nur Staaten – in Frage gestellt, sogar heraus- gefordert. Stellvertreterkriege wie etwa in Syrien und sogenannte eingefrorene Konflikte binden enorme Ressourcen auch in Ländern, die von ihnen nur mittelbar betroffen sind. Ressourcen, die weltweit für dringende Aufgaben wie Ernährung, Bildung, Umweltschutz, aber auch Forschung und Entwicklung oder Gesundheitsfürsorge fehlen.

  • Plus S. 41-45

    Als Deutschenseelsorger in Prag

    Ein ganz normaler Sonntag, 11.00 Uhr, in der kleinen Barockkirche St. Johannes Nepomuk am Felsen am Karlsplatz (Karlovo námestí) in der Prager Neustadt. Das Gotteshaus ist die Pfarrkirche der deutschsprachigen katholischen Pfarrei Prag. Was sind das für Menschen, die den Sonntagsgottesdienst besuchen?

  • Plus S. 46-51

    Partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Partnern in OsteuropaErfahrungen in der Zusammenarbeit der Malteser und der Osteuropa-Arbeit im Bistum Trier

    Im Dezember 1990 fuhr ein Sondierungsteam der deutschen Malteser in die Sowjetunion, um die Möglichkeiten zu erkunden, der unter dem wirtschaftlichen Niedergang leidenden Bevölkerung mit sogenannten Frei- oder Armenküchen zu helfen. Die demokratischen Revolutionen in Osteuropa, die in Polen ihren Anfang genommen hatten und die mit der Reformpolitik unter Präsident Gorbatschow ermutigt wurden, führten Ende der 1980er Jahre zum Zerfall des Ostblocks und schließlich zur Auflösung der Sowjetunion. Dieser Umbruchprozess führte zu gravierenden wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen.

  • Plus S. 52-54

    Die Partnerschaft ist ein gutes Fundament

    Im Gespräch berichten Margarethe Urbanek, die als Freiwillige bei den Maltesern in Iwano-Frankiwsk 2011/12 mitgearbeitet hat, und Dmytro Chobotar aus Iwano-Frankiwsk, der seinen Freiwilligendienst 2017 bei den Lebenshilfe-Werkstätten in Trier geleistet hat, von ihren Erfahrungen.

  • Plus S. 55-61

    Aufbruch nach sozialer VerwüstungDas Sozialprojekt ELIJAH in Rumänien – ein kirchlicher Beitrag

    Das Soziale: Die Option für die Armen ist in Rumänien für die Kirche brennend. Stehen die Kirchen auf der Seite der Armen, befähigen sie die Reichen und vor allem die Neureichen zum Teilen? Die Ökumene im Land ist keineswegs eine Selbstverständlichkeit. Wird die griechisch-katholische Kirche zwischen Orthodoxie und römisch-katholischer Kirche als Märtyrerkirche geschätzt, wird ihr Raum gegeben? Die Großkirchen verlieren an Zulauf. Wie wird die Rolle der Freikirchen gesehen? Bestimmend sind dogmatisches Denken und eine starke Liturgie. Wie kann die Bibel in die Hand der Menschen kommen, um die Unterscheidung der Geister und ein verantwortliches Handeln zu fördern?

Aus dem Fuchsbau