DiakoneEin Leben als Diakon

Über den Dienst in einer Pfarrei und das Familienleben erzählen rückblickend auf ein langes Engagement ein Diakon und dessen Kinder. Ein Stück Glaubensgeschichte.

Als ich am 8. Dezember 1985 in Paderborn zum Diakon geweiht wur­de, war ich 43 Jahre alt. Da es zu dieser Zeit im Erzbistum nur Ständige Diakone mit einem Zivilberuf gab, blieb ich bis 2006 als Lehrer für Religion, Pädagogik und Musik an einem Dortmunder Gymnasium tätig. Meine Frau Wilma und ich waren zum Zeitpunkt der Diakonatsweihe sechzehn Jahre verheiratet. Kurz vor der Weihe wurde unser sechstes Kind geboren. Seit 2014 bin ich entpflichtet. Einigen diakonalen Tätigkeiten gehe ich jedoch weiterhin nach.

Was das Zweite Vatikanische Konzil 1964 mit der Erneuerung des Ständigen Diakonats entschieden hatte und worauf meine Frau und ich uns einließen, war ein persönliches Wagnis, häufig eine Belastung. Die Anforderung, Familie, Beruf und lebenslanges Engagement in der Kirche zu vereinen, verlangt einen immer neuen Anlauf. Vielfach stellte sich die Frage, wie ich die verschiedenen Aufgaben und Verantwortlichkeiten in ein Gleichgewicht bringen könnte, um keinen Bereich dauerhaft zu vernachlässigen.

Kein Priesterersatz

Ein Bischof, der am Konzil teilgenommen hatte und der aus meiner Heimatgemeinde in Dortmund stammt, gab mir in einem Gespräch damals den Anstoß: ob ich nie daran gedacht hätte, Diakon zu werden. Die Möglichkeit, dass verheiratete und berufstätige Männer das Amt des Diakons übernehmen, war für mich ein starkes Motiv. Da ich wegen meines Theologiestudiums in Bonn keine weiteren Studien und Prüfungen machen musste, konnte ich mich in der dreijährigen Vorbereitungszeit verstärkt um die „Sache Diakonat“ kümmern. Ich stieß auf die historische Entwicklung, wonach das altkirchliche, früher selbstständige Amt zur Durchgangsstufe für das Priestertum verkümmert war. Im fünften und sechsten Jahrhundert hatten Diakone zunehmend priesterliche Aufgaben angestrebt. Ich wollte es vermeiden, als „Priesterersatz“ tätig zu sein. Richtungweisend war unter anderem eine Begegnung mit einer Ordensfrau, Mitglied der geistlichen Familie des Charles de Foucauld: Diese Kleine Schwester Jesu sprach zu uns Weihekandidaten übers „Dienen“. Darin wollte ich meine Hauptaufgabe sehen.

Mein Pfarrer brachte das Ganze auf den Punkt: „Wenn Sie in Sankt Benno Diakon werden, ist das eine Bereicherung der Dienste in der Gemeinde.“ Von Anfang an war mir klar, dass ich meinen Platz innerhalb einer Vielzahl engagierter Frauen und Männer, Jugendlicher und Kinder zu suchen hatte. Meinen Schwerpunkt wollte ich nicht auf die Liturgie legen, damit die vom Wesen her unauffälligen Dienste des Diakons nicht an Stellenwert verlieren. Als Lehrer wurde ich immer wieder angefragt, die Kinderkatechese in Familiengottesdiensten zu halten. Viele Jahre ging ich jenen Menschen nach, die ihren Kirchenaustritt erklärt hatten. Hinzu kamen Besuchsdienste im Krankenhaus sowie die regelmäßigen Hauskommunionen bei kranken und alten Gemeindemitgliedern. Den jährlichen Pilgerweg durch Sankt Benno - eine Christus-Ikone wurde in der österlichen Bußzeit durch die Gemeinde gereicht - habe ich häufig und gern gestaltet.

Im Herbst 1998 wechselten meine Frau und ich mit den noch schulpflichtigen Kindern den Wohnort innerhalb Dortmunds. Der Wechsel der Pfarrei veränderte auch meine Aufgaben. In der Bonifatius-Gemeinde war damals eine Senioreneinrichtung für mehr als 300 Personen eröffnet worden. Der Pfarrer fragte mich, ob ich „der pastorale Ansprechpartner“ sein wollte. Ich übernahm in der Senioreneinrichtung die Besuche, Gottesdienste, Krankenkommunionen, hielt gelegentlich Beerdigungen, bot monatliche Glaubensgespräche an und gestaltete die Sternsingeraktion in diesem Seniorenhaus. Mittlerweile gibt es im Gemeindegebiet etliche Altenbetreuungs-Einrichtungen, alle in nichtkirchlicher Trägerschaft. Überall entstand im Lauf der Jahre Vertrauen zu vielen Bewohnern und zum Personal. Die Gestaltung der Caritas-Sonntage war jedes Jahr eine Herausforderung. Beim Obdachlosenfrühstück in der Gemeinde, das jeden Sonntag wechselweise in einer katholischen und evangelischen Kirchengemeinde stattfindet, half ich gelegentlich mit. Wo sonst wäre ein Diakon am rechten Platz, wenn nicht hier!

Es gibt auch einen Geistlichen für die Wohnungslosen-Seelsorge. Mit den ersten Priestern, die sich dieser Aufgabe stellten, habe ich mehrfach darüber gesprochen, dass ihr Tun ein wesentlich diakonaler Dienst ist, der im Idealfall von Diakonen übernommen werden sollte. Das Gegenargument, bei den Ämtern der Stadt habe ein Priester größeren Einfluss, hat mich nie überzeugt, zumal sich damals auf evangelischer Seite seit langem ein Diakon um die Obdachlosen kümmerte.

Und die Ehefrauen?

Bei einer Jahresversammlung der Ständigen Diakone im Erzbistum Paderborn fragte ich den Bischof, ob er sich vorstellen könne, einen Diakon als Wohnungslosen-Seelsorger zu bestellen. Die Antwort war, dass theologisch nichts dagegen spreche. Leider war ich nicht schlagfertig genug für die Entgegnung, theologisch spreche alles dafür. So bin ich leider nie aus der Pfarr- in die Wohnungslosen-Seelsorge gewechselt, obwohl sich damals meine Frau, unsere größeren Kinder und ich in einer Suppenküche engagiert hatten. Außerdem war ich in einem Wohnhaus für Menschen mit Behinderungen tätig. Eigenartig: Nie haben Bistumsverantwortliche oder Verantwortliche in der Stadtkirche davon Notiz genommen oder mich darauf angesprochen.

Nach drei Jahrzehnten Diakonat stellen sich mir daher auch etliche kritische Fragen. Zum Beispiel: Was wissen die anderen hauptamtlich in der Seelsorge Tätigen vom Dienst des Ständigen Diakons? Wie kann dieser Dienst gestaltet werden, damit er nicht unmerklich und zunehmend einem Priesterersatz gleichkommt? Der Pfarrer wird bei Abwesenheit ja häufig vom Diakon vertreten. Könnte sich die Bistumsleitung nicht regelmäßig Zeit nehmen, um mit ihren Diakonen darüber nachzudenken, wie die Kirche vor Ort diakonischer werden kann? Sollte für die Ehefrauen der Diakone nicht ein eigener Gesprächskreis angeboten werden und eine Ehefrau im Diakonenrat des Bistums vertreten sein?

Vor der Zustimmung zum Diakonat waren meine Frau und ich uns bewusst, dass es um eine Entscheidung geht, die uns als Ehepaar in die Pflicht nimmt, unser Familienleben beeinflusst. Zugleich beschlossen wir, dass die Kinder zu nichts verpflichtet sein sollten. Wir wollten das Recht auf religiöse Freiheit achten. Das regelmäßige Tischgebet fand ungefragt statt. Zur sonntäglichen Eucharistiefeier wurde ab einem bestimmten Alter keines der Kinder mehr gezwungen.

Was du liest, ergreife

Anfangs schien es, als ginge es nach der Weihe um die Vereinbarkeit von Terminen in Familie, Beruf und Diakonat. Sehr schnell zeigte sich aber, dass etliche „Diakonatstermine“ deutlich mehr beanspruchen als den veranschlagten Zeitraum. Zum Beispiel die Predigt, die zu einer gewissen inneren „Besetztheit“ führt. Eine eigene Spannung entstand dadurch, dass ich vieles, was ich als Diakon zu tun hatte, lieber ausführte, als täglich in der Schule zu unterrichten. Immer wieder musste meine Frau mich daran erinnern, dass ich mein Geld in meinem Zivilberuf als Lehrer verdiene.

Heute sehe ich das Hauptproblem weniger in der Vereinbarkeit von Familie, Beruf und diakonischem Dienst, sondern darin, wie wir das von einer inneren Haltung her leben. Der Grund von allem ist die lebendige Christusbeziehung. Jesus Christus, der „nicht gekommen ist, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen“ (Mt 20,28).

Im Nachhinein betrachtet, hat das Wort des Bischofs beim Überreichen des Evangelienbuchs während der Diakonenweihe großes Gewicht erlangt: „Nimm hin das Evangelium Christi, zu dessen Verkündigung du bestellt bist. Was du liest, ergreife im Glauben; was du glaubst, das verkünde, und was du verkündest, erfülle im Leben.“ Im stärkeren Ernstnehmen dieses Wortes und im größeren Vertrauen auf die lebendige Christusbeziehung wären manche Spannung und mancher Irrweg vermeidbar gewesen. Andererseits haben Belastungen und Abwege zu tiefen Erfahrungen geführt, die sonst nicht möglich gewesen wären. So ist der Weg im Diakonat für meine Frau und mich ein guter gemeinsamer Weg gewesen.

Wie denken unsere erwachsenen Kinder über den kirchlichen Dienst ihres Vaters? Die folgenden Äußerungen und Rückmeldungen an mich entstanden auf meine Bitte hin und wurden ohne Kenntnis der Beiträge der anderen Geschwister geschrieben.

Tochter B., 43 Jahre: „Wir erahnen, dass wir ein Leben lang vorwärtsgehen, wenn unser Vertrauen in Dich, auferstandener Christus, allem, was wir tun, vorausliegt, wenn das Vertrauen des Herzens aller Dinge Anfang ist.“ Du hast mir diesen Text Anfang 1985, nach der Rückkehr vom Jugendtreffen in Köln, in mein Poesiealbum geschrieben. Wenn ich an Dich als Diakon denke, fallen mir Bruchstücke aus der Zeit ein, als Du uns mit zu den Diakonatstreffen genommen hast. Ich habe Erinnerungen an die Kinderbetreuung, an große Stuhlkreise und daran, dass ich es komisch fand, dass du etwas lernen musstest, wo Du doch erwachsen und selbst Lehrer warst.

Ich meine, mich zu erinnern, dass diese Treffen in der Vorbereitung für Mama nicht immer stressfrei waren und wir Kinder nicht immer Lust hatten mitzukommen. Und manchmal war es blöd, dass Du nachmittags und abends zu Hause neben den Vorbereitungen für die Schule auch noch Hausaufgaben für den Diakonatskreis machen musstest. Deine Weihe im Paderborner Dom hat mich sehr beeindruckt. Du holst bis heute, wenn ich die seltene Gelegenheit habe, es zu sehen, mit größter Behutsamkeit die Hostien aus dem Tabernakel. Wenn Du sie zeigst oder austeilst, weiß man mit der Sicherheit und Selbstverständlichkeit, mit der Du das tust: Das ist der Leib Christi. Du bist einer der wenigen Diakone in meinem Leben, die sich außerdem auf Augenhöhe mit Kindern begeben, wenn sie ihnen ein Kreuz auf die Stirn machen. Und ich hätte nie gedacht, dass Du einmal meine eigenen Kinder taufen würdest.

Lieber Papa, Du hast ein riesengroßes Glück, dass Du als Diakon Deinen Glauben so konkret leben kannst. Du hast ein riesengroßes Glück in Deiner Berufung, dass Mama Dich niemals bedenkenlos, aber stets nach Kräften und treu begleitet und unterstützt! Weißt Du noch, wie sie mit dem Bischof gestritten hat?

Inzwischen ist die Schrift auf der Seite aus meinem Poesiealbum etwas verblichen. Wie Du vielleicht weißt, hängt sie seit vielen Jahren neben meinem Schreibtisch.

Mein Vater

Sohn J., 37 Jahre: „Ist dein Vater nicht Priester oder so was? Da darf der doch gar nicht heiraten, oder?“ Als junger Mensch sah ich mich mit solchen Fragen konfrontiert. In meiner Erinnerung war mir das oft unangenehm. Ich fühlte eine Art von skeptischem Unterton: Meine Familie, die regelmäßig sonntags in die Kirche geht, deren Vater vorne neben dem Priester am Altar steht und die ihre Sommerferien in einem „Kloster“ in Burgund, der Brüdergemeinschaft von Taizé, verbringt, war irgendwie „nicht ganz normal“. Die Auseinandersetzung mit dem Unverständnis der Altersgenossen war für mich als Teenager nicht immer einfach. Es galt, Stellung zu beziehen, das Wirken des Vaters zu erklären, zu rechtfertigen, ohne dabei in die Rolle eines Sonderlings in einem durchweg „nicht christlich aktiven“ Freundeskreis zu geraten.

Ich selbst habe mich seit meinem zwölften Lebensjahr zunehmend von der Teilnahme am Gemeindeleben entfernt. Rückblickend empfinde ich es als bemerkenswert und bin ich dankbar dafür, dass meine Eltern mich von der Distanzierung nie abgehalten haben. Wie wichtig sein Amt als Diakon für meinen Vater ist, erlebe ich selten, spüre es aber sofort und sehr deutlich, wenn ich ihn heute hin und wieder bei einer Predigt „besuche“, ihn in seiner Gemeinde erlebe oder wenn ich Erinnerungen an Ereignisse wie die Hochzeit eines meiner ältesten Freunde wachrufe, den mein Vater als Diakon getraut hat.

Auch wenn ich schon lange nicht mehr aktiv als Christ am Gemeindeleben teilnehme, bin ich durch meine Geschwister und Eltern doch in einem andauernden und interessierten Kontakt zur Kirche. Den Umgang dieser Kirche mit schwierigen Themen wie der Zölibatspflicht oder der Rolle und Wertschätzung der Laien betrachte ich mit Fassungslosigkeit. Ich kann nur ahnen, um wie vieles leichter mein Vater mit seinem Wunsch nach einem geweihten Amt in seiner Kirche und damit auch meine Eltern als Ehepaar es oftmals hätten haben können, wenn die katholische Kirche sich der Lebensrealität ihrer Mitglieder ein wenig mehr öffnen würde. Wenn ich heute von Zeit zu Zeit Freunden und Bekannten vom Engagement meiner Eltern erzähle, tue ich das mit Selbstbewusstsein, meist mit einer kritischen Distanz zur Institution Kirche, nicht selten mit ein wenig Stolz auf die eigenen Eltern und immer mit großer Freude.

Wir Kinder

Tochter T., 35 Jahre: Ich war fünf Jahre alt, als mein Vater zum Diakon geweiht wurde. Von meinen Eltern und auch durch den Dia­konat meines Vaters lernte ich, dass es gut und richtig ist, sich zur Verfügung zu stellen, um für die Menschen da zu sein und ihnen zu helfen. In diesem Sinne war mir mein Vater als Diakon Beispiel. Zugleich hatte ich - wenn wohl auch lange Zeit unbewusst - mit einem Gefühl von Eifersucht zu kämpfen. Es scheint mir zuweilen noch heute so, als sei mein Vater, sobald er das Gewand des Diakons trägt, jemand anders. In gewissem Sinne steht mir dann nicht mehr mein Vater als Vater gegenüber sondern ein Mensch, der für die Sorgen und Nöte aller Menschen offen ist und im Dienst aller steht. Ich habe auch aufgrund dieser Erfahrung lange und letztendlich heilsam mit der katholischen Kirche gerungen. Heute lebe ich selbst meine Berufung als Ordensfrau in der Gemeinschaft der Kleinen Schwestern Jesu.

Tochter A., 32 Jahre: „Was ist dein Vater von Beruf?“ - „Lehrer für Katholische Religionslehre, Pädagogik und Musik, und im Nebenamt ist er Ständiger Diakon.“ Ich erinnere mich, dass diese Antwort für mich als Kind selbstverständlich war. Ich kann mich weder an eine Zeit der Ausbildung noch an die Weihe erinnern. Aber ich erinnere mich auch, dass mich schon sehr früh viele Fragen beschäftigt haben. Dabei war es nicht so sehr das Wort „Diakon“ als vielmehr der Zusatz „Nebenamt“ und „ständig“, was mir zu schaffen machte. War mein Vater nur dann Diakon, wenn er „(neben)amtlich“ für die Kirche tätig war? Oder war er es wirklich „ständig“? War er „mehr“ Diakon, wenn er in der Sonntagsmesse das Evangelium verkündete, als wenn er zu Hause mit uns Kindern spielte? Und war nicht meine Mutter auch „Diakonin“, weil sie wegen der zusätzlichen Aufgaben meines Vaters noch mehr im Haushalt „diente“?

Rückblickend sehe ich, dass mir als Kind durch den Diakonat meines Vaters Christlichkeit und Kirchlichkeit als eine Art „Selbstverständlichkeit“ erschienen. Sogar die Trauer beim Tod der Großeltern war durch gesprochene Gebete meines Vaters getragen. Als Jugendliche tauchte die Frage auf, warum mein Vater als Mann verheiratet und geweiht sein kann, einer Frau aber alle Weihesakramente vorenthalten sind. Auch mein späteres sechsjähriges Theologiestudium hat mir keine zufriedenstellenden Antworten gegeben.

Als ich neunzehn Jahre alt war, schenkte mir mein Vater seine Ausgabe der Exerzitien des Ignatius von Loyola. Er erzählte mir in den darauf folgenden Jahren immer mehr, wie ihn dieses Büchlein geprägt hat. Langsam begann ich zu verstehen, dass der Diakonat die Antwort auf eine Berufung und die Frucht einer langen Entscheidungsfindung ist. Und auf dem Weg meiner eigenen Suche und dann jetzt in den ersten Jahren meines Ordenslebens in der Gemeinschaft der Soeurs de Saint-André erkannte ich, wie der Diakonat viel mehr als ein „Nebenamt“ ist, wie es „ständig“ meinen Vater und auch das Familienleben geprägt hat. Ich erinnere mich zum Beispiel an den Empfang von vielen Gästen in unserem Haus, bekannten wie unbekannten Menschen, oft ausländischer Herkunft, auch Obdachlose und Flüchtlinge. War nicht hier mein Vater voll und ganz „Diakon“ und waren wir als Familie es nicht mit ihm?

Tochter E., 29 Jahre: Ich wurde kurz vor der Diakonenweihe meines Vaters geboren. Ich meine, recht früh begriffen zu haben, dass dies - neben den zahlreichen Schönheiten, die jede Rolle mit sich bringt - keine leichte Aufgabe war. Mein Vater - ein Kleriker mit „untilgbarem Prägemal“, wie es theologisch heißt? Geprägt hat es mich allemal. Unter anderem durch das Dasein und Sosein meines Vaters als Diakon wuchs in mir der Wunsch, Theologie zu studieren. Die lehramtliche Erklärung von Papst Benedikt XVI. 2009, der Diakon handle nicht in der Person Christi, wie es die Priester und Bischöfe tun, kann ich - rückblickend auf unser Familienleben - bejahen. Auch wenn diese Abgrenzung theologisch nicht unproblematisch ist, erahne ich darin den Sinn des Zölibats, den ich so oft angezweifelt hatte. Wären wir nicht eine gute Priesterfamilie gewesen? Wir sind - so glaube und hoffe ich - eine gute Diakonfamilie.

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