Wie kann Maria heute noch Vorbild sein?Maria in Bibel und Dogma

Wer war Maria? Was für ein Mensch ist sie gewesen? War sie ein leichtgläubiges Mädchen, das schnell Ja gesagt und die Behauptung des Engels unkritisch akzeptiert hat? Hatte sie überhaupt keine eigenen Pläne? Mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen? War sie denn Gott gegenüber stets willfährig, weil sie von Anfang an ohne die sogenannte Erbsünde war? Kann sie dann dem heutigen Menschen noch Vorbild sein?

Fazit

Es genügt, an das Dogma zu glauben, dass Gott Maria vom Augenblick ihrer Empfängnis an von der Erbsünde bewahrt hat. Die Vorstellung aber, Maria wäre auch immer frei gewesen von allen Regungen zur Sünde, bedeutet eine Erniedrigung Marias, als hätte sie nur zwanghaft stets gut sein müssen und deshalb keine Tugend besessen. Sie wäre unfrei gewesen, hätte keine selbständigen Entscheidungen treffen können, wäre eine Marionette in der Hand Gottes gewesen. Weil sie aber Entscheidungsfreiheit besaß, konnte sie auch der Botschaft des Verkündigungsengels misstrauen und sich Gewissheit verschaffen wollen, ehe sie glaubte. Ihre Aufnahme „mit Leib und Seele“ in den Himmel meint, dass die ganze Person, die als Maria auf Erden gelebt hat, zu Gott aufgenommen wurde und nun für immer bei ihm lebt. 

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