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Juli 2024

  • Gratis

    Archäologische Funde der NS-Zeit: Materielle Zeugen der Geschichte

    Freilegung eines Gebäudes der NS-Zeit in Obersalzberg.

    Archäologische Funde der NS-Zeit gewinnen als materielle Zeugen der Geschichte eine immer größere Bedeutung: Ein Löffel mit einer Gravur am Stil. Er ist schmutzig, doch die Buchstaben sind auch nach fast 80 Jahren im Boden gut zu erkennen: „ ף ֵוסֹי– ” der Name Josef in hebräischen Schriftzeichen. Gefunden wurde der Löffel in einer Grube voller Gegenstände auf dem Gelände der Tötungsanstalt Schloss Hartheim bei Linz. Etwas mehr als 100 Kilometer Luftlinie entfernt stießen Archäologen in den Trümmern eines Wohnhauses am Obersalzberg, auf ehemaligem Gelände des sogenannten „Führersperrgebietes“, auf einen Kamm. „Rhenatin“ steht darauf, der Eigenname eines Kunststoffs, der in den 1940erJahren angeboten wurde. Wer hat sich mit diesem Kamm gekämmt? Bislang ist das nicht geklärt.

  • Virtuelles Modell Erdställe
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    Erdställe im digitalen Zeitalter

    Die Digitalisierung erobert auch die geheimnisvolle Welt der Erdställe: Assistenzprofessor DI (FH) Raimund Edlinger MSc. und FH-Prof. DI Kurt Niel vom FH OÖ Campus Wels haben es sich zur Aufgabe gemacht, diese von Menschenhand erschaffenen unterirdischen Strukturen mithilfe modernster Technologie zu erfassen und zu bewahren.

  • Ausgrabungen an der Piazza Pia in Rom
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    Neue Funde auf der Piazza Pia in Rom

    Auf der Piazza Pia in Rom tauchen neue Funde auf: Auf der Baustelle der Unterführung kamen die Überreste einer interessanten Gartenanlage direkt am rechten Tiberufer zum Vorschein. Es handelt sich um eine Struktur, die aus einer Mauer aus Travertin opus quadratum besteht, die das Ufer terrassiert. Hinter dieser befand sich ein römischer Portikus, von dem nur noch die Fundamente erhalten sind. Die Strukturen befinden sich genau unter einer antiken Wäscherei (Fullonica), die in den letzten Wochen entdeckt wurde.

  • Graben in Murrhardt während der Freilegung
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    Ergebnisse der Bodenproben aus der Grabung in Murrhardt

    Ergebnisse der im Jahr 2022 gesammelten Bodenproben in der historischen Altstadt von Murrhardt geben Aufschluss über Vegetation und Nutzung von Pflanzen im Hochmittelalter. Welche Pflanzen wuchsen rund um das Kloster in Murrhardt? Das Landesamt für Denkmalpflege (LAD) im Regierungspräsidium Stuttgart hat Proben untersucht, die bei archäologischen Grabungen in der Helfergasse genommen wurden. Die Ergebnisse der Pflanzenanalyse liegen nun vor.

  • Ausgrabung in Erimi
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    Ältester Tempel Zyperns in Erimi entdeckt

    Archäologen der Universität Siena haben auf Zypern einen 4.000 Jahre alten Tempelkomplex ausgegraben. Die Stätte ist Teil einer laufenden Studie des Erimi Archaeological Project, das Ausgrabungen in der Nähe des Dorfes Erimi im Bezirk Limassol durchführt.

  • Ausgrabung in Antikythera
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    Außergewöhnliche Ausgrabungssaison in Antikythera

    Die Expedition 2024 zum Wrack von Antikythera, die vom 17. Mai bis 20. Juni 2024 stattfand, hat zu einem Durchbruch im Forschungsprogramm 2021-2025 geführt, das von der Schweizerischen Archäologischen Schule in Griechenland (ESAG) organisiert und vom Ephorat für Unterwasserantiquitäten des griechischen Ministeriums für Kultur und Sport überwacht wird. Dank außergewöhnlich günstiger Wetterbedingungen machte das Team bedeutende Entdeckungen, darunter einen bedeutenden Teil des Schiffsrumpfes.

  • Untersuchungen des mittelalterlichen Rungholt
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    Weiterer Ortsteil von Rungholt nachgewiesen

    Eine achttägige Forschungsfahrt bringt neue Erkenntnisse zur Besiedlungsgeschichte des nordfriesischen Wattenmeeres am mittelalterlichen Handelsplatz Rungholt, der 1362 bei einer Sturmflut unterging. Das nordfriesische Wattenmeer ist nicht nur ein faszinierender Naturraum mit reicher Tier- und Pflanzenwelt. Es ist auch ein historischer Siedlungsraum, in dem Forschende heute untersuchen können, wie Menschen angesichts der Bedrohung durch das Meer in früheren Zeiten gelebt und gewirtschaftet haben.

  • Funde aus der Eiszeit aus der Vogelherdhöhle
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    Nach der Eiszeit kehrten die Menschen früher als gedacht auf die Schwäbische Alb zurück

    Nach den unwirtlichen Bedingungen der letzten Eiszeit in Mitteleuropa im Zeitraum vor rund 27.000 bis 19.000 Jahren wurde die Schwäbische Alb im heutigen Süddeutschland rund 3.000 Jahre früher wieder besiedelt als bisher gedacht. Die alte Schätzung besagte, dass moderne Menschen vor rund 16.500 Jahren in die Region zurückgekehrt seien. Neue Daten aus zwei Fundstätten im Lonetal belegen nun, dass Menschen dort bereits vor rund 19.500 Jahren Spuren hinterließen.

  • Kalkablagerungen erbringen Informationen zu den Wassermühlen von Barbegal
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    Kalkablagerungen eröffnen Blick in die Römerzeit

    Archäologinnen und Archäologen stehen vor einer schwierigen Aufgabe: Wie lassen sich Informationen über Gebäude oder Anlagen gewinnen, von denen – wenn überhaupt – nur noch Ruinen stehen? Besonders tückisch gestalteten sich die Wassermühlen im südfranzösischen Barbegal aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. – ein einmaliger Komplex von 16 Wassermühlen, jeweils acht auf der östlichen, acht auf der westlichen Seite, die wie in einem Wasserfall von oben nach unten genutzt wurden. Bisher war nur bekannt, was sich aus den spärlich erhaltenen Ruinen herauslesen lässt: Die Wassermühlen wurden von einem Aquädukt aus den Hügeln der Umgebung gespeist. Eine Münze von Trajan, in einem Becken oberhalb der Mühlen gefunden, sowie die Baueigenschaften lassen vermuten, dass die Mühle etwa 100 Jahre lang genutzt wurde. Doch die Art der Mühlräder und ihre Nutzungsweise blieben bislang ein Rätsel. Forschende rekonstruieren nun die Entwicklungsgeschichte der Wassermühlen von Barbegal über Kalkablagerungen.

Juni 2024

  • Gratis

    1.500 Jahre alter Reli­qui­en­schrein ent­deckt

    Reli­qui­en­schrein

    Seit Sommer 2016 führen Innsbrucker Archäologen und Archäologinnen in der Kärntner Gemeinde Irschen Grabungen in einer spätrömischen Höhensiedlung durch. Vor zwei Jahren haben sie eine sensationelle Entdeckung gemacht: Ein christlicher Reli­qui­en­schrein war noch in einer bisher ebenfalls unbekannten Kirche verborgen. Darin enthalten: Eine reich verzierte antike Reliquiendose aus Elfenbein.

  • Schiffswrack Kyrenia
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    Aktualisierte Radiokarbondaten für das griechische Schiffswrack Kyrenia

    Das Kyrenia-Schiff wurde in den 1960er Jahren vor der Küste Zyperns gefunden und ist zu einem Schlüsselschiff in der Erforschung des antiken griechischen Schiffbaus geworden. Archäologische Funde lassen das Alter der letzten Reise des Schiffes auf etwa 300 v. Chr. schließen, doch bisherige Versuche zur Radiokarbondatierung haben nicht mit den archäologischen Funden gepasst. Sturt Manning von der Cornell University und Kollegen vermuten, dass diese Diskrepanz auf veraltete Radiokarbon-Kalibrierungsdaten zurückzuführen ist.

  • Nachbildung einer römischen Sandale
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    Antike Überraschung: Römische Sandale in Oberbayern gefunden

    Bei Ausgrabungen im oberbayerischen Oberstimm kamen Spuren einer zivilen Siedlung rund um ein römisches Hilfstruppenkastell aus der Zeit zwischen 60 und 130 nach Christus ans Licht. Das Archäologen-Team stieß, wie sich erst später herausstellte, auf eine Seltenheit: Reste einer Schuhsohle mit gut erhaltenen Nägeln. Erst die Röntgenuntersuchung in den Restaurierungswerkstätten des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege zeigte, dass es sich um Reste einer römischen Sandale handelt.

  • Konstruktion aus Holz Grabung Wiedenbrück
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    Mit Holz gegen das Wasser an der Wasserstraße

    Seit April grub eine archäologische Fachfirma begleitet durch die LWL-Archäologie für Westfalen eine Menge Holz an der Wasserstraße in Wiedenbrück aus. Geplante Baumaßnahmen mit Unterkellerung machten das notwendig. Dabei kamen Zeugnisse einer Aktion zur Baulandgewinnung zutage, die im Mittelalter vor rund 800 Jahren hier stattgefunden haben muss.

  • Hausgrundrisse der Glockenbecher-Kultur beim Ringheiligtum von Pömmelte
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    Neue Erkenntnisse zum Leben am Ringheiligtum in Pömmelte

    Großangelegte archäologische Ausgrabungen der Jahre 2018 bis 2022 konnten mit insgesamt knapp 140 untersuchten Hausgrundrissen eindrucksvoll belegen, wie die Menschen des 3. Jahrtausends vor Christus am Ringheiligtum Pömmelte lebten. Verschiedenste naturwissenschaftliche Methoden ermöglichen es nun sogar zu rekonstruieren, was die Menschen dort aßen und tranken. Die aktuelle Ausgrabung des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie (LDA) Sachsen-Anhalt vor Ort hilft nun dabei, das Bild weiter zu vervollständigen und die Ritual- und Siedlungslandschaft des 3. Jahrtausends vor Christus in Gänze zu erfassen.

  • Grabungsfläche in Weckesheim
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    Rössener Häuser am Heiligen Stein – Grabungen in Weckesheim

    Das im Süden des Reichelsheimer Ortsteils Weckesheim gelegene Baugebiet „Am Heiligen Stein“ wird seit mehreren Jahren immer wieder archäologisch untersucht. Nun wurden vor Ort die neuesten Erkenntnisse aus dem zweiten Bauabschnitt vorgestellt.

  • Werzeug eines Zimemrmanns in Dienstbotenquartieren
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    Pompeji, das Werkzeug eines Zimmermanns in Dienstbotenquartieren entdeckt

    Es handelt sich um die jüngste Entdeckung in den Dienstbotenquartieren der Villa von Civita Giuliana, die seit 2017 wissenschaftlich erforscht wird. Ein außergewöhnlich gut erhaltener Raum, wie die beiden anderen, die im selben Bereich entdeckt wurden, und in dem es möglich war, Abgüsse von Möbeln und anderen Gegenständen aus vergänglichen Materialien anzufertigen: Holz, Textilien, Seile.

  • Steinwerkzeuge von den Bergen Ebal und Garizim
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    400.000 Jahre alte Steinwerkzeuge, speziell zum Schlachten von Damhirschen hergestellt

    Eine neue Studie der Universität Tel Aviv identifiziert das weltweit früheste Vorkommen spezieller Steinwerkzeuge, die vor 400.000 Jahren zur Verarbeitung von Damhirschen verwendet wurden. Die Werkzeuge, Quina-Schaber genannt (nach dem Ort in Frankreich, an dem man sie erstmals entdeckt hat), fand man an den prähistorischen Stätten der Jaljulia- und Qesem-Höhle. Die einzigartigen Steinwerkzeuge wurden aus Feuerstein aus den Bergen von Samaria hergestellt, die wahrscheinlich auch die Kalbungsgebiete der Damhirsche waren und östlich der prähistorischen Stätten liegen.

  • Glasperlen
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    Glasperlen belegen: Indigene Amerikaner prägten den frühen transatlantischen Handel

    Archäologen haben die chemische Zusammensetzung von Glasperlen aus der Region der Großen Seen in Nordamerika analysiert und dabei das Ausmaß des Einflusses der Ureinwohner auf die transatlantischen Handelsnetze im 17. nachchristlichen Jahrhundert aufgedeckt.Glasperlen waren ein wichtiger Bestandteil des Handels zwischen Europäern und amerikanischen Ureinwohnern während der frühen Interaktionen zwischen den beiden Kontinenten. Einer der Hauptakteure in diesen Netzwerken war die Wendat-Konföderation, die bis etwa 1650 im Süden Ontarios ansässig war, als einige Wendat in die westliche Region der Großen Seen zogen.

  • Funde Ostia Antica
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    Neue Funde in Ostia Antica

    Ausgrabungen im heiligen Bereich des archäologischen Parks von Ostia Antica haben neue Funde erbracht. Verschiedene Gegenstände stehen mit kultischen Ritualen in Verbindung. Die Entdeckung folgt auf die Bergung von zwei Fragmenten der Fasti Ostienses, die im vergangenen Jahr ans Tageslicht gekommen waren.

  • Ausgrabung Nikopolis
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    Systematische Ausgrabung der Agora von Nikopolis

    Nikopolis ist der Name einer antiken römischen Stadt im Nordwesten Griechenlands in der Region Epirus. Sie wurde 31. v. Chr. von Octavian gegründet und 1032 von den Bulgaren endgültig zerstört. Auf den Spuren des politischen, wirtschaftlichen und religiösen Zentrums von Nikopolis in der Kaiserzeit ist seit Herbst 2023 ein Team im Rahmen des Fünfjahresprogrammes „Systematische Ausgrabung der Agora von Nikopolis“. Das Programm zielt auf die detaillierte Untersuchung der Konfiguration, des Charakters und der historischen Entwicklung der Agora von Nikopolis und seiner einzelnen Monumente ab.

  • Ein Fass vom Osmund-Wrack
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    Nach 500 Jahren – Eisen vom Osmund-Wrack geborgen

    Im Jahre 1550 kontrollierte ein Zöllner in Stockholm Fässer mit Eisenstücken, sogenannten Osmunds. Die Fässer wurden auf ein Schiff für den Export verladen, aber das Schiff erreichte sein Ziel nie und sank bei Dalarö, in den zentralen Schären vor Stockholm. Jetzt wurde eines der Fässer vom Vrak – Museum of Wrecks in einer einzigartigen maritimen archäologischen Untersuchung geborgen.

  • Detail Grabung Abdinghofkirche
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    Untersuchungen in der Abdinghofkirche in Paderborn werfen neue Fragen auf

    Seit ihrer Weihe 1016 durch Bischof Meinwerk erlebten die Abdinghofkirche und der anschließende Klosterbereich in Paderborn eine wechselvolle Geschichte. Nach starker Zerstörung während des Zweiten Weltkrieges gab es im Zuge des Wiederaufbaus die ersten archäologischen Ausgrabungen durch Bernhard Ortmann, dessen Thesen schon in den 1950er und 1960er Jahren auf großen Widerspruch stießen.

  • Sea-Spray Meeresgischt
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    Wie der Sea-Spray-Effekt unser Bild der Vergangenheit verwischt

    Neue Emmy-Noether-Forschergruppe an der Uni Kiel untersucht den sogenannten „Sea-Spray“-Effekt auf die Isotopensignatur von Organismen an der Ost- und Nordseeküste. Herkunft und Lebensweise prähistorischer Menschen, Umweltbedingungen der Vergangenheit oder das Alter archäologischer Proben – all das können Forschende rekonstruieren, indem sie die Verhältnisse bestimmter stabiler Isotope in Knochen, in Zähnen oder in anderen organischen Überresten bestimmen. Doch die Interpretation der Messergebnisse kann in die Irre führen, wenn unzureichend bekannte Faktoren Einfluss auf die Isotopenverhältnisse in den Proben genommen haben. „Um bei unseren Analysen korrekte Ergebnisse zu erhalten, müssen wir alle zusätzlichen Einflüsse genau kennen – zum Beispiel den der Gischt auf die Küstenumwelt“, sagt Dr. Andrea Göhring von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU).

  • Sacrarium in Pompeji
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    Ein pompejanisches Sacrarium in Blau

    Bei den laufenden Ausgrabungen in Insula 10 der Regio IX von Pompeji haben Archäologen kürzlich einen Raum freigelegt, der als Sacrarium, also Hausaltar oder Heiligtum, interpretiert werden kann. Seine Wände sind blau bemalt und dem vierten Stil zuzuordnen. Auf dem blauem Hintergrund sind weibliche Figuren zu sehen, die die mittleren Nischen flankieren und in den seitlichen Nischen die vier Jahreszeiten, die Horae, darstellen. In den Nischen der mittleren Wand sind Allegorien der Landwirtschaft und der Hirten dargestellt. Hierauf deuten die Attribute des Pfluges und des pedum, eines kurzen Stocks, der von Hirten und Jägern benutzt wird.

  • Berg Aragas Armenien
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    Prähistorische Fundstelle Tirinkatar in Armenien auf Tentativliste

    Im Jahr 2012 stießen Archäologen der Freien Universität Berlin im Südkaukasus, im armenischen Hochgebirge, auf rätselhafte, riesige Stelen. In Armenien werden diese bis zu knapp über fünf Meter hohen kunstvoll verzierten Monumente Vischaps („Drachensteine“) genannt und sind berühmt. Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Dr. Arsen Bobokhyan (Akademie der Wissenschaften in Eriwan), Prof. Dr. Alessandra Gilibert (Ca’ Foscari Universität in Venedig) und Dr. Pavol Hnila (Freie Universität Berlin) untersucht seit 2012 das Stelengebiet.

  • Felszeichnungen am Orinoco
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    Riesige Felszeichnungen in Venezuela und Kolumbien kartiert

    Archäologen haben 14 Stätten mit den größten monumentalen Felszeichnungen der Welt kartiert. Sie gehen davon aus, dass die Gravuren die territorialen Grenzen der prähistorischen Bewohner markieren sollten. Sie enthalten Darstellungen von Riesenschlangen, menschlichen Figuren und riesigen Tausendfüßlern aus dem Amazonasgebiet. Die Gravuren an den Felswänden des Oberen und Mittleren Orinoco sind sehr groß, die größte ist über 40 Meter lang. Das Team geht davon aus, dass es sich dabei um die größte einzelne Felsgravur handelt, die jemals irgendwo auf der Welt gefunden wurde.

  • Sarkophagdetail Ramses II.
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    Sarkophag von Pharao Ramses II. identifiziert

    Der Sarkophag von Pharao Ramses II. (1279-1212 v. Chr.) wurde nach der erneuten Untersuchung eines 2009 in Abydos in Ägypten von den Archäologen Ayman Damarani und Kevin Cahail gefundenen Sarkophags identifiziert. Diese Entdeckung erfolgte dank der Untersuchung eines Fragments dieses Sarkophags durch Frédéric Payraudeau. Er ist Ägyptologieprofessor an der Sorbonne Université und Forscher am Centre de Recherches de l’Egyptique (Zentrum für Ägyptologie und Archäologie).

  • Burg des Calatrava-Ordens mit vorgelagertem Friedhof
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    Kriegerin unter Rittern des Calatrava-Ordens identifiziert

    Eine von der Universität Rovira i Virgili (URV) und dem Max-Planck-Institut geleitete Forschung hat die Überreste von 25 Personen untersucht, die zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert in Zorita de los Canes, Guadalajara, begraben wurden. Die auf dem Friedhof der Burg an diesem Ort exhumierten Knochenreste ermöglichten es dem Forschungsteam, die Ernährung, den Lebensstil und die Todesursachen der Kriegermönche zu bestimmen, die Mitglieder des Calatrava-Ordens waren. Die in der Fachzeitschrift „ Scientific Reports“ veröffentlichten Ergebnisse haben ergeben, dass 23 der Personen im Kampf starben und dass die Ritter des Ordens eine für die hochmittelalterliche Gesellschaft typische Ernährung mit einem beträchtlichen Verzehr von tierischem Eiweiß und Meeresfischen einhielten Gebiet weit weg von der Küste. Überraschenderweise hat Carme Rissech, Forscherin am URV, die Überreste einer Frau unter den Kriegermönchen identifiziert.

  • Mittelalterliche Spielesammlung
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    Mittelalterliche Spielesammlung auf Burg in Süddeutschland gefunden

    Ein archäologisches Team hat eine fast 1.000 Jahre alte Spielesammlung samt gut erhaltener Schachfigur, Spielsteinen und Würfel entdeckt. Laboruntersuchungen zeigen, dass eine Partei mit Rot spielte. Die Laborergebnisse lassen auch Rückschlüsse auf eine erstaunliche Kontinuität der Spielregeln zu. Die detaillierte Auswertung der Funde verspricht Einblicke in die Spielewelt des mittelalterlichen Adels und die Ursprünge des europäischen Schachspiels. Ab Juni 2024 werden die Funde erstmals zu sehen sein.

  • Wikingerschwert Suldal Norwegen
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    Seltenes Wikingerschwert in Suldal, Norwegen gefunden

    Ein Bauer im norwegischen Suldal ist beim Vorbereiten seines Feldes über ein seltenes Wikingerschwert gestolpert. Das Schwert wurde von Øyvind Tveitane Lovr gefunden, der den Gegenstand zunächst für ein verrostetes landwirtschaftliches Gerät hielt und ihn beinahe wegwarf. Bei näherer Untersuchung stellte er fest, dass es sich tatsächlich um den Griff eines Schwertes handelte, und meldete den Fund den örtlichen Behörden des Provinzialrats Rogaland.

  • Grab des Kelten Fürsten von Hochdorf Rekonstruktion
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    Verwandtschaft und Herkunft der Kelten in Baden-Württemberg

    Die keltische Kultur aus der vorrömischen Eisenzeit in West- und Zentraleuropa hat bis heute reiche Spuren hinterlassen, nicht zuletzt in Form gewaltiger Grabhügel und spektakulärer archäologischer Artefakte. Trotz dieser reichen Hinterlassenschaft ist uns vieles über die Zivilisation der Kelten bis heute verborgen. In einer Kooperation zwischen dem Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg, das zum Regierungspräsidium Stuttgart gehört, und dem Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie (MPI-EVA) in Leipzig wurden nun erstmals die Erbgut-Sequenzen keltischer Individuen aus mehreren Grabhügeln rekonstruiert.

  • Der eingravierte Höhlenlöwe
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    Der letzte Höhlenlöwe Europas

    Ein internationales Team, darunter Forscher der Universität Sapienza, hat auf einem Stein aus der Grotta Romanelli in Süditalien das Abbild eines Höhlenlöwen identifiziert. Der Fund stammt aus einer Zeit vor etwa 12.000 Jahren, als es auf unserem Kontinent nur wenige Löwen gab. Die Studie enthüllt wichtige Fakten über die Kunst der letzten Jäger- und Sammlergesellschaften in Italien und Europa.

  • Steinkirche Äthiopien
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    Über 1.700 archäologische Fundorte in Äthiopien dokumentiert

    Ein internationales Team der Universität Jena, des Deutschen Archäologischen Instituts, der Universität Addis Abeba und der Antikenbehörde von Äthiopien dokumentiert mehr als 1.700 archäologische Fundorte in der nordäthiopischen Provinz Tigray.

Mai 2024

  • Gratis

    Großer Münzfund des 17. Jahrhunderts bei Bauarbeiten in Wettin entdeckt

    Münzhort von Wettin

    Ehrenamtliches Engagement spielt häufig eine große Rolle bei der Erhaltung der zahlreichen hochkarätigen Baudenkmale im Land Sachsen-Anhalt. Seit 2018 betreut der Verein Altstadt Wettin e.V. ein Ackerbürgergehöft im Zentrum der Stadt, das vom Abriss bedroht war. Bei Bauarbeiten im Hof des Anwesens wurde im letzten Jahr ein umfangreicher, im 17. Jahrhundert verbogener Münzfund entdeckt und durch das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (LDA) Sachsen-Anhalt fachmännisch geborgen. Die Untersuchung des Fundes ergab Hinweise auf ausgesprochen weiträumige Handelsverbindungen; das Studium erhaltener Akten sogar den Namen des möglichen Besitzers.

  • Rinderherden Beispielbild
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    Beweise für die frühesten Rinderherden in Nordeuropa in den Niederlanden entdeckt

    Archäologen haben am Standort Swifterbant in den Niederlanden Beweise für die frühesten Rinderherden in Nordeuropa entdeckt. Mit einer Kombination aus zoologischen, botanischen und biochemischen Methoden untersuchten sie die Entstehung der Landwirtschaft in Nordeuropa und stellten fest, dass es sich nicht nur um die frühesten bekannten Hausrinder handelt, sondern dass sie auch auf sehr spezifische Weise gehalten wurden.

  • Ernährungspraktiken anhand einer Mülldeponie aufgedeckt
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    Chemiker, Biologen, Archäologen, wer bringt die Ernährungspraktiken unserer Vorfahren ans Licht?

    Die Ernährung ist nicht nur ein einfaches biologisches Bedürfnis. Sie ist ein echter kultureller und identitätsstiftender Marker und umfasst eine Vielzahl von Praktiken, die es ermöglichen, eine Region, ein Land oder eine soziale Gruppe zu „lesen“. Aber wie kann man diese Sitten und Gebräuche finden, wenn es keine mündlichen oder schriftlichen Aufzeichnungen mehr gibt? Ein Team der Universität Genf (UNIGE) und des CNRS hat erfolgreich einen multidisziplinären Ansatz getestet, bei dem Keramikologie, Chemie, Archäozoologie und Archäobotanik kombiniert werden. Bei Ausgrabungen auf einer Müllhalde konnten die Wissenschaftler so die jüngeren Ernährungspraktiken eines Dorfes im Senegal rekonstruieren. Dieser Ansatz könnte auch bei der Ausgrabung älterer archäologischer Stätten und in anderen Teilen der Welt verwendet werden.

  • Detail Kanu aus dem Mendota See
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    Neuigkeiten zu den bis zu 4500 Jahre alten Kanus aus dem Mendota See

    Im Jahr 2021 entdeckte Tamara Thomsen, eine Meeresarchäologin der Wisconsin Historical Society, im Mendota See in Madison, USA, einen teilweise verdeckten Einbaum. Nach der Entdeckung identifizierten Archäologen ein zweites Kanu. Dies führte in den Jahren 2021 und 2022 zu einem bahnbrechenden Bergungsprojekt.

  • Grabhügel Smoszew
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    Wer hat den größten Grabhügel?

    Eine Studie des Exzellenzclusters ROOTS hat erstmals Wohlstandsunterschiede innerhalb der Oberschicht prähistorischer Gesellschaften offengelegt. Was führt zu sozialer Ungleichheit und welche Auswirkungen kann sie haben? Um solche grundlegenden Fragen zu beantworten, blickt die Forschung in die ferne Vergangenheit menschlicher Gesellschaften.

  • Seahenge
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    Wurde Seahenge für ein Ritual geschaffen, das den Sommer verlängern sollte?

    Neue Forschungsergebnisse über einen antiken Holzkreis, der an einem Strand in Norfolk entdeckt und als „Seahenge“ bezeichnet wurde, deuten darauf hin, dass er als Reaktion auf eine Periode extremer klimatischer Verschlechterung am Ende des dritten Jahrtausends v. Chr. errichtet wurde. Der Forscher Dr. David Nance von der Universität Aberdeen hat in der Zeitschrift GeoJournal neue Erkenntnisse über Holme I veröffentlicht, einen 4000 Jahre alten Holzkreis aus der Bronzezeit, der 1998 am Strand von Holme-next-the-sea an der Küste von Nord-Norfolk entdeckt wurde.

  • Schädel aus Altem Ägypten, Krebs
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    Behandelten die alten Ägypter Krebs?

    Schnittspuren auf einem 4.000 Jahre alten Schädel könnten Hinweise darauf sein, dass die alten Ägypter versuchten, übermäßiges Gewebewachstum zu operieren oder nach dem Tod eines Patienten mehr über Krebserkrankungen zu erfahren.

  • Popeji GRaffiti von Gladiatoren
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    Kinderzeichnung von Gladiatoren in Pompeji entdeckt

    Archäologen haben bei Ausgrabungen im Gebäudekomplex Casa del Cenacolo Colonnato in Pompeji antike Graffiti mit der Darstellung von Gladiatoren entdeckt. Die Graffiti entstanden wahrscheinlich kurz vor dem Vulkanausbruch und zeigen mehrere Szenen römischer Gladiatoren.

  • Tänzer im Kongo, Netzwerke
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    Kulturelle Netzwerke zentralafrikanischer Jäger und Sammler haben antike Ursprünge

    Lange bevor die Landwirtschaft Einzug hielt, existierten im Kongobecken ausgedehnte soziale Netzwerke zwischen verschiedenen Jäger- und Sammlergruppen. Dieser kontinentweite Austausch bewahrte eine kulturelle Vielfalt, die sich vor Tausenden von Jahren entwickelte, wie Forscher der Universität Zürich anhand von Musikinstrumenten, Fachvokabular und genetischen Informationen zeigen.

  • Weinkeller mit Mammutknochen
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    Entdeckung im Weinkeller: Bis zu 40.000 Jahre alte Mammutknochen

    In einem niederösterreichischen Weinkeller hat ein Winzer bis 30.000 bis 40.000 Jahre alte Mammutknochen entdeckt. Es ist der bedeutendste Fund dieser Art seit mehr als 100 Jahren. Forscher und Forscherinnen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, die die Knochen jetzt bergen, sprechen von einer archäologischen Sensation.

  • Indikatoren für Stress im Zahnschmelz
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    Stress in der Kindheit: Unterschiede zwischen Neandertalern und modernen Menschen der Altsteinzeit

    Kinder von Neandertalern, die bis vor rund 40.000 Jahren lebten, und moderne Menschen der Jüngeren Altsteinzeit vor 50.000 bis 12.000 Jahren waren wahrscheinlich vergleichbarem Stress ausgesetzt, jedoch lag die jeweilige höchste Intensität in verschiedenen Entwicklungsphasen. Das hat die Untersuchung von Zähnen ergeben, deren Struktur Stressphasen etwa durch Krankheiten und Mangelernährung während der frühen Lebensjahre widerspiegelt. Sie wurde von Laura Limmer, Dr. Sireen El Zaatari und Professorin Katerina Harvati vom Institut für Naturwissenschaftliche Archäologie der Universität Tübingen gemeinsam mit internationalen Kolleginnen und Kollegen durchgeführt. Die Forscherinnen vermuten, dass die modernen Menschen möglicherweise bessere Strategien hatten als die Neandertaler, die Belastungen für ihre Kinder während schwieriger Abschnitte der Entwicklung zu verringern. Ihre Studie wurde in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlicht.

  • mykenische Rüstung Replik
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    3500 Jahre alte mykenische Rüstung eignete sich für lange Kämpfe

    Eine 3 500 Jahre alte mykenische Rüstung wurde möglicherweise im Kampf eingesetzt – und nicht nur zu zeremoniellen Zwecken, wie bisher angenommen. Dies zeigen neue Forschungsergebnisse. Die Forscher arbeiteten mit einer Gruppe freiwilliger griechischer Soldaten zusammen, die eine Nachbildung der Rüstung von Dendra bei ausgedehnten Simulationen von harten Kampfhandlungen trugen.

  • Überreste Gomphoterien Tagua-Tagua-See in Chile
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    Jäger und Sammler jagten Elefanten am Tagua-Tagua-See in Chile

    Vor Tausenden von Jahren kehrten frühe Jäger und Sammler regelmäßig zum Tagua-Tagua-See in Chile zurück, um alte Elefanten zu jagen und andere lokale Ressourcen zu nutzen. Aus der Region des Tagua-Tagua-Sees in Zentralchile sind mehrere archäologische Stätten bekannt, die einige der frühesten bekannten menschlichen Siedlungen in Amerika darstellen. In einer aktuellen Studie berichten Rafael Labarca und Kollegen über die jüngste Entdeckung einer neuen Stätte namens Taguatagua 3, einem alten Jäger- und Sammlerlager aus dem Spätpleistozän, das zwischen 12.440 und 12.550 Jahre alt ist.