Aktuell

Juli 2024

  • Gratis

    Ein pompejanisches Grab erzählt vom Machtnetzwerk zur Zeit Kaiser Augustus

    Grab des Numerius Agrestinus in Pompeji

    Bei aktuellen Arbeiten im Archäologischen Park von Pompeji, wurde versehentlich das Grab eines wichtigen Militärbeamten freigelegt, der unter Kaiser Augustus (reg. 27 v. Chr. – 14 n. Chr.) während dessen letzten Eroberungskriegen in Spanien diente. Diese überraschende Entdeckung gibt uns neue Einblicke in die Geschichte Spaniens zwischen dem 1. Jahrhundert v. Chr. und dem 1. Jahrhundert n. Chr. Die Inschrift auf dem Grab berichtet von einer glänzenden Militärkarriere, gefolgt von einem ruhigen Ruhestand in Pompeji, in der kampanische Stadt, berühmt für die Schönheit der Landschaft und die Aussicht auf den Golf von Neapel, die auch Persönlichkeiten wie Cicero und Agrippa anzog.

  • Scholle
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    Scholle: Beliebtester Plattfisch im Mittelalter

    Plattfische wie Scholle, Steinbutt und Seezunge waren im Mittelalter regelmäßiger Bestandteil einer Mahlzeit. Dies geht aus der Analyse von Fischgrätenresten hervor, die an archäologischen Stätten in ganz Europa gefunden wurden.

  • Die mittelalterliche Falkenburg früher und heute können Nutzer mit Hilfe der 3D-Online-Tour erleben.
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    Interaktive 360°-Tour der LWL-Archäologie zu drei Bodendenkmälern gestartet

    In den letzten Monaten hat das Fachreferat für Mittelalter- und Neuzeitarchäologie des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) gemeinsam mit einem Technik-Partner eine interaktive 3D-Online-Tour entwickelt, die außergewöhnliche Bodendenkmäler in Westfalen-Lippe vorstellt und spielerisch erlebbar macht. Mit 3D-Modellen, 360°-Panoramen, Videos, Bildern und Animationen kann die verborgene Geschichte verschiedener Epochen an drei Orten erkundet werden: Auf der mittelalterlichen Falkenburg bei Detmold (Kreis Lippe), am Max-Clemens-Kanal des 18. Jahrhunderts zwischen Münster und Rheine (Kreis Steinfurt) sowie im Heerestanklager aus dem Zweiten Weltkrieg in Herbram-Wald in Lichtenau (Kreis Paderborn).

  • Das Ausgrabungsgelände am Tava Tepe mit der im Zentrum liegenden Küche
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    3500 Jahre alte Küche in Aserbaidschan gefunden

    Ein gemeinsames Team italienischer und aserbaidschanischer Archäologen hat in der antiken Siedlung „Tava-tepe“, einer Stätte aus der späten Bronzezeit in der Kaukasusregion nahe der Grenze zu Armenien, Georgien und Aserbaidschan, eine 3.500 Jahre alte Küche samt Keramikgeschirr und einen Ritualtisch entdeckt.

  • Hochaltar der Kreuzritter aus der Jerusalemer Grabeskirche
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    Vermächtnis der Kreuzritter in Jerusalems Grabeskirche aufgetaucht

    In der Grabeskirche von Jerusalem stieß ein Team unter Beteiligung von ÖAW-Historikern durch Zufall auf den größten bekannten mittelalterlichen Altar, der seit Jahrzehnten als verschollen galt. Der 1149 eingeweihte und außergewöhnlich kunstvolle Hochaltar der Kreuzritter weist auf eine bisher unbekannte Verbindung zwischen Rom und dem christlichen Königreich Jerusalem hin.

  • Freilegung eines Gebäudes der NS-Zeit in Obersalzberg.
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    Archäologische Funde der NS-Zeit: Materielle Zeugen der Geschichte

    Archäologische Funde der NS-Zeit gewinnen als materielle Zeugen der Geschichte eine immer größere Bedeutung: Ein Löffel mit einer Gravur am Stil. Er ist schmutzig, doch die Buchstaben sind auch nach fast 80 Jahren im Boden gut zu erkennen: „ ף ֵוסֹי– ” der Name Josef in hebräischen Schriftzeichen. Gefunden wurde der Löffel in einer Grube voller Gegenstände auf dem Gelände der Tötungsanstalt Schloss Hartheim bei Linz. Etwas mehr als 100 Kilometer Luftlinie entfernt stießen Archäologen in den Trümmern eines Wohnhauses am Obersalzberg, auf ehemaligem Gelände des sogenannten „Führersperrgebietes“, auf einen Kamm. „Rhenatin“ steht darauf, der Eigenname eines Kunststoffs, der in den 1940erJahren angeboten wurde. Wer hat sich mit diesem Kamm gekämmt? Bislang ist das nicht geklärt.

  • Virtuelles Modell Erdställe
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    Erdställe im digitalen Zeitalter

    Die Digitalisierung erobert auch die geheimnisvolle Welt der Erdställe: Assistenzprofessor DI (FH) Raimund Edlinger MSc. und FH-Prof. DI Kurt Niel vom FH OÖ Campus Wels haben es sich zur Aufgabe gemacht, diese von Menschenhand erschaffenen unterirdischen Strukturen mithilfe modernster Technologie zu erfassen und zu bewahren.

  • Ausgrabungen an der Piazza Pia in Rom
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    Neue Funde auf der Piazza Pia in Rom

    Auf der Piazza Pia in Rom tauchen neue Funde auf: Auf der Baustelle der Unterführung kamen die Überreste einer interessanten Gartenanlage direkt am rechten Tiberufer zum Vorschein. Es handelt sich um eine Struktur, die aus einer Mauer aus Travertin opus quadratum besteht, die das Ufer terrassiert. Hinter dieser befand sich ein römischer Portikus, von dem nur noch die Fundamente erhalten sind. Die Strukturen befinden sich genau unter einer antiken Wäscherei (Fullonica), die in den letzten Wochen entdeckt wurde.

  • Graben in Murrhardt während der Freilegung
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    Ergebnisse der Bodenproben aus der Grabung in Murrhardt

    Ergebnisse der im Jahr 2022 gesammelten Bodenproben in der historischen Altstadt von Murrhardt geben Aufschluss über Vegetation und Nutzung von Pflanzen im Hochmittelalter. Welche Pflanzen wuchsen rund um das Kloster in Murrhardt? Das Landesamt für Denkmalpflege (LAD) im Regierungspräsidium Stuttgart hat Proben untersucht, die bei archäologischen Grabungen in der Helfergasse genommen wurden. Die Ergebnisse der Pflanzenanalyse liegen nun vor.

  • Ausgrabung in Erimi
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    Ältester Tempel Zyperns in Erimi entdeckt

    Archäologen der Universität Siena haben auf Zypern einen 4.000 Jahre alten Tempelkomplex ausgegraben. Die Stätte ist Teil einer laufenden Studie des Erimi Archaeological Project, das Ausgrabungen in der Nähe des Dorfes Erimi im Bezirk Limassol durchführt.

  • Ausgrabung in Antikythera
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    Außergewöhnliche Ausgrabungssaison in Antikythera

    Die Expedition 2024 zum Wrack von Antikythera, die vom 17. Mai bis 20. Juni 2024 stattfand, hat zu einem Durchbruch im Forschungsprogramm 2021-2025 geführt, das von der Schweizerischen Archäologischen Schule in Griechenland (ESAG) organisiert und vom Ephorat für Unterwasserantiquitäten des griechischen Ministeriums für Kultur und Sport überwacht wird. Dank außergewöhnlich günstiger Wetterbedingungen machte das Team bedeutende Entdeckungen, darunter einen bedeutenden Teil des Schiffsrumpfes.

  • Untersuchungen des mittelalterlichen Rungholt
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    Weiterer Ortsteil von Rungholt nachgewiesen

    Eine achttägige Forschungsfahrt bringt neue Erkenntnisse zur Besiedlungsgeschichte des nordfriesischen Wattenmeeres am mittelalterlichen Handelsplatz Rungholt, der 1362 bei einer Sturmflut unterging. Das nordfriesische Wattenmeer ist nicht nur ein faszinierender Naturraum mit reicher Tier- und Pflanzenwelt. Es ist auch ein historischer Siedlungsraum, in dem Forschende heute untersuchen können, wie Menschen angesichts der Bedrohung durch das Meer in früheren Zeiten gelebt und gewirtschaftet haben.

  • Funde aus der Eiszeit aus der Vogelherdhöhle
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    Nach der Eiszeit kehrten die Menschen früher als gedacht auf die Schwäbische Alb zurück

    Nach den unwirtlichen Bedingungen der letzten Eiszeit in Mitteleuropa im Zeitraum vor rund 27.000 bis 19.000 Jahren wurde die Schwäbische Alb im heutigen Süddeutschland rund 3.000 Jahre früher wieder besiedelt als bisher gedacht. Die alte Schätzung besagte, dass moderne Menschen vor rund 16.500 Jahren in die Region zurückgekehrt seien. Neue Daten aus zwei Fundstätten im Lonetal belegen nun, dass Menschen dort bereits vor rund 19.500 Jahren Spuren hinterließen.

  • Kalkablagerungen erbringen Informationen zu den Wassermühlen von Barbegal
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    Kalkablagerungen eröffnen Blick in die Römerzeit

    Archäologinnen und Archäologen stehen vor einer schwierigen Aufgabe: Wie lassen sich Informationen über Gebäude oder Anlagen gewinnen, von denen – wenn überhaupt – nur noch Ruinen stehen? Besonders tückisch gestalteten sich die Wassermühlen im südfranzösischen Barbegal aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. – ein einmaliger Komplex von 16 Wassermühlen, jeweils acht auf der östlichen, acht auf der westlichen Seite, die wie in einem Wasserfall von oben nach unten genutzt wurden. Bisher war nur bekannt, was sich aus den spärlich erhaltenen Ruinen herauslesen lässt: Die Wassermühlen wurden von einem Aquädukt aus den Hügeln der Umgebung gespeist. Eine Münze von Trajan, in einem Becken oberhalb der Mühlen gefunden, sowie die Baueigenschaften lassen vermuten, dass die Mühle etwa 100 Jahre lang genutzt wurde. Doch die Art der Mühlräder und ihre Nutzungsweise blieben bislang ein Rätsel. Forschende rekonstruieren nun die Entwicklungsgeschichte der Wassermühlen von Barbegal über Kalkablagerungen.

Juni 2024

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    1.500 Jahre alter Reli­qui­en­schrein ent­deckt

    Reli­qui­en­schrein

    Seit Sommer 2016 führen Innsbrucker Archäologen und Archäologinnen in der Kärntner Gemeinde Irschen Grabungen in einer spätrömischen Höhensiedlung durch. Vor zwei Jahren haben sie eine sensationelle Entdeckung gemacht: Ein christlicher Reli­qui­en­schrein war noch in einer bisher ebenfalls unbekannten Kirche verborgen. Darin enthalten: Eine reich verzierte antike Reliquiendose aus Elfenbein.

  • Schiffswrack Kyrenia
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    Aktualisierte Radiokarbondaten für das griechische Schiffswrack Kyrenia

    Das Kyrenia-Schiff wurde in den 1960er Jahren vor der Küste Zyperns gefunden und ist zu einem Schlüsselschiff in der Erforschung des antiken griechischen Schiffbaus geworden. Archäologische Funde lassen das Alter der letzten Reise des Schiffes auf etwa 300 v. Chr. schließen, doch bisherige Versuche zur Radiokarbondatierung haben nicht mit den archäologischen Funden gepasst. Sturt Manning von der Cornell University und Kollegen vermuten, dass diese Diskrepanz auf veraltete Radiokarbon-Kalibrierungsdaten zurückzuführen ist.

  • Nachbildung einer römischen Sandale
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    Antike Überraschung: Römische Sandale in Oberbayern gefunden

    Bei Ausgrabungen im oberbayerischen Oberstimm kamen Spuren einer zivilen Siedlung rund um ein römisches Hilfstruppenkastell aus der Zeit zwischen 60 und 130 nach Christus ans Licht. Das Archäologen-Team stieß, wie sich erst später herausstellte, auf eine Seltenheit: Reste einer Schuhsohle mit gut erhaltenen Nägeln. Erst die Röntgenuntersuchung in den Restaurierungswerkstätten des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege zeigte, dass es sich um Reste einer römischen Sandale handelt.

  • Konstruktion aus Holz Grabung Wiedenbrück
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    Mit Holz gegen das Wasser an der Wasserstraße

    Seit April grub eine archäologische Fachfirma begleitet durch die LWL-Archäologie für Westfalen eine Menge Holz an der Wasserstraße in Wiedenbrück aus. Geplante Baumaßnahmen mit Unterkellerung machten das notwendig. Dabei kamen Zeugnisse einer Aktion zur Baulandgewinnung zutage, die im Mittelalter vor rund 800 Jahren hier stattgefunden haben muss.

  • Hausgrundrisse der Glockenbecher-Kultur beim Ringheiligtum von Pömmelte
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    Neue Erkenntnisse zum Leben am Ringheiligtum in Pömmelte

    Großangelegte archäologische Ausgrabungen der Jahre 2018 bis 2022 konnten mit insgesamt knapp 140 untersuchten Hausgrundrissen eindrucksvoll belegen, wie die Menschen des 3. Jahrtausends vor Christus am Ringheiligtum Pömmelte lebten. Verschiedenste naturwissenschaftliche Methoden ermöglichen es nun sogar zu rekonstruieren, was die Menschen dort aßen und tranken. Die aktuelle Ausgrabung des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie (LDA) Sachsen-Anhalt vor Ort hilft nun dabei, das Bild weiter zu vervollständigen und die Ritual- und Siedlungslandschaft des 3. Jahrtausends vor Christus in Gänze zu erfassen.

  • Grabungsfläche in Weckesheim
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    Rössener Häuser am Heiligen Stein – Grabungen in Weckesheim

    Das im Süden des Reichelsheimer Ortsteils Weckesheim gelegene Baugebiet „Am Heiligen Stein“ wird seit mehreren Jahren immer wieder archäologisch untersucht. Nun wurden vor Ort die neuesten Erkenntnisse aus dem zweiten Bauabschnitt vorgestellt.

  • Steinwerkzeuge von den Bergen Ebal und Garizim
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    400.000 Jahre alte Steinwerkzeuge, speziell zum Schlachten von Damhirschen hergestellt

    Eine neue Studie der Universität Tel Aviv identifiziert das weltweit früheste Vorkommen spezieller Steinwerkzeuge, die vor 400.000 Jahren zur Verarbeitung von Damhirschen verwendet wurden. Die Werkzeuge, Quina-Schaber genannt (nach dem Ort in Frankreich, an dem man sie erstmals entdeckt hat), fand man an den prähistorischen Stätten der Jaljulia- und Qesem-Höhle. Die einzigartigen Steinwerkzeuge wurden aus Feuerstein aus den Bergen von Samaria hergestellt, die wahrscheinlich auch die Kalbungsgebiete der Damhirsche waren und östlich der prähistorischen Stätten liegen.

  • Glasperlen
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    Glasperlen belegen: Indigene Amerikaner prägten den frühen transatlantischen Handel

    Archäologen haben die chemische Zusammensetzung von Glasperlen aus der Region der Großen Seen in Nordamerika analysiert und dabei das Ausmaß des Einflusses der Ureinwohner auf die transatlantischen Handelsnetze im 17. nachchristlichen Jahrhundert aufgedeckt.Glasperlen waren ein wichtiger Bestandteil des Handels zwischen Europäern und amerikanischen Ureinwohnern während der frühen Interaktionen zwischen den beiden Kontinenten. Einer der Hauptakteure in diesen Netzwerken war die Wendat-Konföderation, die bis etwa 1650 im Süden Ontarios ansässig war, als einige Wendat in die westliche Region der Großen Seen zogen.