Die Wochensprüche im Januar 2021

3. Januar 2021

2. Sonntag nach dem Christfest

Wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.
Johannes 1,14b

Wie herrlich ist es, einem neugeborenen Kind ins Gesicht zu sehen. Wie muss es gewesen sein, als Jesus geboren wurde und alle Sterne darauf hindeuteten, dass Himmel und Erde nicht mehr die alten sein werden, sondern neu werden. Wie muss das wohl gewesen sein für alle, die in das Angesicht des Kindes sahen. Neugeborene Kinder strahlen immer etwas Besonderes aus, so als wären sie Zeugen von der Herrlichkeit Gottes. „Wir sahen seine Herrlichkeit.“ – Die Herrlichkeit, die durch Jesu Geburt sich Bahn brechen würde, war größer, als es Worte je beschreiben können. Wir sehen Gnade und Wahrheit zur Welt kommen. Gott wird Mensch auch in diesen Tugenden. Gott wird Mensch und begegnet uns voller Gnade und öffnet unsere Augen, sodass wir das Licht sehen, mitten im Winter unseres Lebens, und wir sehen die Wahrheit. Mensch gewordene.

10. Januar 2021

1. Sonntag nach Epiphanias

Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.
Römer 8,14

Keiner kann in die Herzen der anderen sehen. Verborgen bleibt mancher Kummer und manch stiller Schrei. Auch kann sich keiner ein Urteil über den Zustand des Glaubens bei einem anderen machen. Gott sei Dank. Das schützt uns. Wir wissen oft zu wenig von dem, was andere bewegt. Vielleicht sollten wir uns selbst auch fragen, wie erkennbar wir sind als Gottes Kinder. Ob wir den Wind Gottes in unseren Segeln und die Kraft der Liebe in unseren Herzen haben. Im Gleichnis vom guten Baum und seinen Früchten wird der Zusammenhang offenbar. An prominenter Stelle im Neuen Testament lesen wir: „An den Früchten sollt ihr sie erkennen.“ (Mt 12,33) So einfach ist es wohl manchmal auch. Was wir tun und wie wir mit unseren Mitmenschen umgehen lassen durchscheinen, wessen Geistes Kind wir sind. Darum frage auch dich: Was treibt dich an? Was tust du eigentlich? „Welche der Geist Gottes treibt“. Das heißt auch, sich vorwärts zu bewegen, sich aufzumachen, sich antreiben zu lassen. Von Gottes Geist, dem guten Hirten, der uns manchmal Dampf macht und uns anstößt, auf den anderen zuzugehen.

17. Januar 2021

2. Sonntag nach Epiphanias

Das Gesetz ist durch Mose gegeben; die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden.
Johannes 1,17

Wir sind versucht, die Dinge gegeneinander auszuspielen. Dabei sind es oft zwei Seiten einer Medaille. Hier ist das Gesetz Mose das Eine. Es war zuerst. Grundlage für das Zusammenleben, Ordnung auch für den Glauben. Dann kam Jesus. Und wirbelte geistesgegenwärtig alles durcheinander. Damit wir in Bewegung kommen und nicht in der Gesetzestreue stecken bleiben und das Leben verlieren. Beides gehört zusammen, wie das Alte und das Neue Testament. Gesetze verlangen nach Urteilen. Gnade und Begnadigung stehen auch im juristischen Kontext. Und dadurch wird es deutlich: Durch Jesus Christus sind wir alle begnadigt worden. Er war es, der den Buchstaben das Leben einhauchte. So war es: Zuerst wurde das Gesetz gegeben. Dann ist daraus Gnade geworden. Das eine kam passiv über uns, das andere scheint gewachsen und mit uns verwachsen zu sein. Gnade und Wahrheit. Nichts in Stein Gemeißeltes wie Buchstaben, sondern fließender Lebensodem wie das Blut in unseren Adern. Wir leben von der Gnade und von der Wahrheit. Beides macht uns frei.

24. Januar 2021

3. Sonntag nach Epiphanias

Es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes.
Lukas 13,29

So stelle ich mir den Himmel vor. Alle an einem Tisch, strömende Menschenmassen aus allen Himmelsrichtungen. Und endlich gibt es keine Demonstrationen gegen Fremde am Tisch mehr, weil die Sorge groß ist oder der Neid. Und es ist immer noch Platz, auch für die mit dem weitesten Weg oder mit dem langsamsten Schritt. Keiner wird zu kurz kommen, keiner kommt zu spät. Die Hände werden wir uns reichen und Lieder der Liebe singen. Kriege sind vergessen und Hunger auch. Und wir sind satt und ohne Durst und brechen das Brot zum Zeichen unserer neuen Gemeinschaft und reichen es weiter und erinnern uns an das, was war. Und endlich werden die von ganz unten mal oben sitzen und vorne sein. Die Letzten werden die Ersten sein. Und die Ersten werden mal still und freuen sich daran, dass die Letzten es endlich auch geschafft haben. Frieden wird sein und der Tisch groß und rund. Mit einem weißen Tuch und Kerzen ohne Ende.

31. Januar 2021

Letzter Sonntag nach Epiphanias

Über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.
Jesaja 60,2

Ich bin kein Prophet, aber Jesaja wusste es genau. Zion, geh los, sagte er. Es wird Zeit für das Licht, lass die Finsternis hinter dir. Werde Licht, geh dem Licht entgegen, dein Licht kommt. Ich bin kein Prophet, aber ich kenne auch das Licht und das Dunkel. Ich sehe das Leuchten in den Augen ganz normaler Leute, wenn sie vom Beginn ihrer Liebe erzählen, oder wenn sie nach langer Krankheit endlich wieder erste Schritte in die Genesung gehen. Es gibt Momente, da sehe ich das Leuchten und die Herrlichkeit Gottes, die über uns allen aufgehen kann. Dann wölbt sich der Himmel über uns wie eine Decke. Oder zeigt sich wie ein Stern in der Nacht. Wie der Stern, den einst die Hirten sahen: Er zeigt auch dir den Weg, hell und klar, und dann zählt nur eines: vertrauen und losgehen. Und dann kommst du an, eines Tages. Du wirst zum Sterndeuter, wenn du in den nächtlichen Himmel blickst. Über dir geht die Herrlichkeit auf. Der Stern für dich. Du bist es wert. Gott zeigt dir den Weg aus der Finsternis, wie damals den Hirten in der Nacht. Gott lässt sein Licht für dich aufgehen, für dich und deinen Weg.

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