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Pastoralblätter 3/2023

3/2023März: Weisheit/Passion

Inhalt

Wie jedes Jahr tun wir uns schwer, uns in die Passionszeit bei aufbrechender Natur und Blütenpracht hineinzufinden. Zu kurz eigentlich ist die Passionszeit angesichts der Realität unserer Istzeit. Unsere „Meldungen“ werden – wenn überhaupt – zu Randnotizen, unsere Stimmen vielleicht schwächer. Nur noch an den Feiertagen finden wir in den Medien Erwähnung. Kurz vor dem Sport und dem Wetter. Als noch zu erledigende Pflicht. Und damit sind wir bei ihm. Die Stadt ertrug ihn nicht. Herbergen, Häuser, Zimmer, Herzen blieben verschlossen. In den Außenbezirken der Stadt, Höhle oder Stall, hinausgedrängt in die Kälte, abgeschoben an den Rand, kam er zur Welt, der Mensch Gottes. Die Stadt ertrug ihn nicht. Herbergen, Häuser, Zimmer, Herzen blieben verschlossen. In den Außenbezirken der Stadt, an Kreuz oder Pfahl, gequält, verspottet, gedemütigt, gefoltert, starb er, der Mensch Gottes. Dazwischen: Lichtblicke für andere. Brot für die Welt. Ohren für alle. Offene Herzen. Menschen am Rand rücken in die Mitte: Kinder, Kranke, Ster­bende, Hungrige, Gefangene und Gestrauchelte. Menschen am Rand der anständigen Stadt, Menschen am Ab­grund, Menschen in Sackgassen, Vorhöfen und Randbezirken. Die Stadt ertrug ihn nicht. Keine Stadt ertrug ihn, nicht die Heimat­stadt, nicht die Hauptstadt. Den Gelehrten ein Gotteslästerer. Den Behörden ein Aufrüh­rer. Den Frommen ein Gesetzesbrecher. Den Anständi­gen ein An­stoß. Der Besatzungsmacht nicht einmal eine Notiz wert. Zwei Bal­ken und vier Buchstaben. Vier Nägel und eine Handvoll Soldaten. Das war ihr Respekt vor dem Menschen Gottes. Die Natur trug Trauer bei seinem Tod, meldet die Bibel. Die weni­gen Seinen legten seinen Leichnam hinter kalten Stein. Nacht über Golgatha. Zu dieser Zeit feierte die Stadt längst in lautem Trubel und Touristenströmen erstickend das Fest der Befreiung aus der Knechtschaft. Mit Gottesdiensten und Prozes­sionen, Liedern und Dankgebeten feierten sie ihren Gott, hatten die kurze Episode mit Jesus längst abgehakt. Die Besatzer waren zufrieden. Die Tempelpriester auch. Störungen waren nun während des Festes nicht mehr zu erwarten. Der Stö­renfried lag hinter kaltem Stein, in eines Fremden Grab, der Mensch Gottes.

Über diese Ausgabe

Editorial

Monatsspruch

Wochensprüche

Gottesdienste

Der besondere Gottesdienst

  • Plus S. 235-239

    Zweifel

    Er bitte aber im Glauben und zweifle nicht; Gerhard, warum glaubst du denn wer zweifelt, der gleicht einer Meereswoge, deinem Zweifel die vom Winde getrieben und aufgepeitscht wird. mehr als deinem Glauben? Jakobus 1,6 Jörg Zink

Alternativpredigt

Kasualansprachen

Kirche im Gespräch

Autoren/-innen