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Anzeige: Mitten im Leben. Post von Margot Käßmann

10/2019Oktober

Inhalt

Was haben sich Jakob und Laban nicht alles angetan. Zwanzig gemeinsame Jahre, mit Herzlichkeit und Küssen hat alles begonnen. Doch die Jahre des Zusammenlebens werfen mehr und mehr Schatten auf die Beziehung. Bevor sie sich gegenseitig totschlagen, kommen sie zur Besinnung. Sie sorgen dafür, dass Land zwischen sie kommt. Sie spüren, wir schlagen uns in einem endlosen Krieg gegenseitig Wunden. Sie bauen einen Steinhaufen als Mahnmal. Aus den Scherben ihrer kaputten Beziehung bauen sie an der Grenze zwischen „mir“ und „dir“ ein Zeichen auf. Sie gehen auseinander. Der eine dahin, der andere dorthin. Getrennte Wege. Sie sind geschiedene Leute. Und zwischen ihnen – ein Steinhaufen, ein Scherbenhaufen; doch nicht nur dies: zwischen ihnen Gott selbst. 

Sie haben abgeladen, Stein für Stein, Hass auf Hass, Todeswunsch auf Todeswunsch. Und nun richten sie sich auf. Sehen sich als Getrennte in die Augen. Gehen auseinander – und leben. Und Gott ist Zeuge. Zeuge heißt im Griechischen Märtyrer. Gott, Jesus Christus allein steht es zu, zwischen uns Zeuge zu sein. Keiner braucht Gottes Rolle zu übernehmen: Kein Opfer mehr! Am Anfang unser Hass, in der Mitte sein Martyrium, am Ende unser Leben. 

Es gibt kein überzeugenderes Bild der Versöhnung, als dass sich der, um den zwei streiten, heilend zwischen beide stellt.

Über diese Ausgabe

Editorial

Monatsspruch

Wochensprüche

Gottesdienste

Der besondere Gottesdienst

Alternativpredigt

Kasualansprachen

Predigt im Gespräch

Seelsorge im Gespräch

Spiritualität und Amt

  • Plus S. 780-783

    Versöhnen

Autoren/-innen