Der Monatsspruch im Januar 2018

„Gott spricht: Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde.“
1. Mose 9,13

Noch gibt es die Brücken, die mit Hunderten von Vorhängeschlössern verziert, oder sollte man neutraler sagen, ausgestattet sind. In vielen Städten, an vielen Brücken sind unzählige Schlösser angebracht, die als starkes Zeichen wirken sollen. Zwei Namen, ein Herz oder ein Band der Liebe sind auf dem Schloss zu sehen, es soll an einer Brücke die Liebe zwischen zwei Menschen dokumentieren. Ein Schloss, eine Brücke, zwei Namen: Das Zeichen ist gesetzt bei allen kritischen Gedanken.
Das äußere Zeichen, das Schloss, kann man kaufen, zwei Menschen können hingehen zu der für sie passenden Brücke, zu dem für sie passenden Ort und das Zeichen für ihre Liebe setzen. Da bleibt es dann bis auf Weiteres das Zeichen ihrer Liebe, ihrer Verbindung.

Andere Zeichen sind nicht weniger intensiv, aber flüchtiger: das Streicheln über die Hand des geliebten Menschen, die Umarmung, die drohend gehobene Faust, der vom Schrei aufgerissene Mund, die Hand, die die andere hält.
Wieder andere Zeichen entstehen, ohne dass es jemand wirklich will: die kahl gewordenen Äste eines erkrankten Baumes, die trockene Haut eines älteren Menschen, die Ränder unter den Augen nach einer zu kurzen Nacht. Das wohl weltweit mit bekannteste Zeichen ist das Kreuz, das Kreuz Christi, das Versöhnung und Gewalt, das Ende und Neuanfang symbolisiert.
Ich finde den direkten Blick stark als Versöhnungszeichen, ich freue mich an der offen entgegengestreckten Hand, ich liebe Luftküsse. Und ich mag immer noch Regenbögen und kann es nicht für mich behalten, muss es jemand erzählen, wenn ich einen sehe.
Naturphänomene als Spuren Gottes kommen seltener vor in einer Welt, die gerne erklärt, ohne dabei auf die Seele eines Phänomens einzugehen. Naturphänomene sind für uns erklärbar, ein Vorhängeschloss ist ein Gegenstand, und doch kann es wie ein Naturphänomen zum Zeichen werden. Dann nehmen wir auch die Seele des Phänomens wahr.

Für mich ist ein Regenbogen, obwohl er Himmel und Erde verbindet oder weil er Himmel und Erde verbindet, erst einmal einseitig. Gott hat ihn gewollt als Zeichen, Gott hat ihn gesetzt, damit wir seine Verbundenheit mit uns sehen und immer wieder erinnern.
Wir können ihn abmalen, wir können ihn nachstellen, wir können ihn erklären, wir können ihn wirklich erfassen.
Er hat uns den Regebogen geschenkt als Zeichen seiner Verbundenheit und er hat es uns auch wissen lassen (vgl. 1. Mose 9,13).

Eheringe am Himmel oder Schlösser an Brücken waren ihm wohl zu unsicher. Er ist sichergegangen und hat sein Versprechen erst einmal einseitig an den Himmel gemalt: den Bogen, der Himmel und Erde verbindet und versöhnt. Schön, wenn wir da zum neuen Jahr einstimmen und Ja sagen können.

Pastoralblätter-Newsletter

Ja, ich möchte den kostenlosen Pastoralblätter-Newsletter abonnieren und willige somit in die Verwendung meiner Kontaktdaten zum Zwecke des eMail-Marketings des Verlag Herders ein. Dieses Einverständnis kann ich jederzeit widerrufen.